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Roman Brecht Buchhandlung: Thalia Mayersche Kamen
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Meine letzte Rezension Fuchs 8 von George Saunders
In "Fuchs 8" erleben wir die Welt durch die Augen eines ganz besonderen Fuchses. Er hat sich selbst die "Menschen-Sprache" beigebracht, indem er nachts vor den Fenstern einer Vorstadtfamilie lauschte. Als jedoch ein Einkaufszentrum direkt im Lebensraum seines Rudels gebaut wird und die Nahrung knapp wird, beschließt Fuchs 8, einen Brief an die Menschen zu schreiben. Es ist ein verzweifelter, aber hoffnungsvoller Versuch, die Zerstörung seines Zuhauses zu stoppen und die Spezies zu verstehen, die er trotz ihrer Grausamkeit bewundert. Das absolut Herausragende an diesem Buch ist der Schreibstil. Die Geschichte ist konsequent so verfasst, als hätte Fuchs 8 sie selbst geschrieben – inklusive aller Rechtschreibfehler, lautmalerischer Eigenheiten und grammatikalischer Stolpersteine. Für den ein oder anderen mag das jetzt vielleicht anstrengend klingen, aber das ist es überhaupt nicht. Im Gegenteil sogar! Es verleiht so viel Charakter und Charme. Allein durch diese fehlerhafte, naive Sprache erhält der Fuchs eine unglaubliche Persönlichkeit. Man baut sofort eine tiefe emotionale Bindung zu ihm auf, weil seine Stimme so authentisch, unschuldig und lebendig wirkt. ​Ich mag besonders die Art und Weise, wie George Saunders das ernste Thema der Umweltzerstörung anspricht. Durch die Perspektive des Fuchses wird die Rücksichtslosigkeit der Menschen mit so einer unschuldigen Ehrlichkeit präsentiert, die einen einfach mitten ins Herz trifft. Es ist eine kurze Erzählung, die aber länger nachhallt als viele Romane. Ehrlich gesagt gibt es an diesem Werk für mich kaum etwas auszusetzen. Man muss sich natürlich darauf einlassen, dass die Sprache "falsch" geschrieben ist...wer also einen klassischen, flüssigen Lesefluss ohne Stolperer sucht, könnte anfangs irritiert sein. Mein Fazit? "Fuchs 8" ist ein kleines literarisches Wunderwerk. Es ist traurig, lustig und tief erschütternd zugleich. George Saunders nutzt die Sprache als Werkzeug, um uns den Spiegel vorzuhalten und uns daran zu erinnern, was wir der Natur antun. Wer bereit ist, sich auf das sprachliche Experiment einzulassen, wird mit einer Geschichte belohnt, die man so schnell nicht vergisst. Mir ist sie nach mehreren Jahren immer noch sehr stark im Gedächtnis geblieben!
ab 12,00 €
Produktbild Fuchs 8
5/5
  • Roman Brecht
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5/5

Fuchs 8

In "Fuchs 8" erleben wir die Welt durch die Augen eines ganz besonderen Fuchses. Er hat sich selbst die "Menschen-Sprache" beigebracht, indem er nachts vor den Fenstern einer Vorstadtfamilie lauschte. Als jedoch ein Einkaufszentrum direkt im Lebensraum seines Rudels gebaut wird und die Nahrung knapp wird, beschließt Fuchs 8, einen Brief an die Menschen zu schreiben. Es ist ein verzweifelter, aber hoffnungsvoller Versuch, die Zerstörung seines Zuhauses zu stoppen und die Spezies zu verstehen, die er trotz ihrer Grausamkeit bewundert. Das absolut Herausragende an diesem Buch ist der Schreibstil. Die Geschichte ist konsequent so verfasst, als hätte Fuchs 8 sie selbst geschrieben – inklusive aller Rechtschreibfehler, lautmalerischer Eigenheiten und grammatikalischer Stolpersteine. Für den ein oder anderen mag das jetzt vielleicht anstrengend klingen, aber das ist es überhaupt nicht. Im Gegenteil sogar! Es verleiht so viel Charakter und Charme. Allein durch diese fehlerhafte, naive Sprache erhält der Fuchs eine unglaubliche Persönlichkeit. Man baut sofort eine tiefe emotionale Bindung zu ihm auf, weil seine Stimme so authentisch, unschuldig und lebendig wirkt. ​Ich mag besonders die Art und Weise, wie George Saunders das ernste Thema der Umweltzerstörung anspricht. Durch die Perspektive des Fuchses wird die Rücksichtslosigkeit der Menschen mit so einer unschuldigen Ehrlichkeit präsentiert, die einen einfach mitten ins Herz trifft. Es ist eine kurze Erzählung, die aber länger nachhallt als viele Romane. Ehrlich gesagt gibt es an diesem Werk für mich kaum etwas auszusetzen. Man muss sich natürlich darauf einlassen, dass die Sprache "falsch" geschrieben ist...wer also einen klassischen, flüssigen Lesefluss ohne Stolperer sucht, könnte anfangs irritiert sein. Mein Fazit? "Fuchs 8" ist ein kleines literarisches Wunderwerk. Es ist traurig, lustig und tief erschütternd zugleich. George Saunders nutzt die Sprache als Werkzeug, um uns den Spiegel vorzuhalten und uns daran zu erinnern, was wir der Natur antun. Wer bereit ist, sich auf das sprachliche Experiment einzulassen, wird mit einer Geschichte belohnt, die man so schnell nicht vergisst. Mir ist sie nach mehreren Jahren immer noch sehr stark im Gedächtnis geblieben!

