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L. Streithoff Buchhandlung: Thalia Nordhausen – Marktpassage
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Meine letzte Rezension Im Herzen der Katze von Jina Khayyer
...so anschaulich beschreibt Jina Khayyer den Iran: wenn sie von der weiten Landschaft erzählt, von der flirrenden Hitze in der Wüste und den massiven Bergen, bekommt man sofort Fernweh. Sie beschreibt die uralte Kultur mit Persepolis, der Poesie von Hafis oder den Lehren von Zarathustra – Themen, bei denen ich beim Lesen erst mal festgestellt habe, wie erschreckend wenig ich eigentlich darüber weiß. Dazu kommen die Gastfreundschaft, die vielfältigen Dankesformeln und viele Gesten und Rituale, die eine ganz eigene, tiefe Bedeutung haben. Man taucht beim Lesen regelrecht in das Land ein. Besonders die Tanten habe ich ins Herz geschlossen. Man spürt sofort diese unglaubliche Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, aber eben auch die Narben und die erschütternden Lebensgeschichten, die diese Frauen geprägt haben. Andererseits hat diese Schönheit einen extrem bitteren Beigeschmack: Die ständige Bedrohung ist überall und bestimmt das Leben, besonders das der Frauen. Dass sie ein Kopftuch tragen müssen oder Alkohol verboten ist, sind bekannte Fakten. Es sind aber die vielen kleinen Dinge, die zeigen, wie tief die Unterdrückung im Alltag sitzt: Dass es für eine Frau schon als anstößig gilt, schnell zum Bus zu rennen, dass es gefährlich sein kann, eine „Vogue“ im Haus zu haben, oder dass Buchhandlungen einen doppelten Boden brauchen, um die wirklich interessanten Bücher vor den Zensoren zu verstecken. Es ist ein Leben im permanenten Versteckspiel. Ein Zustand, der seit Generationen anhält. Schon 1979 wehrten sich die Tanten vergeblich gegen die Repressalien, 2009 war die Erzählerin selbst während der Grünen Revolution im Land. 2022 ist ihre Nichte Nika Teil des Widerstands: sie ist aktiv an den Protesten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini beteiligt, filmt die Gewalt und die Niederschlagung auf der Straße und schickt diese Aufnahmen ihrer Tante. Nika wird zur Stimme der jungen Generation, die unfassbar mutig, vernetzt und sichtbar ist – und gleichzeitig extrem verletzlich. Diese Szenen sind beim Lesen nur schwer auszuhalten – sie sind ebenso eindringlich wie verstörend. Was das Buch für mich so stark macht, sind die vielen konkreten, oft kleinen Beobachtungen, durch die man ein Gefühl für den Alltag bekommt. Dazu kommt eine Poesie in der Sprache, die mich zwischendurch echt umgehauen hat. Gleichzeitig hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sich die ausführlichen Beschreibungen etwas ziehen. Auch in der Struktur wirkt der Text nicht immer ganz geschlossen, manche Erzählstränge blieben für mich etwas offen. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau, denn die Bilder, die Khayyer erzeugt – das Porträt eines Landes zwischen wunderschöner Poesie und brutaler Gewalt – sind so intensiv, dass sie noch lange nachklingen.
ab 25,00 €
Produktbild Im Herzen der Katze
5/5
  • L. Streithoff
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5/5

