Einst waren Bullet for my Valentine eine der großen Hoffnungen für Metal Hörer der Neuzeit. Das Debüt "The Poison" war ein fies giftiges (höhö) Stück harter Musik, das genau die richtige Ballance zwischen Härte und Melodie fand. Auch Album Nummer 2 "Scream, Aim, Fire" bot einiges und ging noch einen Tick härter zur Sache. Nun folgt mit "Fever" die dritte und eindeutig schwächste Veröffentlichung der Waliser. Hatte man sich vor einigen Jahren noch abschätzig über andere Bands, allen voran z.B. die Lostprophets, ausgelassen, so nimmt man aber nun selbst diesen Kurs und schippert samt lyrischen Grenzergüssen auf dem Mainstream dahin. Dabei fängt mit "Your Betrayal" alles recht vielversprechend an, trotz nervigem "uh-uh" Teil. Der Titeltrack legt sogar noch mal nach und wird zum ersten, und seltenen, Highlight der Platte. Rotzige Gitarren und fette Drumarbeit dominieren das Klangbild. Matt Tuck hatte vor der Veröffentlichung verlauten lassen er habe kräftig am Gesang gearbeitet und das ist auch zu hören, ob einem dies gefällt oder nicht bleibt jedem selbst überlassen, ich finde die Steigerung durchaus bemerkenswert. Dafür machen sich die Derben Shouts von Basser Jay sehr rar. "The Last Fight" ist nun die erste Single und klingt auch wie eine solche. Zwar brettert das Ding teilweise gut, aber der Popanteil ist doch vergleichweise extrem hoch. Trotzdem eine gute Nummer. "A Place Where You Belong" soll dann wohl das "Tears Don't Fall" von "Fever" werden, aber dieses Experiment verläuft im Sand. Zu fade der Aufbau, Höhepunkte sucht man hier vergeblich. Es ist nicht zu viel verraten, wenn man sagt, dass der Zenit des Albums bereits bei Titel 2 erreicht war. "Pleasure and Pain" schlägt zwar in den Strophen in die selbe Kerbe wie "Fever", aber der Refrain ist so zuckersüß peinlich, das er beinahe unhörbar wird, trotz netter Gesangsharmonien. Bei "Alone" packen die Waliser die Synthies aus, die schon beim Bonustracks des Vorgängers "There's No Easy Way out" zu hören waren. Der Track stellt im direkten Vergleich zum vorhergehenden zwar eine Steigerung dar, dennoch ist das nicht das, was man von Bullet for my Valentine hören will. "Breaking Out, Breaking Down" sowie "Bittersweet Memories" tun dann richtig weh. Beides prädeszinierte Skiptitel. Bei "Dignity" fällt dann auf, dass die Jungs immer wieder ein gleiches Songaufbauschema strapazieren. Von Drumwirbeln begleitetes Gitarrengefrickel eröffnet den Song, wechselt dann in ein, relativ, heftiges Riff um dann in der Strophe zu enden. Dann Refrain draufgepappt, hier und da ein paar Soli und fertig. Die Soli sind auch das einzige bemerkenswerte an der Nummer. "Begging for Mercy" kann mit Harmonien Sympathiepunkte einfahren, die "Pretty on the Outside" dann wieder in großem Stil verspielt. Da wird verzweifelt versucht trashige Härte mit poppiger Melodie zu verwursten, heraus kommt aber weder Fisch noch Fleisch. "Fever" stellt wohl das dar, was "A Sense of Purpose" für In Flames war, die Bestätigung von Murphy's Law. Jemand möge den Jungs in die arroganten Ärsche treten, auf das sie wieder richtige Musik machen werden.
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