John Katzenbachs Debüt, mit dem er seinen Ruhm als Thriller-Autor begründete Malcolm Anderson ist Polizeireporter in Miami, abgebrüht, mit allen Wassern gewaschen. Zunächst ist die ermordete junge Frau nur eine weitere gute Story. Doch alles wird anders, als der Mörder ihn anruft: Der Killer mag Andersons Storys, stellt weitere Morde in Aussicht und will ihm exklusiv Auskunft geben. Und er macht seine Ankündigung wahr. In den folgenden Wochen gibt es weitere Opfer, und jedes Mal bekommt Anderson einen Anruf. Er lässt sich auf das Spiel ein, macht durch seine Reportagen Schlagzeilen, erlangt Ruhm - und bemerkt nicht, dass er genau deshalb das nächste Opfer des Killers werden könnte ... "John Katzenbach ist ein Autor, der zugleich tough und subtil schreibt." New York Times
Kundinnen und Kunden meinen
3.2/5.0
Bewertung
aus Nürnberg
4/5
15.05.2020
Buch (Taschenbuch)
Der Reporter
Erst spät hatte ich gesehen, dass dieser Roman bereits 1983 geschrieben wurde - ohne das zu wissen, wirken viele Handlungen des Reporters und der Polizei kaum nachvollziehbar. Das Buch ist spannend und kurzweilig geschrieben. Bis zum Schluss bleibt das auch erhalten, weil man nicht weiß, wie es ausgeht. Empfehlenswert!
Svea
3/5
26.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Enttäuscht
Nach einigen guten Thrillern von Katzenbach hat mich dieses leider enttäuscht. Das es schon vor 4 Jahrzehnten geschrieben wurde, störte mich eigentlich nicht. Die Arbeit der Polizei und des Reporters waren dennoch gewöhnungsbedürftig. Die Spannung ließ leider schnell nach und die Handlung war letzten Endes doch sehr flach.
Bewertung
aus Mülheim
3/5
28.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Ganz in Ordnung
Malcolm Anderson ist Polizeireporter. Besonders mitgenommen ist er von den brutalen Taten, über die er berichtet nicht, im Gegenteil. Er setzt alles daran, auch die kleinsten grauenhaften Details zu Sprache zu bringen; wie auch in einem aktuellen Mordfall einer jungen Frau. Doch dann kommt alles anders, denn Anderson erhält einen Anruf vom Killer, der im exklusiv Auskünfte über die nächste Morde bietet. Anderson lässt sich auf den Deal ein, ohne zu ahnen, in welche Gefahr er sich damit bringt.
So spannend das Buch eigentlich klingt, so trocken war es dann eigentlich doch. Irgendwie wurde alles ziemlich flach und oberflächlich gehalten; im Buch gab es endlos lange Monologe, die sich irgendwann auch einfach nur noch gezogen haben.
Anderson sollte wohl als jemand dargestellt werden, der für seinen Job brennt und Feuer und Flamme ist, wenn es darum geht, ihn auszuüben. Finde aber, dass er statt leidenschaftlich eher besessen und stur gewirkt hat. Sympathisch war was anderes, stattdessen war er aus meiner Sicht eher egoistisch. Er nimmt auf die Menschen in seinem Umfeld überhaupt keine Rücksicht, angefangen von den betroffenen der Familien bis hin zu Leuten aus seinem eigenen Umfeld. Alles woran er denken kann sind seine Storys. Klar, er lebt davon, aber er hat sich so verhalten als würde das ihm das Recht geben, alles zu tun was er will.
Das Buch hatte auch seine spannenden Aspekte. Natürlich wollte man wissen, wer der Mörder ist und warum er das tut was er tut. Auch die Telefonate waren nicht immer langweilig - auch wenn diese ellenlangen Erzählungen ziemlich anstrengend waren. Die Aufklärung zum Ende hin fand ich... schlüssig bzw. verständlich. Es ist ein eher offenes Ende geworden, das vermutlich die Spannung nochmal aufrecht halten soll.
Insgesamt kann ich daher nur sagen, dass das Buch ganz in Ordnung war aber nicht fesselnd. Eher ein schwacher Krimi als ein Thriller. Kann man lesen, muss man aber nicht.
