Eine göttliche Stimme aus der tiefgrünen See. Ein blaues Segel in einem Traum. Und der Aufbruch zu einer Reise, von der es kein Zurück mehr gibt... Seit sieben Jahren baut die Einzelgängerin Eyvor ein Drachenboot in einem Fjord. Als sich immer mehr Außenseiterinnen um sie scharen, wird sie unerwartet zur Kapitänin eines Schiffes, das eigentlich niemals in See stechen sollte. Die Letzte, die sich ihr anschließt, ist Herdis, das Krähenkind: Verfolgt von Berserkern zwingt sie die Gruppe zum Aufbruch. Es beginnt ein tödliches Wettrennen vom skandinavischen Festland bis ins Land der Eisriesen hinein, an dessen Ende nichts Geringeres droht als Ragnarök, das Weltenende selbst. Mystisch, mitreißend und abenteuerlich: eine moderne Neuinterpretation nordischer Sagen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Tenja Tales
5/5
02.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein unträumbarer Traum
Eyvor ist nach dem Tod ihres Mannes eine Einzelgängerin mit einem unträumbaren Traum. Doch sie stellt sich der Aufgabe, der Göttin Rán ein Schiff zu bauen. Sieben Jahre arbeitet sie an dem Drachenboot, während sich immer mehr Außenseiterinnen zu ihr gesellen. Als schließlich Herdis zu den Frauen stößt, müssen sie aufbrechen, um den sie verfolgenden Berserkern zu entgehen. Es startet eine Reise ins Ungewisse, begleitet von Göttern, Riesen und dem Schicksal, das sogar Ragnarök beinhaltet.
Traditionelle Motive in Frage gestellt…
Der Schreibstil
Judith und Christian Vogt haben auf der Lesung darüber gescherzt, dass gerne versucht wird herauszufinden, wer welchen Teil des Buches geschrieben hat. Von der lustigen Geschichte bzgl. der mengenmäßigen Aufteilung ganz zu schweigen. Doch ich muss nach dem Lesen sagen: Das ganze Buch liest sich wie aus einem Guss. Ich kann nicht erkennen, wer was geschrieben hat. Doch ich kann sagen, dass die beiden einen mitreißenden, anschaulichen und eingehenden Schreibstil haben. Es war herrlich ihren Worten zu folgen und Fehler konnte ich auch keine ausmachen.
Die Charaktere
In „Schildmaid“ gibt es so viele wundervolle Charaktere! Davon die fünf Protagonistinnen: Eyvor, Tinna, Skade, Herdis und Dineke. Und daneben viele weitere interessante Charaktere, die alle auf ihre Art und Weise besonders und liebenswert sind. So kommt es, dass ich mich auch jetzt noch nicht entscheiden kann, wen ich von ihnen am liebsten mag. Man merkt aber auf jeden Fall, dass die Autoren viel Wert auf die Darstellung der Charaktere gelegt haben. Sie alle sind individuell und facettenreich, haben ihre Stärken und Schwächen und ihre Vergangenheit. Dennoch können aufgrund der Menge natürlich nicht alle in gleichem Maße beleuchtet werden.
Die Besatzung der Schildmaid ist ein bunter und diverser Haufen. Sie werden durch den Wunsch nach Selbstbestimmung und der Suche nach ihrem eigenen Schicksal geeint. Die dadurch entstehende Einheit ist genau so schön herauszulesen, wie die Zweifel und Ängste jeder einzelnen. Wirklich toll beschrieben!
Die Geschichte
Die „Schildmaid“ zeigt einen neuen Blick auf eine vergangene Welt und trifft dabei gleichzeitig diverse Themen auf den Punkt, die uns auch heute beschäftigen. Festen Rollen, aufgezwungenen Schicksalen und der Fremdbestimmung wird der Kampf angesagt. In Kombination mit den historischen und mythologischen Elementen, Götterspielen und Seeschlachten ist eine absolut stimmungsvolle und starke Geschichte entstanden, der ich mich nach den ersten Seiten nicht mehr entziehen konnte. Das Setting ist absolut glaubhaft und man merkt, dass die Autoren hier viel Recherche betrieben haben, aber auch aktuelle Erkenntnisse in ihre Geschichte eingebunden haben.
…um etwas Neues zu erzählen
Die „Schildmaid“ ist keine typische Wikinger-Geschichte. Sie ist das Lied einer Skaldin, eine ganz besondere Geschichte, eine Saga, die ihresgleichen sucht. Ich bin auf jeden Fall begeistert und gebe eine klare Leseempfehlung!
Die komplette Rezension ist auch auf meinem Blog weltenschmie.de zu finden.
