Ein fliehendes Pferd
Suhrkamp BasisBibliothek Band 35

Ein fliehendes Pferd

Text und Kommentar

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Beschreibung

Details

ISBN

978-3-518-18835-4

Auflage

8

Erscheinungsdatum

18.08.2002

Unterrichtsfächer

Deutsch

Einband

Taschenbuch

Beschreibung

Rezension

" Ein fliehendes Pferd zuzuklappen war gleichbedeutend mit dem Eindruck, eine mächtige Glocke läuten gehört oder in gleißendes Licht geschaut zu haben. Die Welt war mit einem Schlag anders geworden; sie hatte Sinn bekommen."
Eva Menasse, Literatur Spiegel Juni/Juli 2016

Details

ISBN

978-3-518-18835-4

Auflage

8

Erscheinungsdatum

18.08.2002

Unterrichtsfächer

Deutsch

Einband

Taschenbuch

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

17,9/11,4/1,2 cm

Gewicht

124 g

Sprache

Deutsch

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Super

Bewertung am 11.03.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein ruhiges Urlaubsdomizil am Bodensee. Seit Jahren schon pflegt Oberstudienrat Helmut Halm zusammen mit seiner Frau Sabine hier seinen Urlaub zu verbringen. Es sind diese vier Wochen im Sommer, die es Halm einmal im Jahr erlauben, dem alltäglichen Trott zu entfliehen und mal ganz er selbst zu sein. Und dann steht da plötzlich dieser Klaus Buch vor ihm, dieser ehemalige Schul- und Studienfreund, der so anders ist als Helmut, jung, aktiv, lebensfroh, der von dessen angestammten Urlaubsort so spricht: "Das ist schon ein Scheißsee. (...) Das sei vielleicht was für Opas, in deren Wipfeln Ruh ist. Jetzt schau dich doch einmal um, diese Gegend, eingeschlafen für immer. Ich schwör' dir. Hier geht nichts mehr. Wir sind im Totenreich. Farbloses farblos im Farblosen." Nicht segeln, nicht schwimmen oder Rad fahren - alles was er sich für diesen Urlaub vorgenommen hat, ist die fünfbändigen Tagebücher des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard zu lesen. Auch wenn er letztlich über ein paar Seiten nicht hinauskommt, allein diese Vorstellung von Urlaubsbetätigung sagt viel über Helmut Halm aus, den Lehrer, der nichts mehr vom Leben erwartet. Der, obwohl erst Ende Vierzig, bereits in einem lebensträgen Phlegma gefangen ist. Der in seiner Isolation vor dem Leben in stiller Angst vor jeder Geselligkeit, vor menschlicher Nähe, vor sozialen Kontakten lebt. Der in seiner kühlen, abweisenden Natur den einzigen Weg gefunden hat, von Mitmenschen nicht erkannt und durchschaut zu werden. Ohne nahestehende Freunde oder Bekannten, die ihn, seine Lebensweise und Spleens kennen, muss er nicht fürchten, seelisch entblößt zu werden, muss er nicht fürchten, seine Gefühle preiszugeben, die alleinige Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Ein Leben ohne Emotionen - ohne sichtbare Emotionen. Helmut Halm - ein Misanthrop, dem plötzlich aufgezeigt wird, dass seine selbstgewählte Lebensabstinenz keineswegs alternativlos ist, dass doch auch er auf eine leutselige Jugend zurückblicken kann, damals, als er noch der "Ha-Ha" genannt wurde, der Ha-Ha, der jeden Unfug mitmachte. Klaus Buch steht vor ihm.

