In einem weitläufigen Herrenhaus voller sonderbarer Schätze ist January selbst eine Kuriosität. Als Mündel des reichen Mr. Locke fühlt sie sich kaum anders als die Artefakte, die die Hallen schmücken: sorgfältig gepflegt, weitgehend ignoriert und völlig fehl am Platz.
Dann findet sie ein seltsames Buch. Ein Buch, das den Duft anderer Welten verströmt und von Geheimtüren, von Liebe, Abenteuern und Gefahr erzählt. Jedes Umblättern enthüllt weitere unglaubliche Wahrheiten.
Und langsam wird January bewusst, dass sie selbst mehr und mehr mit der Geschichte verkettet wird.
Tamora Pierce: »Dies ist einer der einzigartigsten Romane, die ich je gelesen habe!«
Erika Swyler: »Harrow hat eine wunderschöne Welt der Magie erschaffen, die gleichzeitig vertraut und überraschend neu ist.«
Booklist: »Liest sich wie ein Liebesbrief an die Kunst des Geschichtenerzählens selbst.«
Amal El-Mohtar: »Eine unerträglich schöne Geschichte über das Erwachsenwerden.«
LOS ANGELES TIMES BESTSELLER! Finalist des Hugo, Nebula, Locus und des World Fantasy Awards 2020.
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Schon bevor diese deutsche Ausgabe herauskam, haben mich die positiven Rückmeldungen zur englischen Ausgabe neugierig gemacht. Immer wieder wurde von einer besonderen, magischen Geschichte gesprochen und auch der Klappentext hat mir dies bestätigt. Als dann diese wunderschöne deutsche Ausgabe angepriesen wurde, war mir sofort klar, dass ich sie unbedingt lesen muss.
In der Tat hat man schon nach wenigen Seiten gemerkt, dass dies ein Buch ist, das anders ist. Speziell. Besonders. Mit ganz eigenem Schreibstil. Vermutlich wird es auch die Meinungen einiger Leser spalten. Anfangs wusste ich auch noch nicht so richtig, in welche Kategorie ich mich selbst am Ende einreihen würde.
Was ich allerdings schon früh wusste, war, dass diesem Buch und seiner Geschichte das gewisse Etwas anhaftet, das mich in seinen Bann zieht. Es war eigentlich nicht sofort Spannung gegeben, auch ein eindeutiger Handlungsverlauf war nicht erkennbar, ich hatte also keine Ahnung, wo die Autorin überhaupt mit mir hin möchte. Und doch: Ich konnte mich dem Sog der Geschichte nicht entziehen.
January ist ebenfalls eine ganz besondere Prota. Sie ist immer auf der Suche nach einem Abenteuer, ein regelrechter Wildfang. Sie fühlt sich nicht wohl in ihrem Zuhause, allein schon, weil von ihr immer Zurückhaltung und perfektes Benehmen erwartet wird. Obwohl die Erzählweise (zunächst) sehr eigen ist, konnte ich January sofort leiden. Gerade ihre Aufmüpfigkeit und ihr freiheitsliebendes Wesen waren mir sehr sympathisch. Im Laufe der Handlung macht sie eine extreme Entwicklung durch, die aber zu jeder Zeit sehr gut nachvollziehbar war. Die Storyline an sich fand ich zunehmend immer vielseitiger. Hatte ich anfangs noch das Gefühl, die Geschichte ist sehr verspielt, allein schon durch den besondere Erzählstil, so kam nach und nach immer mehr Tiefe, die auch sehr dramatische Wendungen beinhaltet hat. Nach dem anfänglichen besonderen Sog, war ich plötzlich komplett in dieser Welt gefangen. Man erwartet eigentlich einen magischen Fantasy-Roman, doch man bekommt hier viel mehr. Ich empfand alles sehr intensiv, obwohl es vergleichsweise sehr ruhig zugeht, aber ich war gefangen und berührt von diesem Buch. Die Mischung aus Magie, Nostalgie und Drama hatte mich komplett für sich eingenommen. Am Ende empfand ich dieses Werk einfach nur episch und verzaubernd.
Die anfangs etwas undurchsichtige Haupthandlung ist schnell zu einem Faden geworden, der genial durchdacht wurde. Ich habe mit January mit gefiebert, gelitten und gehofft. Dabei kamen immer wieder auch neue Figuren hinzu, die mich fasziniert haben. Die Story selbst empfand ich als absolut unvorhersehbar, manchmal haben mich Wendungen auch sehr überrascht und bewegt.