Uwe Tächl
aus Bremen
5/5
07.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Historische Fantasy mit reichlich göttlichen Eingebungen
Nordische Sagen sind aus heutiger Sicht schon mit reichlich Fantasy angereichert. Die Menschen sind Spielbälle der Götter, Naturgewalten beeinflussen den Alltag, Riesen und Monster wandeln auf Erden. In diesem historischen Umfeld entfaltet sich das Lied der Skaldin. Es beginnt mit dem Bau eines Langbootes, dem Versammeln einer zwanzigköpfigen weiblichen Mannschaft und endet in einer Reise mit göttlicher Mission. Dazwischen entwickelt sich eine epische, grausame, herzzerreißende und mystische Geschichte, die man unbedingt selber lesen sollte.
Eyvor beginnt in einem entlegenen Fjord ein Drachenboot zu bauen, nachdem sie von diesem geträumt hat. Der Bau des Schiffes dauert sieben Jahre. Währenddessen sammeln sich um sie immer mehr Frauen mit den unterschiedlichsten Talenten und Gründen, ihrem bisherigen Leben den Rücken zu kehren. Als das Schiff endlich samt blauem Segel fertiggestellt ist, muss es sich auch gleich als Fluchtschiff beweisen, da Herdis, ihr letzter Neuzugang, samt ihren Kindern vor ihrem mit Barbarenkräften ausgestattete Ehemann geflohen ist. Die Reise beginnt, man begibt sich auf Viking und sammelt erste Erfahrungen beim Plündern und Brandschatzen. Doch immer sitzt der Berserker, der Teil des siebten Langboots ist, ihnen im Nacken. Dies ändert sich auch nicht, als sie den göttlichen Auftrag erhalten, einen Eisriesen zu töten. Dabei müssen sie einen Teil ihrer Fraulichkeit opfern, um göttliche Unterstützung in Form von Krähen zu erhalten.
Wie man schon an der Zusammenfassung erkennen kann, taucht man als Lesender in eine völlig andere Welt ein, in der das menschliche Leben eher flüchtig ist. Die Geschlechterrollen sind klar verteilt und doch gibt es immer wieder Ausnahmen, die sich diesen gegebenen Umständen widersetzen. In dieser Geschichte sogar in zwanzigfacher Form. Jede hat ihren eigenen Grund dafür, zur Schildmaid zu werden und sich mit Kämpfen und Raubzügen durchs Leben zu schlagen. Dabei haben sie sich für den denkbar schwierigsten Weg nach Folkwang an Freya Tafel entschieden.
Die Geschichte hat mir hervorragend gefallen, die Charaktere sind toll, einmalig und bilden eine Einheit, der man eigentlich wünscht, dass ihr nicht zu viel Böses passieren wird. Umso mehr musste ich dann mit der Besatzung leiden, aber das Wikingerleben ist halt kein Zuckerschlecken. Die Männer scheinen durchgehend die Bösen zu sein, angefangen vom Ehemann zu Hause bis hin zu den höchsten Göttern. Etwas gewöhnungsbedürftig, wie allerdings zu erwarten, waren für mich die nordischen Begriffe, die mich immer mal wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist, dass Eyvor gar nicht, wie ich es erwartet hatte, die Hauptrolle spielt. Stattdessen sieht man die Handlung oft auf Sicht der anderen Schildmaiden. Man wird also zum Teil des Teams.
Das Buch ist eine sehr gelungene Neuinterpretation nordischer Sagen. Frauen übernehmen die zentralen Rollen und können zeigen, dass sie ebenfalls im ewigen Kampf von Asen gegen Riesen mitmischen können. Es ist erfrischend, durch das Buch einen neuen Blick auf das damalige Leben zu werfen. Ich kann Schildmaid jedem empfehlen, der historische Fantasyromane liebt, mehr über die nordische Sagenwelt erfahren und einfach gerne mit einer Schiffsbesatzung mitleiden möchte, auf die das Abenteuer ihres Lebens wartet. Ein Buch, um in eine Zeit einzutauchen, in der Schildwall, Axt, Gemeinschaft, Langboot und Viking das Leben der Schildmaiden prägte.
Bewertung
aus Lustenau
5/5
03.05.2022
Buch (Taschenbuch)
Was für eine wilde Fahrt
Eyvor hat einen unträumbaren Traum und baut seit Jahren an einem Schiff, mit dem sie nie beabsichtigt hatte, ins Meer zu stechen. Doch nach und nach sammeln sich Frauen, die verstoßen wurden, weggelaufen sind und ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen wollen. Schneller als gedacht sehen sie sich in der Verantwortung, Ragnarök aufzuhalten und es mit einem Eisriesen aufzunehmen.
„Ihr habt euren Mut bewiesen“, sagte Eyvor. „Niemand wird urteilen, wenn euch diese Viking zu groß ist.“
„Doch, ich werde urteilen!“, rief Skade.
Ich habe so viel Liebe für Skade – und natürlich für die anderen Frauen, Kinder und Ulfberht auf dem Schiff.
