Harriett Burden war als Gattin eines einflussreichen New Yorker Galeristen immer nur die Frau an der Seite eines berühmten Mannes. Als Witwe wagt sie nun ein raffiniertes Experiment: Sie versteckt sich und ihr Talent als Installationskünstlerin hinter dem angeblichen Werk dreier männlicher Künstler. Doch der Deal droht zu platzen, als einer der Männer ihr Rollenspiel durchkreuzt. Und schon ist man mittendrin in den Machenschaften des Kunstbetriebs, in einer Welt von Gier, Vorurteilen, Ruhm und Geld.
Ein mutiges, schillerndes Meisterwerk, das alle großen Themen Siri Hustvedts aus Literatur, Kunst, Psychologie und Naturwissenschaften versammelt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Das erste Buch, das ich von Siri Hustvedt gelesen habe, und auf Seite 200 habe ich es dann beiseite gelegt. Die vielen Erzähler mit ihren jeweiligen Biografien machten das Lesen mühsam für mich, ich hin mit Protagonistin nicht warm geworden, der ganze Aufbau wirkte etwas verwirrend für mich. Im Buch finden sich seht viele Querverweise auf andere Künstler, Psychologen, Philosophen. Eine sicherlich originelle Art, ein Buch aufzubauen, für mich allerdings zu mühsam zu lesen. Die Sprache gefällt mir jedoch sehr.
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aus Wien
5/5
06.06.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Intellektuelles Meisterwerk
Wie immer ein hoch intelligentes und intellektuelles Buch von Siri Hustvedt, über das Dasein als verheiratete Künstlerin, als kreative verwitwete Frau in ihren 60ern, ihr Schaffen und das Ausverhandeln von Geschlechterrollen im Kunstbetrieb. Besonders stimmig wirken die Kunstinstallationen, die Hustvedt hier erfindet. Ein Meisterwerk.
Bewertung
5/5
25.06.2019
eBook (ePUB 3)
Das Verstummen der inneren Stimme
«Alle intellektuellen und künstlerischen Unterfangen [...], schneiden in der Meinung der Menge besser ab, wenn die Menge weiß, dass sie hinter dem großen Werk [...] einen Schwanz und ein Paar Eier ausmachen kann.»
Siri Hustvedt ist wohl einer der gebildetsten Menschen unserer Zeit - Menschen, nicht Frauen, auf diese Unterscheidung würde sie sicherlich viel Wert legen.
In ihren Bücher finden sich jedes Mal aufs Neue unzählige Anspielungen und Querverweise zur Philosophie, Neurowissenschaft, Literatur und Kunst, sie mischt geschickt verschiedene Genre und gelegentlich kann man sich nicht einmal sicher sein, ob es sich bei ihren Protagonisten um Männer oder Frauen handelt. Siri Hustvedt ist Philosophin, Historikerin und Literatin, sie schreibt Essays, untersucht den Konstruktivismus und die Rolle der Kunst. Allen voran ist sie jedoch eines: Feministin - und nirgendwo wird dies deutlicher als in ihrem Roman "Die gleißende Welt." Wobei der Begriff "Roman" dabei sehr eng gegriffen wäre, mischt Hustvedt hier doch verschiedene literarische Erzählformen wie den Tagebucheintrag, das Interview, das Gedicht und den Brief, die alle vereint ein Gesamtkunstwerk ergeben, das sich dem Leben von Harriet, Harry, Burden widmet. Die Künstlerin Burden, Witwe und seinerzeit im Schatten ihres Ehemannes, dem Kunsthändler Felix Lord, strebt schon ihr ganzes Leben nach berechtigter Anerkennung für ihre Kunst, steht jedoch seither im Schatten ihrer männlicher Konkurrenz. Nach dem Tod ihres Mannes zieht Burden die Reißleine. Um ihre Kunst endlich angemessen präsentieren zu können, sucht sie sich drei Strohmänner, alles junge, unerfahrene Künstler, die ihre Werke als deren eigene ausgeben und diese ausstellen sollen. Dreimal versteckt sie sich fortan hinter dem anderen Geschlecht - dreimal wird die Ausstellung ein voller Erfolg. Zweimal geht Burden mental gestärkt aus der Täuschung hervor, einmal balanciert sie am Abgrund und verliert alles, was sie sich aufgebaut hat.