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Jackdaw
    • Roman Brecht
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    5/5

    Jackdaw

    Vorab muss ich sagen, dass sich dieses Buch sehr schnell zu meinem Lese-Favoriten entwickelt hat. Im Zentrum der Geschichte steht eine Ermittlerin, Detective Scarlett Delaney, die innerhalb ihres Kollegiums keinen guten Ruf hat. Denn ihr Vater war Serienmörder und Scarlett's Kollegen mobben sie täglich dafür. Der Einzige, der noch zu ihr hält, ist Detective Sergeant Frank Ash. Der Fall "Jackdaw" ist ihre Chance, sich endlich Respekt zu verdienen. "Jackdaw" ist hierbei der Name eines Serienmörders, der unmögliche Verbrechen zu begehen scheint und dann mit einem glitzernden Andenken verschwindet - wie eine Dohle, nach der er benannt wurde. Um diesen Mörder zu fassen, geht Scarlett eine ungewöhnliche und gefährliche Allianz ein: Sie tut sich mit dem zwielichtigen Privatdetektiv Henry Devlin zusammen. Der Autor Daniel Cole selbst sagte, er wollte mit dem Roman ein "vergnügliches Stück Eskapismus mit Leichen" schaffen..und genau das liefert er. Besonders unterhaltsam wird es aber nicht nur wegen der Spannung, sondern auch wegen des Humors und der Situationskomik, die unter anderem mit der sehr lebendigen Figurendynamik hervorgehoben wird. Und genau hier liegt der Charme, was dieses Buch so besonders macht. Henry ist ein Meister der Ironie und des pointierten Dialogs. Er ist intelligent und gerissen. Scarlett ist, wie ein Zitat aus dem Buch sie bereits passend beschreibt, "impulsiv, regelrecht leichtsinnig, [und] getrieben von persönlichen Problemen." Und dann gibt es noch Frank, der Scarlett's Vaterfigur und Mentor ist. Er versucht sie immer zu beschützen. Die Dialoge und Figurendynamik waren bei weitem das, was mir am Meisten an der Geschichte gefallen hat. Wenn jemand einen Thriller sucht, der einen von der ersten bis zur letzten Seite in Atem hält, der einen zum lachen bringt und gleichzeitig Gänsehaut beschert, dann ist "Jackdaw" meine höchste Empfehlung. Ich freue mich schon auf Band 2!

  • Produktbild Firewatch
    • Roman Brecht
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    5/5