Krimisofa[dot]com
3/5
10.04.2018
Buch (Taschenbuch)
Gute Idee - langatmige Monologe
Einzelbewertung:
Plot: 3/5
Atmosphäre: 4/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 3/5
Showdown: 2/5
John Katzenbach ist schon lange im Geschäft. Bevor er komplett auf die Schriftstellerei umsattelte, war er Gerichtsreporter in Miami. Sein Vater war unter Lyndon B. Johnson ein Jahr lange US-Justizminister und seine Mutter Psychoanalytikerin. Für das Buch sind diese Eckdaten durchaus relevant. Katzenbach findet bei mir eher einen Platz in der zweiten Reihe der Lieblingsautoren – ich habe einige seiner Bücher gelesen, aber nicht alle haben mich überzeugt. So auch die Neuauflage von „Der Reporter“, das eigentlich Katzenbachs Debüt ist, aber auf Deutsch erst nach „Das Auge“ („The Traveler“) 1988 unter dem Titel „Das mörderische Paradies“ erschien.
Wir schlüpfen im Buch in die Rolle von Malcolm Anderson, einem Mitzwanziger, der beim hiesigen „Journal“ als Reporter arbeitet. Der Fall des sogenannten „Nummermörder“ sollte sein bis dato größter Coup werden, denn er steht in regelmäßigen Kontakt mit dem Mörder, der Andersons journalistische Arbeit schätzt und ihn deshalb auserkoren hat. Ab Seite siebzig beginnt das Buch eigentlich erst so richtig, denn da ruft der Mörder zum ersten Mal an und reißt die Geschichte an sich. Er ernennt Anderson zu seinem Pressesprecher – doch Anderson ist wesentlich mehr für den Mörder; er ist Sprachrohr, Therapeut und Komplize für ihn. Der Mörder will die Aufmerksamkeit, er genießt sie geradezu. Und Anderson freut sich, dass er der Auserwählte ist, bei jedem Anruf hofft er, dass es der Mörder ist, er entwickelt nahezu einen pawlowschen Reflex, wenn das Telefon läutet.
Katzenbach zeigt uns in diesem Buch die Welt des Journalismus in den 1970er Jahre. Wie hart umkämpft der Markt war, wie empathielos teilweise agiert wurde, um ja die beste Story, die größte Schlagzeile zu bekommen. Und wenn ich 1970er Jahre schriebe, meinte ich die 1980er, die 1990er, die 2000er – die Gegenwart. Denn die journalistische Welt sieht heute nicht viel anders, was das Buch in diesem Bereich zeitlos macht.
Weniger zeitlos sind die zahllosen Ergüsse über den Vietnamkrieg, denn davon finden sich massenhaft im „Reporter“, und hier wurde, gepaart mit ewig-, ja teilweise seitenlangen Monologen, es dann irgendwann auch langatmig und mühsam. Aber hier erkennt man vermutlich auch Katzenbachs Handschrift als Gerichtsreporter, denn der ohnehin introvertiert und kaum fassbare Charakter des Malcolm Anderson lässt bei der Recherche die Leute einfach reden und nimmt alles hin, ohne irgendetwas zu hinterfragen. Anderson zeigt bis auf eine Situation auch null Emotionen – wenn ich den schlechtesten Aspekt in dem Buch benennen müsste, wäre es ganz klar der Charakter Malcolm Anderson; so kalt wie dieser kann kein normaler Mensch sein. Vielleicht war diese Charakterzeichnung aber auch genau so von Katzenbach gewollt.
Aber man muss das immer dahingehend betrachten, dass „Der Reporter“ Katzenbachs Debüt war, und die Idee ist einfach grandios. Man kann auch ganz genau erahnen, wie er bei seinen Eltern in psychoanalytischen und juristischen Dingen recherchiert hat, und das finde ich eigentlich wunderschön. Und es ist ja nicht so, dass sich Katzenbach nicht weiterentwickelt hätte. „Der Patient“ ist genau so ein grandioses Buch wie „Das Tribunal“ oder zahlreiche andere seiner Bücher.
Tl;dr: „Der Reporter“ von John Katzenbach hat eine grandiose Idee, die in großen Teilen auch sehr gut umgesetzt ist. Nach siebzig Seiten reißt der Mörder die Story an sich und führt uns durch eine atemberaubende Geschichte, die allerdings auch ihre Schwächen hat – unter anderem seitenlange Monologe und der Protagonist ist völlig farblos. Dennoch war „Der Reporter" ein solides Debüt vom mittlerweiligen Bestsellerautor John Katzenbach.
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