Wie war das? Man soll die Kuh melken, so lange sie warm ist? Wie auch immer, jedenfalls sollte man "Incesticide" im ersten Moment auf jeden Fall kritisch beäugen. Diese Sammlung von B-Seiten, und vorher nicht veröffentlichten Tracks schoben die Studious DGC und Subpop, in trauter Gemeinsamkeit, schnell nach, als die Luft nach "Nevermind", und vor "In Utero" dünn wurde. Man wollte die entsprechende Nachfrage nach neuem Nirvana Stoff nun mal befriedigen. Was diese CD bietet ist eine Menge raue Musik, Pop àla "Nevermind" gibt es hier kaum, "Incesticide" geht streckenweise erschreckend ehrlich zur Sache, was unter Umständen auch sehr anstrengend sein kann. "Dive" bietet zwar einen guten Einstieg, und das fantastische "Sliver" ist über jeden Zweifel erhaben, aber für Nummern wie "Beeswax" oder "Hairspray Queen" muss man schon in entsprechend destruktiver Stimmung sein. Dagegen heben sich aber Songs wie "Been A Son", oder natürlich "Aneurysm" angenehm ab, und gehen auch sofort ins Ohr. Witzig auch die diversen Coversongs wie das fröhliche "Molly's Lips", oder "Turn Around", die soundtechnisch gar nicht zum Seattler Grunge der Band passen wollen, sich aber so gut machen, als wären sie selbst verfasst. Besonders hervor gehoben sei noch "(New Wave) Polly", eine verzerrte und wesentlich schnellere Version des "Nevermind" Lieds, das mich grinsend zurück ließ. "Incesticide" ist in meinen Augen vor allem ein Lückernfüller, um das Interesse der Fans an der Band hoch zu halten, bis das nächste reguläre Studioalbum erschien.
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