Fazit
Die zehntausend Türen haben mich auf eine sehr einzigartige Reise entführt, die ich anfangs noch ganz anders erwartet hatte. Dieses Buch ist besonders, magisch, berührend und in meinen Augen auch kein reines Fantasyabenteuer. Der Fokus liegt hier vor allem auf January und ihrer persönlichen Geschichte, weniger auf den unterschiedlichen Türen zu verschiedenen Welten. Manche könnten hier etwas enttäuscht sein, doch ich persönlich war einfach nur begeistert. Die Autorin hat es geschafft, mich komplett ins Geschehen eintauchen zu lassen und ich fand ihre Art und Weise geradezu episch und mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung empfand ich als tiefgründige Mischung aus Magie, Fantasie, Drama und Nostalgie mit leichten Thrill-Elementen. Das Ende war für mich absolut perfekt gewählt und ich hatte nach dem Lesen ein Lächeln im Gesicht. 5 Sterne!
Die Originalfassung „The Ten…
Nico aus dem Buchwinkel am 15.08.2021
Bewertungsnummer: 2748858
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Originalfassung „The Ten Thousand Doors of January“ habe ich bereits vor einem halben Jahr gelesen und sie ist direkt in mein Highlight-Regal gewandert. Dort steht mittlerweile auch „The Once and Future Witches“ von Harrow und es wird auch Platz für alle zukünftigen Bücher von ihr geben, ihr Schreibstil und die behandelten Themen begeistern mich nämlich auf besondere Art und Weise. Worum gehts? Es ist der Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA und die junge January ist ein besonderes Kuriosum in dem weitläufigen Herrenhaus des Kunstsammlers/Kulturdiebes Mr. Locke. Mit ihrer kupferroten Haut und den hellen Augen wird sie von ihm als „eine Art Zwischenwesen“ bezeichnet. Sie selbst weiß nicht, wozu sie gehört. Als nicht weißes Mädchen in einer extrem weißen und patriarchalen Umgebung hat sie es unheimlich schwer. Im Verlauf der Geschichte wird sie immer wieder mit Rassismus und Frauenhass konfrontiert. January lebt auf dem Anwesen, weil ihr Vater im Auftrag Mr. Lockes durch die Welt reisen und diesem Kunstschätze beschaffen muss. January beschreibt ihren Gemütszustand selbst so: „Manchmal war ich so einsam, dass ich glaubte, ich müsste zu Asche zerfallen, die sodann vom nächsten Windstoß davongetragen werden würde.“ Januarys Lage ändert sich aber grundlegend an ihrem 17. Geburtstag, als sie ein seltsames Buch findet und lernt, dass es Türen und TÜREN gibt. Die einen führen in Gebäude, die anderen in fremde Welten. Die magischen Erzählungen in dem Buch offenbaren mehr und mehr Verbindungen zu Januarys eigenem Leben und so muss sie alles zurücklassen, was sie kennt, um die Wahrheit über sich selbst herauszufinden. Januarys Geschichte an sich ist schon sehr lesenswert und auch außer ihr steckt „Die zehntausend Türen“ voller interessanter, diverser und sympathischer Figuren, etwas der Krämerjunge Samuel, Januarys geheimnisvolle Beschützerin Jane oder der Mischlingshund „Bad“. Die Handlung lebt in guten Teilen von den Figuren und der Interaktion zwischen ihnen. Actionszenen gibt es zwar, aber der generelle Ton des Buches ist ruhiger, wenngleich nicht weniger spannend. Obwohl es zwischendurch düster wird und die Themen nicht immer leicht sind (siehe Content Notifications oben), ist der generelle Ton optimistisch und die Geschichte liest sich wie ein Liebesbrief an Vorstellungskraft, Kreativität und das geschriebene Wort, das die Macht hat, Dinge zu verändern. Diese Liebe zu Schrift und Sprache ist dem Buch in vielen Passagen deutlich anzumerken, die blumige Ausdrucksweise entfaltet ihre ganz eigene Magie (neben der Magie der TÜREN und der fremden Welten). In dieser Hinsicht hat mich das Buch auch immer wieder an „Das sternenlose Meer“ von Erin Morgenstern erinnert. Stellenweise wird es für die deutsche Übersetzung aber ganz schön tricky. Nach der Lektüre kann ich feststellen: Die Übersetzung ist stellenweise zwar nicht so elegant wie das Original, aber dennoch deutlich besser als befürchtet. Es rettet sich einiges von der sprachlichen Magie auch in die deutsche Übersetzung – keine einfache Leistung und deshalb ein besonderes Lob an die Übersetzerin Aimée de Bruyn Ouboter. Falls ihr könnt, empfehle ich euch die englische Ausgabe, aber auch die Übersetzung kann ich mit 5 von 5 Sternen und einer fetten Leseempfehlung prämieren!
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