Er gibt sich Mühe, ein Ekel zu sein – und doch schließt man ihn schon nach den ersten Minuten ins Herz. Cesare ist 77 und zieht Bilanz. Von seinen einst hochfliegenden Träumen ist wenig aufgegangen. Seine Methode, mit den Enttäuschungen des Lebens umzugehen: Ironie und Sarkasmus. Das kommt bei seinen Mitmenschen nicht immer gut an. Bis Emma in die Nachbarwohnung zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Mann. Das sieht Cesare an Emmas traurigen Augen. Und plötzlich mischt sich Cesare ein. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine junge Nachbarin. Für die Liebe. Für das Glück, am Leben zu sein.Peter Weis, Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher, trifft den ebenso komischen wie feinsinnigen Ton der Geschichte auf wunderbare Weise.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Ingeborg Geib
aus Kaiserslautern
5/5
14.01.2021
eBook (ePUB)
Ein geniales Buch ,das man lesen muss
Cesare Annunziata ist 77 und Witwer und eigentlich ein nörgelnder alter Kauz ,aber doch mit dem Herz am rechten Fleck,wenn denn grad in seine Gemütslage passt.Aber man kann sich seinem Charm und manchmal rabenschwarzen Humor nicht entziehen
Sein Leben verlief ohne große Höhen und Tiefen ,seinen Beruf hat er nicht gerne gemacht ,seine Frau nunja die große Liebe war es auch nicht grad,mit seinen Kindern versteht er sich auch nicht unbedingt gut und über seine Freunde da lästert er von Herzen gerne ..Mit seiner spitzen Zunge und ironischen Sprüchen macht er sich nicht gerade überall Freunde,doch als in der Nachbarwohnung die junge Emma einzieht ,da kommt Farbe und Freude in sein Leben .
Cessare ist ein totaler Egoist und doch macht er sich um Emma und seine beiden alten Freunde Sorgen und ist sogar bereit sein Leben für Emmas Wohl aufs Spiel zu setzen ,auch wenn er weiss ,das in seinem Alter das Leben nicht mehr viele Möglichkeiten bietet .
Doch während er und sein Freund noch zaudern ,ob sie nun was unternehmen sollen und wenn ja was nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Cessares bissiger ,schwarzer Humor und das leider doch recht traurige Ende haben mir sehr viele schöne Lesestunden geschenkt, mich auch ein bischen nachdenklich gemacht und auch von Herzen schmunzeln lassen.Denn Cessare ist ein Unikum ,das man heut zu Tage nur noch selten trifft und das man oft nicht richtig zu würdigen weiss
Dr_ M
aus Sachsen
5/5
09.08.2018
Buch (Taschenbuch)
Die Versuchung, glücklich zu sein
So lautet wohl der Originaltitel dieses ungewöhnlichen Romans. Sein deutscher Titel lässt vermuten, dass Cesare Annunziata mit seinen 77 Jahren irgendeine tiefschürfende Erkenntnis gewonnen hat und nun sein Leben entsprechend umkrempeln würde. Aber so ist es nicht. Vielmehr bringt es das Alter mit sich, dass man zurückblickt und sich von vielen Verstrickungen befreien kann, in die man unerfahren und meistens langsam und ahnungslos geraten ist. Nun endlich gönnt sich Cesare auch mal "die Extravaganz, auf seine Instinkte zu hören". Und dabei ändert sich dann vielleicht doch so einiges.
Cesare wohnt alleine. Seine Frau, die er schon lange nicht mehr liebte, verstarb vor einigen Jahren. Seine Kontakte beschränken sich auf seinen schwulen Sohn, seine unglücklich verheiratete Tochter, deren Sohn und zwei schrullige Nachbarn in seinem Alter. Und natürlich auf Rossana, zu der schon eine Ewigkeit geht und blaue Pillen schluckt, um sie bezahlt lieben zu dürfen. Während Cesare über seine Tage erzählt, lässt er seine Zuhörer auch an Gedanken teilhaben, die ihm oft kommen, wenn er ganz nebenbei immer wieder an sein vergangenes Leben zurückdenkt. Genau dabei überrascht er. Denn abgesehen von seiner sympathischen Selbstironie und seiner oft ins Sarkastische gehenden Beschreibung des Alltags fesselt vor allem seine unbedingte Ehrlichkeit. Wozu in seinem Alter noch etwas verklären oder sich etwas vormachen? An dieser Stelle fasst er den Leser unausweichlich. Denn das, was er da erzählt, kennen mit Sicherheit auch viel jüngere Menschen. Dass einem anderen Menschen etwas passiert ist, was man vieleicht gerade selbst erlebt, hat etwas von einer Offenbarung, weil man nun auch den Ausgang der Geschichte kennenlernt.