Im Herzen der Katze

...so anschaulich beschreibt Jina Khayyer den Iran: wenn sie von der weiten Landschaft erzählt, von der flirrenden Hitze in der Wüste und den massiven Bergen, bekommt man sofort Fernweh. Sie beschreibt die uralte Kultur mit Persepolis, der Poesie von Hafis oder den Lehren von Zarathustra – Themen, bei denen ich beim Lesen erst mal festgestellt habe, wie erschreckend wenig ich eigentlich darüber weiß. Dazu kommen die Gastfreundschaft, die vielfältigen Dankesformeln und viele Gesten und Rituale, die eine ganz eigene, tiefe Bedeutung haben. Man taucht beim Lesen regelrecht in das Land ein. Besonders die Tanten habe ich ins Herz geschlossen. Man spürt sofort diese unglaubliche Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, aber eben auch die Narben und die erschütternden Lebensgeschichten, die diese Frauen geprägt haben. Andererseits hat diese Schönheit einen extrem bitteren Beigeschmack: Die ständige Bedrohung ist überall und bestimmt das Leben, besonders das der Frauen. Dass sie ein Kopftuch tragen müssen oder Alkohol verboten ist, sind bekannte Fakten. Es sind aber die vielen kleinen Dinge, die zeigen, wie tief die Unterdrückung im Alltag sitzt: Dass es für eine Frau schon als anstößig gilt, schnell zum Bus zu rennen, dass es gefährlich sein kann, eine „Vogue“ im Haus zu haben, oder dass Buchhandlungen einen doppelten Boden brauchen, um die wirklich interessanten Bücher vor den Zensoren zu verstecken. Es ist ein Leben im permanenten Versteckspiel. Ein Zustand, der seit Generationen anhält. Schon 1979 wehrten sich die Tanten vergeblich gegen die Repressalien, 2009 war die Erzählerin selbst während der Grünen Revolution im Land. 2022 ist ihre Nichte Nika Teil des Widerstands: sie ist aktiv an den Protesten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini beteiligt, filmt die Gewalt und die Niederschlagung auf der Straße und schickt diese Aufnahmen ihrer Tante. Nika wird zur Stimme der jungen Generation, die unfassbar mutig, vernetzt und sichtbar ist – und gleichzeitig extrem verletzlich. Diese Szenen sind beim Lesen nur schwer auszuhalten – sie sind ebenso eindringlich wie verstörend. Was das Buch für mich so stark macht, sind die vielen konkreten, oft kleinen Beobachtungen, durch die man ein Gefühl für den Alltag bekommt. Dazu kommt eine Poesie in der Sprache, die mich zwischendurch echt umgehauen hat. Gleichzeitig hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sich die ausführlichen Beschreibungen etwas ziehen. Auch in der Struktur wirkt der Text nicht immer ganz geschlossen, manche Erzählstränge blieben für mich etwas offen. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau, denn die Bilder, die Khayyer erzeugt – das Porträt eines Landes zwischen wunderschöner Poesie und brutaler Gewalt – sind so intensiv, dass sie noch lange nachklingen.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Ein Sommer in Prag
    • L. Streithoff
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    5/5

    Ein Sommer in Prag

    Ein fesselndes Buch, das die Leser in die düstere Ära des Stalinismus mitnimmt, eine Zeit, die geprägt war von strenger politischer Kontrolle, Zensur und Verfolgung von politischen Gegnern, in der das allgegenwärtige Spitzelsystem das Leben der Menschen durchdrang. Die junge Sängerin Jana ist eine sympathische Heldin, deren innere Kämpfe und Träume den Leser berühren. Aufgrund ihrer "politisch unzuverlässig" geltenden Haltung darf sie nicht mit ihrem Folklore-Ensamble auf Tournee ins Ausland. Sie stammt aus schwierigen Familienverhältnissen: der Vater ist in den Westen geflohen, die älteren Brüder sind im Straflager. Trotzdem gelingt es ihr, die bedrückende Atmospähre mit einem humorvollen Unterton zu überwinden und mit Leichtigkeit und Witz den Widrigkeiten zu trotzen. Die bildreiche Sprache lässt die Leser in das sommerlich heiße Prag eintauchen, während gleichzeitig der Schatten der politischen Repression überallem liegt. Die Verknüpfung von Humor und Tragik macht es zu einem eindrucksvollen Roman, der zum Nachdenken anregt und trotzdem unterhält. Zu empfehlen für alle, die sich für Geschichte und Erfahrungen in totalitären Regimen interessieren. Ein Buch, das lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt. Ich hoffe, dass von der Autorin noch weitere Werke übersetzt werden.

  • Produktbild Eine Geschichte des Römischen Reiches in 21 Frauen
    • L. Streithoff
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    5/5

