Die musikalischen Queen of England besingt ihr Land
In ihrem neuen Album Let England Shake nimmt sich PJ Harvey der Geschichte ihres Landes an und verarbeitet sie textlich und musikalisch. Wer jetzt herben Patriotismus oder gefühlsduselige Nostalgie erwartet, liegt falsch. Wenn PJ Harvey sich eines Themas annimmt, dann doch auf sehr viel komplexere und vielschichtigere Weise: I live and die through England./ It leaves a taste, a bitter one. / / Undaunted, never-failing love for you, / England / is all, to which I cling.
Auf diesem Album verdichtet sie Text und Klänge zu einem sphärischen Bild, das sich wie hinter Milchglas schemenhaft und doch erkennbar zu entfalten scheint. Sie wählt Worte, die zornig und direkt anprangern und doch eine tiefe Verbundenheit äußern. Deckt und federt sie ab mit sphärisch träumerischen, beinah zärtlichen Klängen. Und über allem schwebt ihre unglaublich zerbrechlich zarte Stimme, die alles zusammenhält. Ein ambivalentes Album über ein Land, das Aufstieg und Niedergang gesehen hat, von einer Musikerin, die zeitlos schöne Musik schafft.
Unbedingt reinhören Sie werden sich dieser zerrissenen Schönheit nicht entziehen können.
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