"Herr Schreiber ist Schriftsteller, ein überzeugt erfolgloser zumal. Für alle Fälle hat er seine Ablehnungsschreiben in Kalbsleder binden lassen. ,Das macht einen besseren Eindruck – für die Nachwelt', meint er. Dann blitzt ihm unverhofft die Idee zum ganz großen Roman auf - und sein literarischer Hürdenlauf kommt so richtig in Fahrt. " (Klappentext) "Lustiges Selbstgespräch einer traurigen Gestalt." (Berliner Zeitung) "Ein Angriff auf die Zwerchfelle." (Berliner Kurier) "Wortgewaltig, urkomisch und ausdrucksstark…" (Berliner Morgenpost)
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Herr Schreiber urkomisch und tragisch zu gleich auch gehört ein großer Genuss
Bewertung aus Fürth am 03.07.2017
Bewertungsnummer: 1031051
Bewertet: Hörbuch-Download
Zum Inhalt:
Herr Schreiber lässt seinen Gedanken freien Lauf. Die Zuhörer können diesen Gedankengängen zuhören und einen Teil des Lebens von Herrn Schreiber, dem verkannten Genie miterleben.
Zum Hörbuch:
Ein kleines aber feines Hörbuch, das immer wieder mit passenden Geräuschen hinterlegt ist. So hat man wirklich den Eindruck mit Herrn Schreiber durch den Tag zu gehen. Der Sprecher passt sehr gut zu der schönen Geschichte des Herrn Schreiber, der betrunken sinniert und den Hörer an seinen Gedankengängen und seinem Leben teilhaben lässt.
Seine spitze Zunge könnte er zwar durchaus auch einmal auf sich selbst anwenden, aber nichts desto trotz ist es sehr angenehm seinen Gedankengängen zu folgen.
Fazit:
Ein schöner Hörgenuss für zwischendurch. Und auch für hinterher, wenn man darüber nachdenkt.
Hier gefällt mir persönlich Selberlesen eindeutig besser
Elke Seifried aus Gundelfingen am 02.07.2017
Bewertungsnummer: 1030916
Bewertet: Hörbuch-Download
Bernd Mannhard gehört längst zu meinen Lieblingsautoren, weil ich seine Art von Humor liebe und ich bisher immer großartig unterhalten wurde. Das Duo aus Autor und Sprecher Matthias Ernst Holzmann hat mich schon bei Der Nylonstrumpfmaschinenenführer, Eine italienische Bekanntschaft und Mordsalibi überzeugt und deshalb war ich auch auf dieses Hörbuch sehr gespannt.
Der satirische Monolog Herrn Schreibers beginnt mit Überlegungen bezüglich der Abstammung des Menschen. Zu Studienzwecken besucht der Poet seit drei Jahren jeden zweiten Samstag Rudolf nebst Katherina, seiner Frau und Siegfried, seinen Sohn. genügsame Zeitgenossen: bescheidende Behausung, schlichtes Mobiliar aber Vollpension. Eine Stunde harrt er dabei vor dem Paviangehege aus. Hat dies Einfluss auf sein Denkvermögen genommen, oder doch eher die Vollräusche, die jedes Mal Gehirnzellen kosten, die man Bei Lichte betrachtet, Opfergaben bezeichnen könnte? Vielleicht mögen seine gedanklichen Auswüchse aber auch daran liegen, dass er erst dann zur Höchstform auflaufe, wenn mir die Sonne so richtig auf den Schädel brettert und infolgedessen mein Hirn zu brodeln beginnt., wie der Poet selbst behauptet. Auf der Bühne scheint diese ja bekanntlich nicht, weshalb er ein Loblied auf seine geschiedene Frau Renate, die sein kreatives Haben mit dem Soll seines Bankkonto in Verrechnung bringt, die Vorteile eines Anrufbeantworters oder eines ordentlichen Berufes wie Klempner, den Nutzen eines Synonymwörterbuches oder auch Gedanken über Humor als unnötigen Irrweg durch sein brain stormen lässt.
Ich konnte mich wie so oft bei diesem Autor sehr viel schmunzeln. Die Geschichte um den blockierten Schreiberling ist schrullig, sarkastisch, teilweise auch recht zynisch und wieder einmal eine geniale Idee völlig ab vom Mainstream. Ausgefallene Vergleiche wie dagegen avanciert der Lärm einer Kreissäge zum verträumten Plätschern eines Bergbachs oder das Hirn beginnt zu brodeln, wie eine frisch aus dem Ofen gezogene Lasagne. zeugen vom sprachlichen Ideenreichtums Bernd Mannhardts. Ich hoffe sehr dass der Autor niemals wie sein armer Poet in einer meditativen Schmollphase stecken wird, sondern sich weiter fleißig ans Schreiben macht.
Personen Ortsangaben, eine Art Regieanweisungen und Beschreibungen seines Tuns, die immer wieder den Monolog unterbrechen, bekommt man im Buch inklusive zum Lesen. So kann es z.B. schon einmal geschehen, dass der Wecker klingelt- Ganz klar heißt es dann bei Herrn Schreiber, Entschuldigung, aber um diese Zeit trinke ich immer.. Aber das sei ihm erlaubt, denn schließlich gibt es ihm zufolge ja auch keinen Poeten, der nicht zum Club der Quartalssäufer gehört. Hier kann die Hörbuchvariante natürlich punkten, Weckerklingeln, seine Schlürfgeräusche, das macht die Geschichte um einiges lebendiger als den Text. Hier hat man als Leser fast das Gefühl bei einer Theateraufführung zu sitzen, was auch mehr der ursprünglichen Absicht der Geschichte entspricht. Denn der satirische Monolog wurde unverkennbar für die Bühne geschrieben und vor vielen Jahren auch aufgeführt. Der Sprecher Ernst Holzmann kann bei Erzählungen von Treffen mit anderen, oder Telefonanrufen des Vermieters auch mit einer veränderten Stimmlage aufwarten. Auch musikalische Untermalung verleiht dem Hörerlebnis viel Positives.
Bisher fiel es mir schwer bei vollständigen Lesungen eine eindeutige Empfehlung für das Buch oder das Hörbuch auszusprechen. Hier hat mir aber zum ersten Mal Selberlesen um einiges besser gefallen. Ich habe zuerst gelesen und mir die Stimme des Poeten etwas weinerlicher vorgestellt. Herr Holzmann verfügt über einen angenehm, festen Tonfall. Obwohl das im Nachhinein überdacht auch besser passt, denn der Schreiberling ist ja von sich überzeugt, hat dies aber nicht zu meinem Kopfkino beim Lesen gepasst. Außerdem konnte ich mich beim Lesen irgendwie, denn ich kann es nicht begründen warum, viel besser auf die gedanklichen Auswüchse Herrn Schreibers einlassen und daher mehr amüsieren.
Herr Schreiber blockiert hat mich alles in allem als gedrucktes Werk ganz wunderbar kurzweilig unterhalten. Als Hörbuch reicht es für mich aber nicht für 5 Sterne, da werden es nur 4.
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