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Amerigo

Die Geschichte eines historischen Irrtums - Gebundene Ausgabe

Edition Werke der Weltliteratur - Gebundene Ausgabe Band 84

Stefan Zweig

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Beschreibung

„Was für ein Irrtum: 1507 schreibt Matthias Ringmann in der „Cosmographiae introductio“ das der italienische Seefahrer Americus Vespucci (die latinisierte Form von „Amerigo“) den amerikanischen Kontinent entdeckt habe. Daher könne man den Kontinent nach ihm benennen – Americus, oder weiblich: America.“ Redaktion Gröls-Verlag (Edition Werke der Weltliteratur)

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und schied am 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.

Zweig wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf und studierte bis 1904 Philosophie, Germanistik und Romanistik in Berlin und Wien. Er unternahm Reisen in Europa, nach Indien, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika. 1917/18 bekannte er sich in Zürch u.a. mit Hermann Hesse, James Joyce und Annette Kolb als Kriegsgegner und pflegte Freundschaften mit Émile Verhaeren und Romain Rolland.
Von 1919 bis 1938 lebte er in Salzburg, unternahm jedoch 1928 eine Russlandreise und hielt sich ab 1935 häufig in England auf, bis er 1938 dann nach England emigrierte. Im Jahr 1940 zog es Zweig zunächst nach New York, bis er letzlich ab 1941 sein Zuhause in Petrópolis, Brasilien, fand. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten.

»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.« Marcel Reich-Ranicki

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 88
Erscheinungsdatum 20.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-96637-250-3
Verlag Gröls Verlag
Maße (L/B/H) 22,6/17,4/1,7 cm
Gewicht 281 g

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Kundenbewertungen

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Nehmen Sie sich die Zeit!
von einer Kundin/einem Kunden aus Pulheim am 31.03.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Zweigs Schreibstil wirkt auf mich aus der Zeit gefallen, umständlich und vielleicht auch ein wenig verschwurbelt. Es dauerte ein Weilchen und ich musste mir die Zeit nehmen und geduldig jeden einzelnen Satz bewusst und vielleicht auch mehrfach lesen. Ein Zeit sparendes Überfliegen des Textes reicht keinesfalls, um den Inhalt zu ... Zweigs Schreibstil wirkt auf mich aus der Zeit gefallen, umständlich und vielleicht auch ein wenig verschwurbelt. Es dauerte ein Weilchen und ich musste mir die Zeit nehmen und geduldig jeden einzelnen Satz bewusst und vielleicht auch mehrfach lesen. Ein Zeit sparendes Überfliegen des Textes reicht keinesfalls, um den Inhalt zu erfassen. Nachdem ich mich darauf eingelassen hatte habe ich großes Vergnügen an seinem Buch gefunden und sehr viel Hintergrundwissen zu Amerigo Vespucci, seiner Zeit und den Umständen der Benennung des neu entdeckten Kontinents erfahren. Es lohnt sich, sich für das Buch Zeit zu nehmen und es in Ruhe mit einer Tasse Kaffee oder Tee im Lehnstuhl am Kamin zu genießen.

Fragment!
von Zitronenblau am 25.04.2008
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Eine typische Schrift von Stefan Zweig. Sehr pittoresk und einfühlsam biographiert er das Leben des großen, französischen Philosophen Montaigne aus dem 16. Jahrhundert. Der Mann aus dem Turm war ein Jäger nach Freiheit, ein Selbsversuch und heraus kam ein Konvolut, das er schlicht "Die Essais" nannte. Damit begründete der Denker... Eine typische Schrift von Stefan Zweig. Sehr pittoresk und einfühlsam biographiert er das Leben des großen, französischen Philosophen Montaigne aus dem 16. Jahrhundert. Der Mann aus dem Turm war ein Jäger nach Freiheit, ein Selbsversuch und heraus kam ein Konvolut, das er schlicht "Die Essais" nannte. Damit begründete der Denker nicht nur die Essayistik, sondern schuf eine philosophische Perle, die bis heute stark reflektiert wird und zum Lesen einlädt. Zweig konnte diese Biographie nicht abschließen. Sie bleibt fragmentarisch. Der Lesefluss wird daher häufig an einigen Punkten unterbrochen. Trotzdem alles in allem empfehlenswert für eine Einführung zu Montaignes Leben.

Wie Amerika zu seinem Namen kam
von Mandurah aus Wunstorf am 29.12.2007
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Amerigo Vespucci war sowohl Kaufmann als auch Navigator und Seefahrer, zudem stand er im Dienst der mächtigen Medici – zum Namensgeber des Kontinents avanchierte er jedoch dank einer Kette schier unglaublicher Irrungen und Wirrungen, die Stefan Zweig hier in einer weiteren überaus gelungenen historischen Miniatur ausführt. Ob... Amerigo Vespucci war sowohl Kaufmann als auch Navigator und Seefahrer, zudem stand er im Dienst der mächtigen Medici – zum Namensgeber des Kontinents avanchierte er jedoch dank einer Kette schier unglaublicher Irrungen und Wirrungen, die Stefan Zweig hier in einer weiteren überaus gelungenen historischen Miniatur ausführt. Obschon Vespucci einer angesehenen florentinischen Familie entstammte, war er gewiss kein einflussreicher Mann. Entsandten ihn die Medici zunächst als Schiffsausrüster nach Spanien, wurde ihm bald dank seines eigenen Engagements und durch Einflussnahme seines Dienstherrn aufgetragen, die entlegenen Winkel Südamerikas nach lohnenden Gütern zu erkunden. Im Gegensatz zu Kolumbus, der stets meinte einen neuen Seeweg nach Indien entdeckt zu haben, erkannte Vespucci dabei rasch, dass es sich um einen eigenen Kontinent handelte – auch wenn niemandem damals die Abmessungen klar waren. Seine Schriften führten dazu, dass der 27jährige deutsche Provinzgeograph Martin Waldseemüller in seinem Werk „Cosmographiae Introductio“ im Jahre 1507 den Vorschlag machte, den Kontinent doch nach seinem wahren Entdecker zu benennen: „Heute sind diese Teile der Erde (Europa, Afrika und Asien) bereits vollkommen erforscht und ein vierter Weltteil von Amerigo Vespucci entdeckt. Und da Europa und Asien weibliche Namen empfangen haben, sehe ich keinen Einwand, diese neue Region nicht Amerigo, das Land Amerigos oder America nach dem weisen Mann zu nennen, der es entdeckt hat.“ Gleichzeitig druckte Waldseemüller diesen Namen neben den entsprechenden Absatz und trug ihn in der dem Werk beigelegten Weltkarte entsprechend ein. Wenn auch sonst vieles im Leben des Vespucci unklar ist und vor allem die Authentizität seiner Schriften in Zweifel gezogen wird – was im Hinblick auf die im Laufe der Jahre entstandenen Übertragungs- und Überlieferungsfehler jedoch nicht weiter verwunderlich ist - sind sich die Historiker doch in einer Sache einig: Das Verdienst, Amerika als ein neues Land erkannt zu haben, gebürt dem kleinen Kaufmann Vespucci und nicht dem großen Konquistador Kolumbus. Wirklich eine sehr lesenswerte Darstellung des schier aberwitzigen Spiels aus Zufällen und schicksalhaften Ereignissen!

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