"Wenn du Fehler säst, kannst du keine großartige Ernte erwarten", liest man. Oder: "Du lebst dein Leben in dem Glauben, dass eines Tages das geschieht, worauf du hoffst, um dann festzustellen, dass die Realität viel weniger romantisch ist, als du dachtest. Es stimmt, manchmal klopfen die Träume an deine Tür, aber nur wenn du dir die Mühe gemacht hast, sie einzuladen. Sonst kannst du sicher sein, dass du den Abend alleine verbringst."
Cesare bezieht das auf sich, weil er es nicht vermochte, die Frauen seiner Träume in sein Leben zu führen und stattdessen in einer wenig leidenschaftlichen Beziehung verharrte. Indem er seine Zuhörer an seinen Gedanken teilhaben lässt, stellen sich ganz von alleine und völlig unaufdringlich ganz ähnliche Fragen an sie selbst ein. Der Mensch neigt zu Vergleichen. Und wenn einer so ehrlich sein Leben erzählt, dann kann man dieser Neigung nur noch schwer ausweichen.
Es verwundert nicht, dass dieser Roman in Italien Begeisterung hervorrief. Seinem im Verhältnis zu Cesare sehr jungen Autor kann man nur Bewunderung für diesen Erstling zollen. Cesare könnte sein Vater sein. Um so erstaunlicher ist es, dass Marone sich völlig glaubhaft in den Kopf und den Alltag eines um die Lebenserfahrung einer ganzen Generation reicheren Mannes hineindenken konnte. Er schrieb ein wunderbares Buch, das natürlich auch eine Handlung besitzt, die dem Ganzen eine nachhaltige Wirkung verleiht. Denn sie enthält auch einen tragischen Gegenentwurf zu Cesares Leben, mit dem er sich plötzlich durch eine neue Nachbarin konfrontiert sieht. Nicht umsonst ist dieses Buch den "zerbrechlichen Seelen gewidmet, welche lieben, ohne sich selbst zu lieben".
Monika Schulte
aus Hagen
5/5
05.11.2016
Buch (Taschenbuch)
Allerfeinster Lesegenuss!
Cesare Annunziata ist 77 Jahre alt, als er beschließt, das Leben endlich in vollen Zügen genießen zu wollen. Er ist Witwer und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Die Tochter ist unglücklich verheiratet, der Sohn ein Künstler, der einen Mann liebt. In der Familie wird nicht darüber geredet; dabei weiß Cesare es längst. Das Verhältnis zu den Kindern ist angespannt. Dann eines Tages zieht die junge Emma mit ihren Mann ins selbe Haus. Irgendetwas stimmt mit Emma nicht. Ganz ungewöhnlich für Cesare er kann es selbst kaum glauben berührt in die junge Frau und ihr Schicksal. Cesare fängt an sich zu kümmern. Der Beginn seines neuen, anderen Lebens.
Der erste Tag vom Rest meines Lebens - ein Roman, aus der Sicht eines alten Mannes geschrieben einfach wunderbar! Ich habe jede Zeile genossen. Der alte Nörgler, der Miesepeter, launisch, sarkastisch zu Beginn, macht eine Erfahrung und wird zum Kümmerer. Eine Geschichte, die mich begeistert hat. Cesare, ich habe mir den alten Mann bildlich vorstellen können. Es war, als wäre er mein Nachbar, der immer wieder von seiner Tochter kritisiert wird, weil er heimlich eine Zigarette raucht oder ein Glas Wein trinkt, was ihm eigentlich nicht erlaubt ist. Cesare pfeift drauf. Er sagt sich, er hat sein Leben gehabt. Die letzten Tage will er in vollen Zügen genießen. Und dann ist da Emma, die junge und unglückliche Nachbarin, die sich nicht helfen lassen will.
