Meine letzte RezensionMagnus Knut Hansen - Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin.von Mikkel Robrahn
Beim Thema Fantasy bin ich sehr wählerisch - und als ich "Magnus Knut Hansen" erspäht habe, war es um mich (als gebürtige Schleswig-Holsteinerin) geschehen. Fantasy in Norddeutschland! Jener ist als Leuchtturmwärter in Friesennerz und Gummistiefeln zufrieden mit seinem Grill und dem Lieblings(haus)schaf Dörte, als sein beschauliches Leben plötzlich durcheinandergewirbelt wird. Auf der Jagd nach den Entführern seiner Dörte gerät er in einen Meeresstrudel und erwacht an fremden Gestaden, die sich - zum Glück - nicht als Sylt herausstellen (zu viele Yuppies). Dafür heften sich eine schriftstellerisch begabte Möwe und ein streitwütiger wie kampferprobter Aal an seine Fersen und stehen ihn in den kommenden Abenteuern bei, die so herrlich absurd sind, dass man zwischen zwei Kicheranfällen kaum zum Luftholen kommt. Ich höre beim lesen förmlich den friesischen Dialekt heraus, aber Magnus bleibt beim Hochdeutschen und snackt keen Platt, um die geneigten Leser nicht abzuschrecken. Visuell habe ich einen etwas jüngeren Torsten Sträter im Friesennerz vor Augen, und genau so einen gemütlich-trockenen Humor, wobei mich der Ideenreichtum auch an Marc-Uwe Kling erinnert. Auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung, wenn man sich mal der Unbeschwertheit hingeben will. Und bei alledem wollte Magnus nie der Held sein, sondern einfach nur sein Schaf wieder haben...