"Die gleißende Welt" ist ein Buch, das in seiner Art so anders ist, so neu, dass man sich darauf erst einmal einstellen muss. Hustvedts ungewöhnlicher Erzählstil lässt Harriet Burden auf eine Art lebendig werden, die uns in der nächsten Sekunde zur bevorzugten Suchmaschine greifen lässt, um das Leben dieser ungewöhnlichen Frau weiter zu ergründen - nur um dann feststellen zu müssen, dass Hustvedts Roman wirklich nur das ist, was es scheint: ein Roman, Fiktion, nicht mehr.
Durch die unterschiedlichen Textarten, teilweise nur fragmentarisch dargestellt, schafft die Autorin eine hohe Authentizität und erzeugt eine außerordentliche Empathie, nicht nur für die alternde Künstlerin, sondern auch für deren größten Widersacher. Die Charaktere sind durchweg vielschichtig dargestellt, vor allem Harriet Burden, eine Frau im Spannungsfeld zwischen Selbstzweifeln und Stolz, die jahrelang intellektuell gebändigt und von ihrem Ehemann unterdrückt wurde, wächst bereits nach wenigen Seiten ans Herz. Man lernt Bruden zu lieben - für ihre skurrile, überaus intelligente und teilweise doch sehr wirre Art. Hustvedt nutzt diese Ausgangslage für einen lauten Schrei des Feminismus', sie klagt an und stellt sie bloß - die Welt der Männer, die Welt der Kunst, die Welt ganz allgemein. "Die gleißende Welt" schäumt nur so über vor erzählerischer Wucht und zeigt Hustvedts ganzes literarisches Spektrum. Hustvedts Können ist jedoch auch Grund dafür, dass der Roman einiges von seinem Leser fordert: das Handlungsgeflecht ist sehr dicht, immer wieder nutzt Hustvedt den Raum für naturwissenschaftliche und philosophische Studien, sie geht intensiv auf das Konzept der subjektiven Wahrnehmung ein und zitiert immer wieder Größen der Literatur. Ab und an macht es doch den Eindruck, als traue die Autorin ihren Lesern etwas zu viel zu - dennoch "Die gleißende Welt" sprüht nur so vor neuen Ideen, literarischen Experimenten und feministischen Ansichten.
Zum Schluss ist "Die gleißende Welt" ein Porträt einer zerbrechlichen, außergewöhnlichen Frau, die in ihrem Leben eigentlich immer nur einen Wunsch hatte: gesehen zu werden.
"Ich will im gleißenden Licht erstrahlen, es krachen lassen und brüllen. [...]Das wollen wir doch alle."
Das wollen wir doch alle.
Bewertung
5/5
05.05.2015
eBook (ePUB 3)
die Frau an seiner Seite...
Zugegeben , ganz neu ist der Coup nicht , den die eigenwillige schon fast exentrisch zu nennende Harriet Burden für die New Yorker Kunstwelt bereit hält, nämlich eigene Werke als die von drei mehr oder weniger befreundeten Künstlern, noch dazu von Männern - auszugeben ! Zu dieser Methode haben schon Frauen aus allen Jahrhunderten und in allen Bereichen der Kunst, Musik , Wissenschaft und der Kriegsführung greifen müssen , um ihre Werke ins Licht der Öffentlichkeit zu stellen oder nur um ihre Meinung zu vertreten . Auch Harriet war lange nur " die Frau an seiner Seite " und sieht jetzt als Witwe eines Galeristen eine Chance für ein dubioses Maskenspiel ! Der Plan lässt sich auch ganz gut an, bis einer der Künstler aussteigt und einen eigen Plan dagegen hält. Ein besonderer Roman über die Kunstwelt ist hier gelungen , über Macht, Einfluss und natürlich Geld und außerdem ein spannender Blick auf die Wahrnehmung und die Geschlechterrollen mit denen Siri Hustvedt meisterlich herumjongliert. Was mir persönlich besonders gefällt : mit diesem Roman ist Siri Hustvedt nach New York und in die Welt von " Was ich liebte " zurückgekehrt ...großartig !
Odilie Pressberger
aus Regensburg (Donau EKZ)
5/5
04.05.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sie interessieren sich für moderne Kunst und die Geschlechterfrage?
Falls Sie sich für moderne Kunst und die Geschlechterfrage interessieren, könnte das ein hochinteressanter Roman für Sie sein! Sie lieben die Werke von Louise Bourgeois? Sie denken nach über die Ungerechtigkeit bei der Bezahlung und Wahrnehmung von Malerinnen und Malern? Sie lieben das Buch "Wittgensteins Mätresse" von David Markson und haben immer schon händeringend nach etwas in dieser Art gesucht??? Dann ist dieser Roman von Siri Hustvedt genau das Richtige für Sie!
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