Marthe Simonet liebt ihr Leben in dem idyllischen Dorf in der Bretagne. Hier möchte sie den Rest ihrer Zeit verbringen. Als sie erfährt, dass ihr geliebtes Zuhause einem Freizeitpark weichen soll, ist all dies auf einmal gefährdet. Während die ersten Dorfbewohner bereits ihr Grundstück verkaufen, beschließen einige andere für den Erhalt ihres Küstendorfs zu kämpfen. Unter den Widerstandsleistenden befindet sich auch Hans von Scharnbeck. Obwohl Hans eine radikalere Vorstellung von Widerstand als Marthe hat, kann sie sich ihm nicht entziehen.-
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Bewertung
Book Circle Community
3/5
06.12.2023
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Eine einfache, leichte und süffige Lektüre für ein paar gemütliche Stunden
Eher skeptisch als euphorisch nahm ich mir an einem schönen Spätsommernachmittag dieses Buch zur Brust. Eigentlich interessierte mich die Story nicht so, doch ich hatte Lust auf eine leichte und kurze Lektüre. Da schien mir dieses Werk von Bertina Henrichs wie geschaffen dafür. Bertina Henrichs wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Sie studierte Literatur- und Filmwissenschaften und lebt seit langem in Paris, wo sie als Schriftstellerin und Filmemacherin arbeitet. Ihr erster Roman “Die Schachspielerin” war in Frankreich und Deutschland ein Bestseller, wurde mit dem Corine-Buchpreis für das beste Debüt ausgezeichnet und fürs Kino verfilmt. 2009 erschien ihr zweiter Roman “That’s all right, Mama”. Mit “Ein Garten am Meer” ist nun ihr dritter Roman veröffentlicht worden und ich bin gespannt, was da passiert.
Die Geschichte:
Wir befinden uns in der Bretagne, in einem malerischen Küstendorf, mitten in einem - bei uns würde man sagen - “Bünzliquartier” - gutbürgerlichen Einfamilienhausquartier. Hier lebt unsere Hauptfigur Marthe Simonet nach dem Tod ihres Mannes ihr beschauliches, langweiliges, aber für sie befriedigendes Leben. Sie ist pensioniert, aber trotzdem noch engagiert. Sie hilft in der Dorfbibliothek aus und gibt den Kindern aus der Schule Hausaufgabenhilfe. So wird es ihr nicht langweilig und sie fühlt sich gebraucht. Neben ihr wohnen diverse Nachbarn, mit welchen sie einen guten, aber mehr oder weniger oberflächlichen Kontakt pflegt. Erst als Investoren das idyllische Küstendorf überfallen und in eben diesem freundlichen Quartier einen Freizeitpark bauen wollen, wachsen die Nachbarn auf bisher ungewohnte Weise zusammen. Sie proben zusammen den Aufstand und setzen alles daran, die Investoren davon abzuhalten, ihre Häuser zu kaufen und die Menschen aus ihrem Nest zu vertreiben. So lernt Marthe Hans Scharnbeck kennen. Ein griesgrämiger, wortkarger und vom Leben gezeichneter Einsiedler-Typ aus dem ehemaligen Ostpreussen, der sich hier niedergelassen hat. Nach und nach lernen sich alle besser kennen und erfahren immer mehr aus dem Leben der Anderen. Auch Marthe und Hans kommen sich immer näher.
Meine Meinung:
Meine anfängliche Skepsis diesem Roman gegenüber verflog nach den ersten Seiten wieder, konnte sich aber dennoch nie ganz zur Seite schieben lassen. Ich würde nicht gerade sagen, dass ich in einen euphorischen Lesetaumel gefallen bin, sondern eher in einen gemütlichen Lesefluss. Das habe ich der Autorin zu verdanken, die mit liebevollen, detaillierten, dennoch einfachen Sätzen und sehr menschlichen Charakteren eine solide Basis für einen sanften Lesegenuss geschaffen hat. Ich fühlte mich getragen und hatte sehr lebendige Bilder von dem Dorf in der Bretagne und den darin lebenden Menschen mit ihren Problemen vor Augen. Leider ist mir am Ende des Buches, nicht mehr geblieben, als eine nette Geschichte aus dem Leben einiger Menschen aus einem Provinznest in der Bretagne. Zu wenig Action, zu wenig Drama und Intrige. Vielleicht liegt es am Alter der Protagonisten, aber mir fehlte der gewisse “Drive” in dem Geschehen. Somit bleibt dieser Roman auf der Zunge liegen und reiht sich ein in die Liste, hab ich gelesen und auch schon wieder vergessen. Für ein paar gemütliche Lesestunden reicht es aus, mehr war bei mir aber nicht zu holen.
Fazit:
Eine einfache, leichte und süffige Lektüre für ein paar gemütliche Stunden. Ein bisschen Drama hier, ein bisschen Herzschmerz da, kurz gesagt, es menschelt in diesem Roman. Mir war es etwas zu langweilig und zu brav. Etwas mehr Temperament hätte der Geschichte und den Charakteren gutgetan, denn so bleibt nicht allzu viel hängen von dem Buch. Mir hat es ein paar kurzweilige Lesestunden gebracht, mehr aber auch nicht.
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