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Unterleuten

Roman. Nominiert für die Shortlist zum 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' 2016


Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Rezension
Claudia Hüllmann, Literatur-Expertin Thalia:
"Unterleuten" ist der Name eines Dorfes in Brandenburg, und dieser Name ist gleichzeitig Programm. Es gibt zahlreiche handelnde Personen, die alle, mehr oder weniger, miteinander verbunden sind. Zwei junge Paare, die vor Kurzem hierher gezogen sind und nun versuchen, in der Gemeinschaft Fuß zu fassen - und zwei seit Ewigkeiten hier lebende verbohrte alte Männer, die aus ihrer Feindschaft keinen Hehl machen. Wiederum andere, die von diesen mehr oder weniger abhängig sind und Partei ergreifen. Juli Zeh schafft ein umfangreiches Spektrum von Charakteren, und auf den 640 Seiten, die dieser Roman umfasst, hat sie sich die Zeit genommen, diese in ihren Handlungen und Befindlichkeiten auf das Gründlichste zu beschreiben. Der Roman beginnt in der Wendezeit; diese schuf Tatsachen und Probleme, mit denen einige überfordert sind. Andere nutzten ihre Chance, wie Gombrowski, der aus der heruntergewirtschafteten LPG ein florierendes landwirtschaftliches Unternehmen machte. Kron, sein Gegner in der Gemeinschaft, der aus seiner Feindschaft keinen Hehl macht, provoziert und sabotiert ihn, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. Als von übergeordneter Stelle der Beschluss gefasst wird, hier einen Windpark zu etablieren, schafft das Stoff für neue Konflikte. Im weitesten Sinne ist das auch einer der Gründe, warum Frederik, der Partner von Linda, eines der beiden Paare, die sich hier eine Zukunft aufbauen wollten, ums Leben kommt. Der Roman ist sehr lesenswert, die Fülle der Facetten, mit denen Juli Zeh ihre Personen ausstattet, ist beeindruckend, die Handlung voller Spannung, manchmal komponiert wie ein Stück Musik. Nicht zuletzt spielt bei der Beschreibung der Natur auch die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat eine Rolle, einem Dorf in Brandenburg.


"Mitreißend geschrieben, lebendig und spannend - ein großer Roman." Natascha Geier / ARD Das Erste (ttt -titel thesen temperamente)
Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015), und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln. 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 640
Erscheinungsdatum 08.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87487-6
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Maße (L/B/H) 22,1/13,9/5,3 cm
Gewicht 837 g
Verkaufsrang 16324
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Willkommen in Unterleuten

Carina Nickenig, Thalia-Buchhandlung Neuwied

Juli Zeh nimmt uns mit in ein kleines Dorf in Brandburg und da trifft man direkt auf die Fülle an Charakteren, die diese Geschichte besonders machen. Mit dem Bau eines Windparks nimmt alles seinen Lauf und heraus kommt ein zeitgenössischer Gesellschaftsroman der unterhaltsam, spannend, nachdenklich und einfach grandios ist.

R. Braun, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Ein sehr interessantes Buch, was sich wie ein Spiegelbild der Gesellschaft wahrscheinlich such auf so ziemlich jede reale Ortschaft übertragen lassen würde.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
111 Bewertungen
Übersicht
79
28
3
0
1

von einer Kundin/einem Kunden am 10.06.2019
Bewertet: anderes Format

Dialoge, Schreibstil einfach grossartig. Milieu Studie von einer Provinzstadt. Jeder will profitieren aber nichts dafür opfern. Einfach ein super Buch. Leseempfehlung!

Aktion und Reaktion im dörflichen Zusammenleben...
von einer Kundin/einem Kunden am 30.05.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Buch entstand laut Klappentext nach einer Recherche des Autors über einen Zeitungsausschnitt. Das Buch, welches dadurch entstand, kann ich nur empfehlen. Für mich das Beste seit langem. Inhaltlich geht es um ein Dorf in einer strukturschwachen Region im Osten von Deutschland. Dort wollen verschiedene Akteure durch den Ba... Das Buch entstand laut Klappentext nach einer Recherche des Autors über einen Zeitungsausschnitt. Das Buch, welches dadurch entstand, kann ich nur empfehlen. Für mich das Beste seit langem. Inhaltlich geht es um ein Dorf in einer strukturschwachen Region im Osten von Deutschland. Dort wollen verschiedene Akteure durch den Bau von gewinnbringenden Windrädern ihre Interessen auf unterschiedlichen Wegen durchsetzen und das teilweise wenig zimperlich. Dabei kommt es zu gewollten und ungewollten Nebeneffekten, die teilweise traurig oder lustig sind und Auswirkungen auf alle Dorfbewohner haben. Der Autor schafft es mit einer schönen Erzählweise und sehr gutem Schreibstil, der mir persönlich sehr gefallen hat, eine flüssige Geschichte des menschlichen Miteinander zum Thema Aktion und Reaktion zu kreieren. Das hört sich etwas trocken an, ist es aber ganz und gar nicht. Man fühlt sich dirket drin, in der ländlichen "Idylle" und kann schwer mit dem Lesen aufhören.

Geniales Buch!
von einer Kundin/einem Kunden aus Schiffweiler am 22.02.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Extrem empfehlenswerte Lektüre. Die Geschichte ist witzig, intelligent, traurig, absurd und vor allem sehr wahr! Bestellung des ebooks ohne jegliche Probleme, schnell und reibungslos.