Wunderschön zu lesen und mitzuerleben, wie aus dem alten kauzigen Mann ein Jemand wird, den man gerne zum Opa haben würde. Ein großartiges Buch, das aber auch zum Nachdenken anregt, zum Hinschauen.
Der erste Tag vom Rest meines Lebens - Lesegenuss vom Feinsten!
Rezensionen-Wichmann
aus Speckgürtel Berlins
4/5
24.10.2016
Buch (Taschenbuch)
Er hasst es, alt zu sein! Er nörgelt herum! Er schreibt mit purer Ehrlichkeit! Halten sie es aus?
Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
Cover
Der erste Tag und Rest meines Lebens sind jeweils starke Statements und entsprechend durch das kleine Wörtchen Roman voneinander getrennt. Der Hut fliegt verspielt ausgerechnet in das Wort Lebens. Wenn das kein gekonnt umgesetztes Cover ist!
Inhalt und Aufteilung des Buches
Ein alter Mann erzählt aus seinem Leben. Er beginnt nicht vorn, sondern damit, dass er das Geheimnis seines Sohnes durchaus kennt. Heimlich.
Auch seine Kinder kennen nicht seine Geheimnisse und der Leser lernt sich nacheinander kennen, soll mitfühlen, miterleben, wie es zu der Geheimniskrämerei kam, wie ein jeder der Betroffenen mit der Situation und dem alten Kauz umgeht, der von seinen Ecken und Kanten durchaus weiß und sie liebt und pflegt.
Tatsächlich fehlt ein Spannungsbogen, denn die Biographie plätschert so durch die Zeit eines gelebten Lebens, erzählt von verpassten Chancen und einer verpatzen großen Liebe. Wie das Leben halt so spielt, könnte man meinen, wobei es auch um ein Geheimnis geht, dass ein Sterbebett überdauerte.
Insgesamt wird vom Erleben ruhig und etwas zu entspannt berichtet. Wie ein breiter Fluß, der das Reißende verlor und sich anschickt, sich in die breite Meeresöffnung zu ergießen. Mit einem Hauch von Witz und Lebensfreude vermag es der Autor das Zittern der Hand zu beschreiben, dass einen Lebenserfahrenden befällt, nicht weil er alt geworden ist, sondern weil er ausspricht, was ihn berührt.
Zielgruppe
Jugendliche werden sich durchkämpfen, Ältere sich teils selbst erkennen und Alte es lieben.
Stil
In der Ich-Form geschrieben lebt das Buch von manchem Zeitsprung, manch einer Erinnerung und manchen Offenbarungen des Protagonisten, wobei der Autor durchgängig eine authentische Sprache mit leichtem Zugang zum Text verwendet und erfrischende Dialoge einstreut, aus denen sich die Figuren formen.
Autor
Der Anwalt Lorenzo Marone widmete sich seiner Leidenschaft, dem Schreiben. Dies ist sein erster Roman.
Fazit
Die Geschichte plätschert so dahin wie das Leben.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
09.11.2015
eBook (ePUB)
Italienisches, "graues Herz" fängt neu an zu schlagen
Was, wenn man 72 Jahre und einhundertelf Tage seines Lebens verplempert hat und einem das bewusst wird? Richtig einfach anfangen, dass Leben zu genießen und zwar in vollen Zügen und dies macht nun Cesare und zwar gründlich.
Weißt du was die größte Extravaganz ist? Seinen Instinkten zu folgen. Aufzuhören, sich nutzlose Denkverbote aufzuzwingen.
Ein Buch das voller Lebensfreude, Selbstanklage, Vergangenheit, Zukunft, Altersweisheit, Selbstironie und einer Kelle Sarkasmus vom Autor serviert wird Wetten, es schmeckt auch Ihnen?
Vergnügliche Lesezeit wünsche ich Ihnen mit diesem Buch
Ihre Heike Fischer
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.