MB

Mike Blankenburg

Seit seiner frühen Kindheit ist er begeisterter Filmfan und Sammler. Mit Klassikern wie „Dracula“ mit Christopher Lee, „Die Nacht der lebenden Toten“ oder „The Fog - Nebel des Grauens“ entstand die Liebe zum klassischen fantastischen Film. Im Februar 2022 hat er zusammen mit Holger Borgstedt, Thomas Hortian und Lexi Konrad mit „Dawn Of The Dead - Blutrausch im Kaufhaus“ eine Hommage an George A. Romeros Zombie-Klassiker auf den Markt gebracht. Im Juni des gleichen Jahres ist in Zusammenarbeit mit Thomas Hortian das Buch „Lucio Fulci - Godfather Of Gore“ erschienen. „Action-Heroes“ ist seine erste Solo-Arbeit. Aktuell arbeitet er an weiteren Filmbüchern und Booklets, unter anderem an einem Sonderband über das italienische Exploitationkino der 1960er-, 70er- und 80er-Jahre.

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Röhrenkult und Bandsalat, Band 1: VHS, Videotheken und die analoge Medienzeit (Scene 42-Retro Archiv) Produktbild: Röhrenkult und Bandsalat, Band 1: VHS, Videotheken und die analoge Medienzeit (Scene 42-Retro Archiv) Vorbesteller Neu

Röhrenkult und Bandsalat, Band 1: VHS, Videotheken und die analoge Medienzeit (Scene 42-Retro Archiv)

Als Filme noch aus dem Regal kamen, Kassetten rauschten und die Videothek ein Versprechen war.



Es gab eine Zeit, in der ein Filmabend nicht mit einem Klick begann. Man ging in die Videothek, stöberte durch sauber aufgereihte Cover, prüfte Rückseiten, ließ sich beraten, wartete auf Rückgaben und hoffte, dass der gewünschte Titel nicht schon wieder ausgeliehen war. Zwischen Neonlicht, Verleihkarte, Rückspulpflicht und Erwachsenen-Tür entstand eine eigene Medienkultur, die heute fast verschwunden ist.



Röhrenkult und Bandsalat – Band 1: VHS, Videotheken und die analoge Medienzeit eröffnet das Scene 42 – Retro Archive und führt zurück in diese Welt aus Magnetband, Röhrenfernsehern, Hörspielkassetten, TV-Ritualen und Verleihregalen. Der Band erzählt von der Geschichte der VHS, vom Formatkrieg zwischen VHS und Betamax, vom Aufstieg und Niedergang der Videotheken und von der Frage, warum diese Orte für viele Filmfans weit mehr waren als bloße Ausleihstationen.



Im Mittelpunkt stehen nicht nur Technik und Nostalgie, sondern auch die sozialen Räume der Videotheken: Gespräche an der Theke, Empfehlungen, Stammkunden, abgeschirmte Erwachsenenbereiche, Horrorregale, indizierte Titel und jene Mischung aus Neugier, Verbot und Entdeckung, die eine ganze Generation geprägt hat. Interviews mit ehemaligen Videothekarinnen geben Einblick in einen Alltag, der heute selbst schon Mediengeschichte ist.



Der Band widmet sich außerdem der deutschen Zensur- und Videothekenära zwischen 1970 und 1999. FSK, BPjM, Indizierungen, Beschlagnahmungen und die Debatten um sogenannte Gewaltvideos werden ebenso behandelt wie markante Titel der VHS-Zeit, darunter Muttertag , Gesichter des Todes , Todesmarsch der Bestien und Ein Zombie hing am Glockenseil .



Doch die analoge Medienzeit bestand nicht nur aus Filmen. Deshalb blickt dieses Buch auch auf TV-Kult, Musiksendungen, Krimi-Formate, Schimanski, Samstagabendrituale, Familienfantasy und Hörspielwelten. TKKG, Die drei ??? und weitere Kassettenhelden rufen eine Zeit zurück, in der Stimmen, Cover, Bandrauschen und Pausentasten eigene Räume im Kopf öffneten.



Röhrenkult und Bandsalat ist ein Archivband für alle, die wissen, dass Medien früher Platz brauchten: im Regal, im Wohnzimmer, in der Tasche, im Gedächtnis. Ein Buch über VHS, Videotheken und die analoge Medienzeit. Nicht als bloße Verklärung, sondern als Blick auf eine Kultur, die den Filmabend zu einem Erlebnis machte, bevor der Film überhaupt begann.
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