Die Geschichte ist grausam, die Frauen haben schlimmes erlebt und beim Lesen löst es so viel Wut in mir aus aus, weil sich bis heute so wenig verändert hat. Es gibt aber auch Mut und Kraft, weiterzukämpfen, weil doch immer wieder kleine Schritte in Richtung Gerechtigkeit gemacht werden können. Progressive Phantastik ist meiner Meinung nach dazu da, dass wir als Lesende ebenso unträumbare Träume haben und damit hoffentlich die Realität neugestalten können.
H.B.
5/5
31.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Historische Phantastik in der Tradition nordischer Sagas
Bei Schildmaid von Judith & Christian Vogt handelt es sich, anders als der Text auf der Rückseite impliziert, um keine moderne Neuinterpretation nordischer Sagen im Sinne eines re-telling, wie es in jüngster Zeit bei vielen Märchen bekannt ist. Vielmehr werden hier Elemente des Repertoires klassischer Sagas aufgegriffen nahtlos mit originellen Inhalten zu einem atmosphärischen, spannenden Abenteuer zusammengefügt.
Da der Erzählstil der Tradition altnordischer Sagas steht, unterscheidet er reizvoll von dem heute üblicheren Stil, allerdings ohne sperrig oder schwerfällig zu sein.
Was die Charaktere angeht kann ich nur die Vielfältigkeit hervorheben: auf dieser Reise begegnen uns (vorallem) Frauen verschiedener sozialer Schichten und persönlicher Hintergründe, allesamt vereint durch ein Anecken mit den ihnen vorgeschriebenen gesellschaftlichen Rollen. Sie kämpfen miteinander, gegeneinander und sind als Figuren rund, komplex und lebendig. An dieser Stelle möchte ich auch besonders die Glaubwürdigkeit der Kindercharaktere loben.
Das historisch ausgezeichnet recherchierte und durchdachte Setting wird angereichert mit diversen Themen, die zurecht als progressiv bezeichnet werden, so werden u.a. Queerness, Selbstfindung und der Umgang mit verschiedenen Gewalterlebnissen mit dem Vokabular und Möglichkeiten der Zeit erörtert. Hierdurch wirken die Dialoge der Figuren nicht „modernisiert“ sondern authentisch und natürlich.
Ich weiß nicht, was ich noch schreiben könnte ohne zu viel vorweg zu nehmen. Darum hier abschließend: Unbedingte Leseempfehlung meinerseits, obwohl ich die letzte Seite vor Tagen gelesen habe, klingt die Geschichte unverändert stark in mir nach.
Cpt Toast
5/5
26.03.2022
eBook (ePUB 3)
Viking is who Viking does!
Dieser Fantasy Roman in historischem Kontext zeigt die Wikinger Ära als das fiese Patriarchat, dass sie vermutlich war und erzählt die Geschichte von 20 Frauen die daraus ausbrechen und sich auf die Suche nach ihrem Platz und Schicksal machen. Dabei gibt's ne Menge Action, Magie coole Sprüche und einige echt emotionale Szenen, bei denen ich kurz davor war zu heulen.
Großer Bonus ist der sehr diverse "Cast", den ich aus Büchern der Vögte gewohnt
bin, den ich aber immer wieder hervorhebenswert finde. Allen voran hier erwähnen möchte ich die Skaldin Tinna als Transfrau und meinen Lieblingscharakter, die gehörlose Bodil.
Abschließend bleibt mir nur zu sagen, ran an die Riemen und fährt mit der Schildmaid auf Viking!
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4/5
16.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine absolut fesselnde Geschichte...
Eine absolut fesselnde Geschichte über Frauen, die entgegen der Traditionen der Zeit ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Die sich vielen Bewährungsprobe stellen und auch ungeahnte Opfer bringen müssen. Diese Saga ist fantastisch und unbedingt lesenswert.
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4/5
21.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Knallharte Wikinger Fantasy mit...
Knallharte Wikinger Fantasy mit toughen weiblichen Kapitänen. Dieses Buch bringt frischen Wind in das Genre und hat alles was eine gute Geschichte braucht. Ein Abenteuer Blockbuster zwischen zwei Buchdeckeln.
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4/5
18.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Fantasy zur Zeit der Wikinger
Judith und Christian Vogts entführen den Leser mit diesem Roman in eine fantasyhafte Welt, die stark von nordischen Sagas inspiriert ist. Ungewöhnlich sind schon alleine die gewählten Protagonistinnen. 20 Frauen entwerfen und bauen gemeinsam ein Drachenboot und träumen davon mit diesem auf "Viking"zu fahren. Dass dies in der von Männern dominierten Welt der Wikinger nicht gut ankommt, liegt auf der Hand. Der gut recherchierte Roman gewährt einen Einblick in die Gedankenwelt der damaligen Menschen, in ihren Glauben und in die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Eine ungewöhnlich Erzählung, die zugleich spannend und lehrreich ist. Wer mal einen etwas anderen Fantasy lesen möchte oder dem die etwas martialischen Wikinger Romane wie "Vikings"zu viel sind, dem ist dieser Fantasy sehr zu empfehlen.
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