“Honey” von Imani Thompson macht, auch, wenn man es bei der Prämisse vielleicht nicht direkt erwarten würde, in vielen Belangen Spaß. Thompson‘s Schreibstil ist erfrischend und im genau richtigen Maße descriptive. Ebenso passt die teilweise eher episodische Erzählweise wunderbar zu der Protagonistin. Yrsa ist ein komplexer Charakter mit komplexen Gedanken und Gefühlen, die mir zwar selten sympathisch war, aber auch das ist im Kontext des Buchs völlig in Ordnung und hat mich nicht abgeschreckt. An sich hatte ich also ein wirklich positives Leseerlebnis und hatte meinen Spaß mit dem Buch bis ich zu den letzten Seiten kam.
(Leichter Spoiler) Das Ende, wenn man es denn so nennen möchte, kommt viel zu abrupt, beantwortet absolut keine Fragen und macht sogar noch neue auf. Es fühlt sich unfertig an. Leider wirkt sich dieses Ende auch ein wenig negativ auf meine Meinung zum restlichen Buch aus. Durch dieses Ende fühlt sich das ganze Buch nicht komplett durchdacht an, weil so viele interessante Dinge aufgemacht wurden, die alle einfach irgendwie in der Luft hängen gelassen werden und nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, wenn man sie nicht weiter ausarbeitet.. (Spoiler section beendet)
Vielleicht ist auch ein weiterer Band geplant, der meine Kritik entschärfen würde, aber zum jetzigen Zeitpunkt bewerte ich “Honey” als Standalone.
Lange Rede, kurzer Sinn: An sich hatte ich eine gute Zeit mit dem Buch und fand es wirklich sehr gut, wenn ich das Ende außen vor lasse. Empfehlen kann ich es aber trotzdem. Jede*r kann sich seine eigene Meinung zu dem Buch und vor allem dem Ende bilden.