    Firewatch

    Nachdem sein bester Freund Aaron unter mysteriösem Umständen während eines Ferienjobs im kalifornischen Nationalpark verschwunden ist, hat Robin nur noch das Ziel sich zu rächen. Er ist sich sicher, dass Kian hinter dem Verschwinden steckt. Denn Kian war der Letzte, der Aaron noch gesehen hat, als sie gemeinsam im Nationalpark gearbeitet haben. Da die Polizei die Ermittlungen eingestellt hat, nimmt Robin die Sache selbst in die Hand. Sein Plan: Er will Kian daten, sein Vertrauen gewinnen und ihn schließlich entlarven. Doch in den Wäldern Kaliforniens verschwimmen die Grenzen zwischen Täuschung und echter Anziehung schneller, als Robin lieb ist. Ich persönlich finde die Genre-Mischung aus Thriller und Romance sehr interessant. Dazu ist es wirklich gut gelungen! Diese Kombination ist oft schwer auszubalancieren, doch hier fühlen sich die spicy Szenen nie out-of-place an, sondern fügen sich organisch in die emotionale Spannung ein. Die Geschichte springt zwischen der Gegenwart (Robins Sicht in der Ich-Form) und der Vergangenheit (Aarons Erlebnisse in der dritten Person) hin und her. Dieser Wechsel hält die Spannung konstant hoch und verleiht der Handlung eine enorme Tiefe. Besonders faszinierend fand ich die dritte, unbekannte Perspektive, die im späteren Verlauf der Story auftaucht. Diese Kapitel sind sehr abstrakt und poetisch geschrieben, was einen Kontrast zum restlichen Stil gibt, der Raum für eigene Interpretationen lässt und auf eine positive Art verwirrend wirkt. Die nachvollziehbaren Beweggründe der Charaktere haben mich richtig mitfiebern lassen, sodass ich das Buch förmlich verschlungen hab! Kritikpunkte gibt es nur wenige, aber vereinzelte Szenen wirkten auf mich doch etwas zu weit hergeholt und konstruiert, um die Handlung in eine bestimmte Richtung zu treiben. Das nimmt dem ansonsten sehr atmosphärischen Setting manchmal ein kleines bisschen die Bodenhaftung (ich würde dem Buch deswegen nur einen halben Stern abziehen). Dennoch ist "Firewatch" ein spannender queerer Roman, der vor allem junge Erwachsene begeistern wird. Colin Hadler liefert hier weit mehr als einen Standard-Thriller ab; durch die kreative Erzählweise und die starken Emotionen hebt sich das Buch deutlich ab. Trotz vereinzelter Logik-Lücken bleibt es bis zur letzten Seite spannend und unvorhersehbar. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und kann es wirklich wärmstens empfehlen!

  • Produktbild Fuchs 8
    • Roman Brecht
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    5/5

    Fuchs 8

    In "Fuchs 8" erleben wir die Welt durch die Augen eines ganz besonderen Fuchses. Er hat sich selbst die "Menschen-Sprache" beigebracht, indem er nachts vor den Fenstern einer Vorstadtfamilie lauschte. Als jedoch ein Einkaufszentrum direkt im Lebensraum seines Rudels gebaut wird und die Nahrung knapp wird, beschließt Fuchs 8, einen Brief an die Menschen zu schreiben. Es ist ein verzweifelter, aber hoffnungsvoller Versuch, die Zerstörung seines Zuhauses zu stoppen und die Spezies zu verstehen, die er trotz ihrer Grausamkeit bewundert. Das absolut Herausragende an diesem Buch ist der Schreibstil. Die Geschichte ist konsequent so verfasst, als hätte Fuchs 8 sie selbst geschrieben – inklusive aller Rechtschreibfehler, lautmalerischer Eigenheiten und grammatikalischer Stolpersteine. Für den ein oder anderen mag das jetzt vielleicht anstrengend klingen, aber das ist es überhaupt nicht. Im Gegenteil sogar! Es verleiht so viel Charakter und Charme. Allein durch diese fehlerhafte, naive Sprache erhält der Fuchs eine unglaubliche Persönlichkeit. Man baut sofort eine tiefe emotionale Bindung zu ihm auf, weil seine Stimme so authentisch, unschuldig und lebendig wirkt. ​Ich mag besonders die Art und Weise, wie George Saunders das ernste Thema der Umweltzerstörung anspricht. Durch die Perspektive des Fuchses wird die Rücksichtslosigkeit der Menschen mit so einer unschuldigen Ehrlichkeit präsentiert, die einen einfach mitten ins Herz trifft. Es ist eine kurze Erzählung, die aber länger nachhallt als viele Romane. Ehrlich gesagt gibt es an diesem Werk für mich kaum etwas auszusetzen. Man muss sich natürlich darauf einlassen, dass die Sprache "falsch" geschrieben ist...wer also einen klassischen, flüssigen Lesefluss ohne Stolperer sucht, könnte anfangs irritiert sein. Mein Fazit? "Fuchs 8" ist ein kleines literarisches Wunderwerk. Es ist traurig, lustig und tief erschütternd zugleich. George Saunders nutzt die Sprache als Werkzeug, um uns den Spiegel vorzuhalten und uns daran zu erinnern, was wir der Natur antun. Wer bereit ist, sich auf das sprachliche Experiment einzulassen, wird mit einer Geschichte belohnt, die man so schnell nicht vergisst. Mir ist sie nach mehreren Jahren immer noch sehr stark im Gedächtnis geblieben!

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