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Christian Reuter

Christian Reuter, getauft 9. 10. 1665 Kütten bei Halle - nach 1712 an unbekanntem Ort. R. stammte aus einer Bauernfamilie und begann nach dem Besuch der Leipziger Thomasschule und des Merseburger Domgymnasiums erst im Alter von 23 Jahren mit dem Jurastudium in Leipzig, das er nie zu Ende führen sollte. Satirische Anspielungen auf Leipziger Bürger in seinen literarischen Arbeiten hatten Karzerstrafen, vorübergehende Relegationen und schließlich den Verweis von der Universität auf Lebenszeit zur Folge. 1700 wurde er Sekretär eines Kammerherrn in Dresden, aber auch hier fiel er möglicherweise wegen einer Komödie in Ungnade. In Berlin schlug er sich dann, nachweisbar ab 1703, mit höfischen Gelegenheitsdichtungen durch. Nach 1712 verliert sich seine Spur. Seine Leipziger Komödien um Frau Schlampampe und ihre kleinbürgerliche Familie entlarven, indem sie Anspruch und vulgäre Wirklichkeit gegenüberstellen, drastisch das Streben nach höherem sozialen Rang und vornehmer Lebensart. R. wies

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Schelmuffskys warhafftige curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande Produktbild: Schelmuffskys warhafftige curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande

Schelmuffskys warhafftige curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande

Christian Reuters Schelmuffskys warhafftige curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande ist eine der eigentümlichsten Prosasatiren des deutschen Barock. In der Form eines Reiseberichts erzählt der großsprecherische Schelmuffsky von angeblichen Abenteuern, Gefahren und Wundern, deren offenkundige Unwahrscheinlichkeit den Wahrheitsanspruch des Titels ironisch unterläuft. Der derbe, mündlich wirkende Stil, die komische Selbstentlarvung des Erzählers und die Parodie zeitgenössischer Entdeckungs- und Abenteuerliteratur machen den Text zu einem frühen Höhepunkt des deutschen Schelmen- und Lügenromans. Christian Reuter, um 1665 in Kütten geboren und 1712 in Berlin gestorben, war mit höfischer, studentischer und städtischer Kultur seiner Zeit vertraut. Seine Erfahrungen in Leipzig, sein Blick für soziale Maskenspiele und seine Begabung für satirische Typisierung prägten auch die Figur Schelmuffsky. Reuter schrieb in einer Epoche, in der Standesdünkel, gelehrte Pose und Reiselust literarisch besonders produktiv waren; sein Werk verwandelt diese Phänomene in sprachlich virtuose Komik. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die frühneuzeitliche Literatur nicht als museales Dokument, sondern als scharfsinnige, lebendige Kunst entdecken möchten. Wer Freude an unzuverlässigem Erzählen, burlesker Übertreibung und sozialer Satire hat, findet in Schelmuffsky einen überraschend modernen Text, dessen Witz gerade aus der Kollision von prahlerischer Weltläufigkeit und provinzieller Beschränktheit entsteht.
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