Interkulturelles Ökologisches Manifest

Michael Brück

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Beschreibung

Dass wir, unsere Kinder und die folgenden Generationen ökologisch vor ungeheueren Herausforderungen stehen, ist offensichtlich. Doch es herrscht Ratlosigkeit, wenn nach nachhaltigen Auswegen aus der Krise gefragt wird.
Michael von Brück bringt dafür Denkansätze aus den europäischen und asiatischen Traditionen in ein Gespräch, aus dem uns ein Umdenken, ein Umfühlen, ein neues Handeln zuwachsen kann. Denn Europa, Indien und China verfügen über einen riesigen spirituellen Reichtum, von dem her eine Transformation unserer Lebensformen und eine Erneuerung unseres Selbstverständnisses als Menschen auf dieser Erde möglich ist.

Michael von Brück, Jahrgang 1949, ist seit 1979 Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Er lebte viele Jahre in Indien und ist mit dem Dalai Lama befreundet. Seit 1985 ist er Zen- und Yoga-Lehrer. Nach einer ersten Professur in Regensburg war er von 1991 bis 2014 Professor für Religionswissenschaft an der LMU in München. Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a. die Standardwerke „Zen. Geschichte und Praxis“ und „Einführung in den Buddhismus“.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 13.07.2020
Verlag Alber, K
Seitenzahl 152
Maße (L/B/H) 22,1/13,9/1,5 cm
Gewicht 288 g
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-495-49156-0

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Religiöse Impulse zur Therapie eines fehlgeleiteten Fortschrittsdenkens
von einer Kundin/einem Kunden am 14.12.2020

Ausgangspunkt des von Michael von Brück verfassten interkulturellen ökologischen Manifestes ist die Gefahr, in welcher wir alle leben, nämlich die Gefahr, dass wir durch die Art und Weise wie wir heute mit unserer Mitwelt umgehen die Lebensgrundlagen nicht nur für uns, sondern für zukünftige Generationen zerstören. Die Gefahr is... Ausgangspunkt des von Michael von Brück verfassten interkulturellen ökologischen Manifestes ist die Gefahr, in welcher wir alle leben, nämlich die Gefahr, dass wir durch die Art und Weise wie wir heute mit unserer Mitwelt umgehen die Lebensgrundlagen nicht nur für uns, sondern für zukünftige Generationen zerstören. Die Gefahr ist schon seit Jahrzehnten bekannt („Grenzen des Wachstums“) und doch fällt es den Menschen offensichtlich schwer, das Handeln im Sinne eines ökosophischen, eines von der Weisheit getragenen Verhaltens zu verändern. Michael von Brück zeichnet sehr realistisch die aktuelle Situation nach, insbesondere den Fortschrittsmythos, wie er sich im Westen im wesentlichen seit der Renaissance entwickelt hat. Die Menschheit, die sich selbst als den Mittelpunkt der Welt erfährt, ist förmlich berauscht vom Fortschrittsdenken und beutet dabei die Welt und ihre Ressourcen aus, ganz zu schweigen von den sozialen Ungerechtigkeiten, die mit dieser Ausbeutung einhergehen. Von Brück lässt sich durch die Fehlentwicklungen nicht entmutigen und entwirft selbst ein Bild einer transformierten Gesellschaft. Die Transformation selbst kann mit Hilfe der Religionen geschehen bzw. von diesen angestoßen werden, so dass nicht mehr der Fortschritt im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung steht, sondern der an eine letzte Wirklichkeit rückgebundene Fortgang der Geschichte handlungsleitend wird. In vorliegendem Manifest unternimmt von Brück also eine Rückbesinnung auf die Religionen – insbesondere auf die Religionen Europas und Asiens -, die zu einer Impulse gebenden Kraft für eine Transformation unseres Lebensstils werden können. Dabei betont er, dass nur eine transformierte Religion dazu in der Lage ist, einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der „Lebensverhältnisse“ zu leisten. Eine transformierte Religion wird für ihn durch die Faktoren Vernunftbasierung und Pluralität charakterisiert; sie wiedersteht jedem Fundamentalismus und Fanatismus. Modelle für die Therapie gibt es in Ost und West. Die asiatische Erfahrung macht klar, dass die westliche Sichtweise vom Fortschritt keineswegs ein menschliche Universalie ist, sondern auch als Verblendung gedeutet werden kann. Aus buddhistischer Sicht verursacht der menschliche Versuch, etwas Unveränderliches zu finden und sich dran zu klammern bzw. anzuhaften, Leid. Im Rahmen der Beschreibung der asiatischen Erfahrung kommen als Therapiemodelle unter anderem der Wohlfahrtstaat Kaiser Ashokas und das Lebensmodell Mahatma Gandhis in den Blick. In beiden Modellen werden Bewusstseinsschulung bzw. die Verwirklichung von spiritueller Reife zum Ausgangspunkt für eine heilende Hinwendung zu allen Wesen bzw. ganz konkret zum Ausgangspunkt der Transformation der Besitz- und Nutzungsverhältnisse. Michael von Brück macht durch sein Buch und seine Sichtweise Mut, Veränderungen voll Freude, ja sogar lustvoll anzugehen. Neben seinen grundlegenden Gedanken ist das Buch voller Ideen, wie diese Freude an der Veränderung auch umgesetzt bzw. unterstützt werden kann. So denkt er z. B. an die Vergabe eines Nobelpreises für ökologische Innovation im Energiesektor, an die Einführung eines „Tages der ökologischen Achtsamkeit“ oder eines Welt-Lebenstages. Er beschreibt 11 Felder religionskultureller Ressourcen, die heutige Umgestaltungsprozesse anregen, motivieren und wirkungsvoll machen können. Hierbei scheint es mir besonders bedeutend zu sein, dass die buddhistische Einsicht des „Entstehens aller Erscheinungen in wechselseitiger Abhängigkeit“ als Grundrechenart für alle Kulturen verstanden wird. Eine solche Grundrechenart kann zur Vertiefung der Wahrnehumg der Verbundenheit aller Wesen beitragen und somit ein wichtiger Trittstein auf dem Weg der kulturellen Transformation sein. Michael von Brücks Buch ist in kultur- und religionsgeschichtlicher Hinsicht äußerst differenziert und spannend geschrieben. Es ist v. a. auch Programm, dem man eine weite Verbreitung und konkrete Umsetzung wünscht. Heretsried, 14.12.2020 Michael Pindl

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