Five Brothers - Wen würdest du lieben, wenn du keine Angst hättest?
Five Brothers“ hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Die Geschichte folgt Krisjen, einer jungen Frau, die zwischen zwei Welten gefangen ist - der privilegierten, aber giftigen Umgebung, in der sie aufgewachsen ist, und der raueren, aber authentischeren Welt am anderen Ende der Stadt mit den Jaeger-Brüdern. Man spürt, dass Krisjen für jeden der Brüder auf unterschiedliche Weise tiefe Gefühle hegt - und diese für sie -, aber sie ist auch auf einer Reise, auf der sie herausfinden muss, was sie wirklich will, auch wenn sie nicht genau weiß, wie sie dorthin kommt.
Die Handlung war unglaublich fesselnd, mit einem stetigen Tempo, das mich die Seiten umblättern ließ. Penelope Douglas' Weltenbau war lebendig und atmosphärisch - ich konnte die schwere Hitze Floridas, die plötzlichen Stürme und die verträumten, aber bröckelnden Kulissen von St. Carmen praktisch spüren. Der Kontrast zwischen Krisjens sauberer, heller Villa (direkt aus Palm Beach Luxus) und dem vernachlässigten, vom Sumpf verwüsteten Anwesen der Jaeger-Brüder war so gut gelungen, dass es sich jedes Mal, wenn der Schauplatz wechselte, anfühlte, als würde man zwischen zwei verschiedenen Welten hin und her springen.
Die Entwicklung der Charaktere war ein weiteres großes Highlight. Ich hatte von allen Figuren ein klares Bild im Kopf, und es war befriedigend zu sehen, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickelten. Krisjens Charakter stach besonders hervor. Sie ist achtzehn, hat gerade ihren Highschool-Abschluss gemacht, fühlt sich festgefahren, während alle anderen weitermachen, und kämpft mit den manipulativen Versuchen ihrer Mutter, sie mit einem älteren, wohlhabenden Anwalt zu verheiraten, um ihren eigenen Lebensstil zu sichern. Trotz des Reichtums und des Glanzes, mit dem sie aufgewachsen ist, sehnt sich Krisjen nach etwas Echtem - nach Liebe, nach Freiheit, nach Zugehörigkeit -, das sie in flüchtigen Begegnungen mit den Brüdern Jaeger findet.
Jeder der Jaeger-Brüder fühlte sich unverwechselbar und voll ausgeprägt an:
- Macon, der grüblerische, verantwortungsbewusste älteste Bruder, der durch den Verlust seiner Eltern abgehärtet ist.
- Army, der alleinerziehende Vater mit einer weichen Seite, der versucht, die Leitung des Familienunternehmens mit der Erziehung seines Sohnes in Einklang zu bringen.
- Iron, der gutherzige Unruhestifter, dem eine Gefängnisstrafe droht.
- Dallas, der hitzköpfige Rebell mit einem Groll gegen die Wohlhabenden.
- Trace, der Jüngste, der charmante Spieler, der seit Monaten eine Affäre mit Krisjen hatte.
Die Chemie zwischen den Figuren stimmte einfach nicht. Die intimen Szenen waren prickelnd, aber was sie wirklich stark machte, war die Tiefe der Emotionen und die komplizierten, oft chaotischen Gefühle zwischen allen. Es gab ein starkes Thema der Familie - sowohl der Blutsverwandten als auch der Auserwählten -, das unter all der Hitze und den Spannungen durchschimmerte und die Geschichte noch intensiver und herzlicher machte.
Insgesamt war Five Brothers eine raue, dampfende, emotionale Fahrt mit fesselnden Charakteren, einer üppigen Welt und einer Heldin, der man auf Schritt und Tritt folgt. Wenn du angstbesetzte, charakterstarke Romanzen liebst, die in atmosphärischen, tief gespaltenen Kleinstädten spielen, solltest du dieses Buch in die Hand nehmen.