"Is this the way to Northeim?" wird der 72-jährige, berühmte britische Tenor Tony Christie gefragt haben, als er in 2014 auf Einladung der Gruppe Ranagri (wo sein Sohn als Schlagzeuger dient) in die niedersächsische Kleinstadt gereist ist, um im dortigen Tonstudio von Soundspezialist Günter Pauler die Idee des "Great Irish Song Book" zu realisieren.
Das Ergebnis liegt nun vor und kann sich hören und sehen lassen:
Hören, weil es eben genau dort produziert wurde und die Brillanz der Aufnahme an sich wieder einmal atemberaubend gut ist. Außerdem wurde eine wunderbare Auswahl an traditionellen, irischen Folksongs getroffen, die perfekt in Szene gesetzt und stimmungsvoll instrumentiert wurden.
Sehen lassen kann sich das Album, bzw. das 30-seitige Booklet, welches schön bebildert, umfangreiche Informationen zum Projekt und die Texte zu den 12 Liedern liefert.
Tony Christie, den ich bis dato immer eher der musikalisch leichten Unterhaltung ("Amarillo") zugeordnet hatte, beweist hier auf Vortrefflichste das er große Qualitäten als Sänger hat und verleiht den Songs eine ganz spezielle Note. Besonders herausragend finde ich den Gesang und das Arrangement bei Klassikern wie "Star of the county down", oder "Wild mountain thyme". "She moved through the fair" ist eine Stockfisch typische Gänsehautnummer, die durch ihr basslastiges Arrangement ganz tief berührt und ordentlich wummert.
Die vierköpfige Band Ranagri, um den Sänger, Gitarristen und Songwriter Donal Rogers veröffentlichten bereits mit "Fort of the hare" ein Debütalbum bei Stockfisch Records. Sie haben sich aber schon einige Jahre zuvor bereits durch Gast- und Supportauftritte, u.a. bei Peter Gabriel, Stevie Wonder und den Chieftains einen Namen gemacht und sich in der Folk-Szene etabliert.
"The Great Irish Song Book" ist ein gelungenes Album, welches bestimmt nicht nur bei Fans von Tony Christie, oder von irischer Folkmusik, Anerkennung und Bewunderung erhalten wird.
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