Super

Bewertung am 11.03.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein ruhiges Urlaubsdomizil am Bodensee. Seit Jahren schon pflegt Oberstudienrat Helmut Halm zusammen mit seiner Frau Sabine hier seinen Urlaub zu verbringen. Es sind diese vier Wochen im Sommer, die es Halm einmal im Jahr erlauben, dem alltäglichen Trott zu entfliehen und mal ganz er selbst zu sein. Und dann steht da plötzlich dieser Klaus Buch vor ihm, dieser ehemalige Schul- und Studienfreund, der so anders ist als Helmut, jung, aktiv, lebensfroh, der von dessen angestammten Urlaubsort so spricht: "Das ist schon ein Scheißsee. (...) Das sei vielleicht was für Opas, in deren Wipfeln Ruh ist. Jetzt schau dich doch einmal um, diese Gegend, eingeschlafen für immer. Ich schwör' dir. Hier geht nichts mehr. Wir sind im Totenreich. Farbloses farblos im Farblosen." Nicht segeln, nicht schwimmen oder Rad fahren - alles was er sich für diesen Urlaub vorgenommen hat, ist die fünfbändigen Tagebücher des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard zu lesen. Auch wenn er letztlich über ein paar Seiten nicht hinauskommt, allein diese Vorstellung von Urlaubsbetätigung sagt viel über Helmut Halm aus, den Lehrer, der nichts mehr vom Leben erwartet. Der, obwohl erst Ende Vierzig, bereits in einem lebensträgen Phlegma gefangen ist. Der in seiner Isolation vor dem Leben in stiller Angst vor jeder Geselligkeit, vor menschlicher Nähe, vor sozialen Kontakten lebt. Der in seiner kühlen, abweisenden Natur den einzigen Weg gefunden hat, von Mitmenschen nicht erkannt und durchschaut zu werden. Ohne nahestehende Freunde oder Bekannten, die ihn, seine Lebensweise und Spleens kennen, muss er nicht fürchten, seelisch entblößt zu werden, muss er nicht fürchten, seine Gefühle preiszugeben, die alleinige Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Ein Leben ohne Emotionen - ohne sichtbare Emotionen. Helmut Halm - ein Misanthrop, dem plötzlich aufgezeigt wird, dass seine selbstgewählte Lebensabstinenz keineswegs alternativlos ist, dass doch auch er auf eine leutselige Jugend zurückblicken kann, damals, als er noch der "Ha-Ha" genannt wurde, der Ha-Ha, der jeden Unfug mitmachte. Klaus Buch steht vor ihm.

Zufällig

Polar aus Aachen am 11.03.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Novelle, den Begriff kennt man doch aus der Schulzeit und schon da wußte nicht jeder gleich eine Antwort darauf, was eine Novelle ausmacht. Martin Walsers Geschichte von Helmut und Sabine Halm, Klaus Buch und seiner Frau Helene hat das Verfallsdatum überschritten, in dem deutsche Literatur spätestens zehn Jahre nach dem Erscheinen versinkt. Es werden immer noch Filme danach gedreht, Walser selbst hat die Geschichte in ein Stück verwandelt. Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein in der Präsentation nach außen. Wie viel Neid kommt da bei Halm in Bezug auf Buchs Leben auf? Er selber hegt eher ein Faible für die Vernichtung. Dies vor Augen geführt zu bekommen, kann einen schon aus der Bahn werfen. Es bedarf eines Unwetters bei einer Segelpartie, um auch Klaus Buchs Existenz in Frage zu stellen. Was bleibt vom Leben, wenn der eine davor flieht und der andere es ausbeutet? Eine wunderschöne Erzählung, die der klassischen Forderung nach dem einen Ereignis im Mittelpunkt nachkommt, und auch nach all den Jahren sehr Deutsch anheimelt, jedoch nicht verblaßt.

Zufällig

Polar aus Aachen am 11.03.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Novelle, den Begriff kennt man doch aus der Schulzeit und schon da wußte nicht jeder gleich eine Antwort darauf, was eine Novelle ausmacht. Martin Walsers Geschichte von Helmut und Sabine Halm, Klaus Buch und seiner Frau Helene hat das Verfallsdatum überschritten, in dem deutsche Literatur spätestens zehn Jahre nach dem Erscheinen versinkt. Es werden immer noch Filme danach gedreht, Walser selbst hat die Geschichte in ein Stück verwandelt. Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein in der Präsentation nach außen. Wie viel Neid kommt da bei Halm in Bezug auf Buchs Leben auf? Er selber hegt eher ein Faible für die Vernichtung. Dies vor Augen geführt zu bekommen, kann einen schon aus der Bahn werfen. Es bedarf eines Unwetters bei einer Segelpartie, um auch Klaus Buchs Existenz in Frage zu stellen. Was bleibt vom Leben, wenn der eine davor flieht und der andere es ausbeutet? Eine wunderschöne Erzählung, die der klassischen Forderung nach dem einen Ereignis im Mittelpunkt nachkommt, und auch nach all den Jahren sehr Deutsch anheimelt, jedoch nicht verblaßt.

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