    Eine Geschichte des Römischen Reiches in 21 Frauen

    Obwohl ich ehrlich gesagt nicht viel mit dem alten Rom anfangen konnte, hat es dieses Buch tatsächlich geschafft, mich für diese Welt zu begeistern. Mit viel Humor und Empathie führt uns Emma Southon durch die Geschichte des römischen Reiches, stellt 21 Frauen vor und beleuchtet deren Rollen in einer von Männern dominierten Welt. Dabei gelingt es ihr, komplexe historische Themen aufzugreifen und aufzulockern, ohne die Bedeutung der Ereignisse zu schmälern. Besonders der Humor, der oft Popkultur und Ironie mit ernsten Themen verbindet, bringt eine erfrischende Leichtigkeit ins Buch – auch wenn dieser Humor nicht jedermanns Geschmack trifft. Besonders spannend ist, wie Southon die oft unbekannten Frauen der römischen Geschichte lebendig werden lässt – nicht nur als Nebenfiguren großer Erzählungen, sondern als Akteurinnen ihrer Zeit. Das Buch geht nicht nur auf Macht und Politik ein, sondern auch auf Alltag, Kultur und die sozialen Strukturen der damaligen Zeit. Southon erklärt nicht nur die historischen Ereignisse, sondern reflektiert auch über die Quellenlage und die Art und Weise, wie Geschichte oft zugunsten einer männlich geprägten Erzählweise überliefert wurde. Die moderne Sprache und der Humor können manchmal etwas gewollt wirken, aber insgesamt sorgt der frische Ansatz für einen neuen Zugang zur römischen Geschichte. Ein großes Plus gibt es für das schöne Cover, das mich sofort angesprochen hat.

    • Eine Geschichte des Römischen Reiches in 21 Frauen
    • Emma Southon
    • ab 28,00 €
  • Produktbild Die Zeit der Kinder
    • L. Streithoff
    • Buchhändler/-in

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    5/5

    Die Zeit der Kinder

    Kinder auf der ganzen Welt besuchen heute selbstverständlich den "Kindergarten", eine Einrichtung, die aus dem modernen Bildungsalltag nicht mehr wegzudenken ist. Es ist kaum vorstellbar, wie revolutionär diese Idee einst war – und welchem gewaltigen Widerstand sie sich in ihren Anfangsjahren, bis hin zum Verbot, ausgesetzt sah. Friedrich Fröbel, der Vater des Kindergartens, musste nicht nur gegen gesellschaftliche Konventionen kämpfen, sondern auch gegen tief verwurzelte Vorstellungen von Erziehung und Bildung. Fröbel wollte, dass Kinder durch freies Spiel und kreative Entfaltung aktiv lernen und sich entwickeln. Doch diese Idee stieß auf starken Widerstand. Viele, besonders die Kirche, die Oberschicht und die Regierung, sahen in Fröbels Ansatz eine Gefahr für die traditionellen Werte und die Kontrolle über die Gesellschaft. Erzählt wird der Roman aus Sicht von zwei Frauen, die sich in dieser Zeit der Umbrüche ihren eigenen Weg bahnen. Zum einen Luise Levin, eine junge Frau aus der bürgerlichen Oberschicht, die gegen den Widerstand ihrer Familie Kindergärtnerin wird. Ihre Entscheidung, in Fröbels Institut zu arbeiten, ist nicht nur ein beruflicher Schritt, sondern ein Akt der Selbstbestimmung in einer Welt, die Frauen enge Grenzen setzt. Und dann gibt es noch Marieke, die in Armut aufwächst und eine harte Kindheit in einer Verwahranstalt hinter sich hat. Für sie ist der Kindergarten nicht nur eine neue Chance auf Bildung, sondern auch ein Hoffnungsschimmer in einer Welt, die ihr kaum Chancen bietet. Dank der sorgfältigen Recherche und des lebendigen Schreibstils wird die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts anschaulich und greifbar. Die Zeit mag heute fern erscheinen, doch der Roman erweckt sie zum Leben und lässt die revolutionären Ideen und sozialen Umbrüche der Epoche lebendig werden. Für mich war es ein spannender Ausflug in eine Zeit, die ich im Geschichtsunterricht immer als langweilig empfand, aber durch diesen Roman in einem ganz neuen Licht erschien. Es gibt in diesem vielschichtigen Roman noch so viele Aspekte und Details, die hier nicht zur Sprache kommen können – ein Grund mehr, dieses fesselnde Buch selbst zu entdecken! PS: Ein interessanter Fakt für alle Nordhäuser: Ida Seele-Vogeler, die erste Kindergärtnerin der Welt, wurde in Nordhausen geboren und starb dort auch. Sie spielte eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Fröbels Ideen, heute erinnert das Denkmal in "Ida´s Wald - und Wiesenkinder" Kintergarten an sie.

