Novel Haven - Levels of Love
"Novel Haven – Levels of Love" ist ein Buch, das mich wirklich mitgenommen hat. Es ist nicht nur primär eine Liebesgeschichte, sondern handelt vor allem auch über Selbstfindung, Traumabewältigung und die harte Realität, als Frau in einem von Männern dominierten Beruf zu bestehen.
Die beiden Hauptcharaktere Lara und Luca sind unglaublich vielschichtig. Lara, die FMC, struggled mit ihrem Selbstwertgefühl, das durch ihre Vergangenheit geprägt ist. Ihre Geschichte, wie sie sich selbst handhabt, hat mich emotional richtig abgeholt, besonders, weil ich sie sehr gut nachvollziehen kann aufgrund ähnlicher Erlebnisse.
Luca, der MMC, struggled auch mit sich, jedoch auf eine etwas andere Art als Lara, dennoch finde ich, dass die beiden eine Seite der jeweils selben Medaille sein könnten. Auch er hat mit seiner eigenen Vergangenheit und seinen Herausforderungen zu kämpfen, was ihm eine tiefere Dimension verleiht, als einfach nur der handsome Nerd zu sein. Insgesamt fühlen sich nicht nur die beiden Protagonisten lebendig an, sondern auch die zahlreichen Nebenfiguren. Jeder Character, den man im Verlauf des Buches kennenlernt hat eine eigene Story, eine lebhafte Personality und wächst einem entweder sofort ans Herz oder ... nicht.
Wer es liest, wird wissen, was ich meine. : )
Es macht jedenfalls eine Menge Spaß in die Welt von Lara und Luca einzutauchen und zu sehen, wie sich die Geschichte rund um die GameChanger Convention abspielt.
Ein besonders interessanter Blickpunkt des Buches ist die Art und Weise, wie die Gaming-Welt als Therapie für die beiden MCs dient. Lara arbeitet an dem Spiel "Novel Haven", einem Farming Simulator, den man mit "Harvest Moon" oder "Animal Crossing" vergleichen könnte, und Luca an "Desolate Dread", einem Horrorspiel vergleichbar mit "Alone in the Dark" oder "Silent Hill". Beide nutzen die Spieleentwicklung, sowohl als "escape from reality" und auch als "healing journey". Auf persönlicher Ebene getroffen hat mich gerade auch dieser Aspekt, da ich es als langjährige Gamerin teilweise nicht anders gemacht habe: Zocken statt sich den "Problemen" aktiv zu stellen, oops. : )
"Novel Haven" zeigt diese authentische Verbindung zwischen Videospielen und der persönlichen Herausforderung und das "playing videogames" mehr als nur ein Hobby zum Zeitvertreib ist, sondern auch ein wichtiges Tool auf dem Weg zur Heilung spielen kann. Ich hoffe, dass gerade dies auch Leser:innen, denen die Materie Rund um Videospiele nicht auf diese Weise bekannt ist, vertraut damit macht, dass es da um viel mehr gehen kann, als nur stumpfes Rummgeballer oder stundenlange Raids mit seinen Clans, die für Außenstehende eher nach Zeitverschwendung aussehen, als alles andere. Es zeigt einfach, wie wichtig und heilend diese Welten für viele Menschen sein können und wie weit dieses "Hobby" über die Vorstellung des bloßen Zeitvertreibs hinaus gehen kann.
Gleichzeitig zeigt die Autorin auch die Schattenseite für Frauen in der Gaming-Branche. Als Gamerin begegnet man immer noch auf jegliche Art und Weise Sexismus, egal ob bei der Arbeit oder im aktiven Online Matchmaking. Sprüche wie "Mach mir ein Sandwich!" oder "Musst du nicht zurück in die Küche?" sind nicht nur belanglose Memes sondern tief in Misogynie verankerte Realität. Es ist sowohl für uns Leser:innen, als auch für die Mädels im Buch leider ein noch immer relevantes Thema und daher auch notwendig, dass darauf aktiv aufmerksam gemacht wird.
Für mich als Gamerin, die nie viel für Lesen übrighatte, war "Novel Haven – Levels of Love" eine perfekte Empfehlung, die mich, dank meiner Kollegin, zum Lesen animiert hat. Die Story hat einfach alles: tiefgründige Charaktere, viel Herz und gleichzeitig eine coole Gaming-Welt, die auch für Nicht-Gamer spannend beschrieben ist. Es ist eine Geschichte, die man nicht nur liest, sondern fühlt. Schade ist nur, dass zu "Novel Haven" und "Desolate Dread" keine echten, spielbaren Demos existieren.
Von mir gibt es definitiv fünf Sterne und ich freue mich schon darauf die weiteren Bände zu lesen. : )