  • Produktbild 84, Charing Cross Road
    • L. Streithoff
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    5/5

    84, Charing Cross Road

    Im Jahr 1949 sucht die New Yorker Autorin Helene Hanff ein ganz bestimmtes Buch. Lange bevor es Internet, Amazon und Co. gibt, wendet sie sich mit einem Brief an ein Antiquariat in London. Aus dieser Anfrage entsteht ein bezaubernder Briefwechsel – ein lebendiger Austausch über Bücher, das Weltgeschehen und das Leben –, der sich über zwei Jahrzehnte zu einer tiefen Freundschaft entwickelt. Ein Klassiker voller Wärme und Esprit – klein und fein, aber eindrucksvoll

  • Produktbild Radatouille
    • L. Streithoff
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    5/5

    Radatouille

    Frankreich – unser direkter Nachbar, Sehnsuchtsort, politischer Partner, sportlicher Rivale. Doch wie gut kennen wir dieses Land wirklich? Jean-Marie Magro, Münchner mit französischen Wurzeln und passionierter Rennradfahrer, geht dieser Frage auf ganz eigene Weise nach – nämlich vom Sattel seines Fahrrads aus. Auf 3000 km mit dem Rennrad durchquert Jean-Marie Magro Frankreich und liefert ein vielschichtiges Porträt des Landes. Vom Grand Départ in Paris über die berüchtigte „Hölle des Nordens“ bis in die sonnigen Gefilde der Provence tritt Magro kräftig in die Pedale. Dabei macht er immer wieder Zwischenstopps: Er erkundet Städte, verkostet Cognac und führt Gespräche mit Landwirten, Politikern, Buchhändlern und Winzern. So wird die kulturelle, historische und politische Vielfalt Frankreichs lebendig, liebevoll und mit einer Prise Humor erzählt. Für alle, die glauben, Frankreich zu kennen – und für jene, die das Land ganz neu entdecken wollen: Maillot Jaune für dieses detailreiche, charmante Frankreich-Porträt!

  • Produktbild Weltgeschichte(n) - Die letzte Pharaonin: Kleopatra
    • L. Streithoff
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    5/5

    Weltgeschichte(n) - Die letzte Pharaonin: Kleopatra

    Mit den Büchern von Dominic Sandbrook wird Geschichte für pfiffige Kinder lebendig. Spannend wie ein Abenteuerroman, sorgfältig recherchiert wie ein Sachbuch, entführt die Reihe die Leser an bedeutende Schauplätze der Weltgeschichte, mitten hinein in historische Ereignisse. In "Kleopatra: Die letzte Pharaonin" reisen wir in die faszinierende Welt des Alten Ägyptens. Kleopatra VII. war die letzte Königin von Ägypten und eine der berühmtesten Figuren der Antike. Sie war eine kluge Herrscherin, die ihr Land durch schwierige Zeiten führte, in ihrer Familie gab es viele Intrigen und Machtkämpfe, Kleopatra musste oft um ihren Thron kämpfen. Legendär sind ihre Beziehungen zu Julius Cäsar und Marcus Antonius, mit denen sie versuchte das Schicksal Ägyptens zu beeinflussen. Sandbrook versteht es detaillierte historische Fakten mit fesselnden Erzählungen zu verweben, sodass man das Gefühl hat, selbst Teil der Geschichte zu sein. Ein kleiner Kritikpunkt: der Verlag empfiehlt das Buch schon ab 10 Jahren, ich würde es erst ab 12 Jahren empfehlen, da einige Szenen mit Machtkämpfen, Intrigen und Kriegen dramatisch und manchmal auch beängstigend sein könnten.

    • Weltgeschichte(n) - Die letzte Pharaonin: Kleopatra
    • Dominic Sandbrook
    • ab 10,99 €
  • Produktbild Kleopatras Grab
    • L. Streithoff
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    4/5

    Kleopatras Grab

    „Kleopatras Grab“ entführt den Leser in das moderne Alexandria, während es gleichzeitig die geheimnisvolle Vergangenheit der Stadt lebendig werden lässt. Im Zentrum steht die junge Kommissarin Theodora Costanda, die einen Mordfall aufklären soll, der sie auf eine spannende Reise in die Welt von Verschwörungen, geheimen Ritualen und der Jagd nach dem sagenumwobenen Grab der Kleopatra führt. Besonders stark ist die Darstellung Alexandrias: einem Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen – eine Kulisse, die dem Roman eine besondere, mystische Atmosphäre verleiht. Viel faszinierendes Hintergrundwissen fließt durch die gründliche Recherche ins Buch ein. Trotz dieser Stärken weist der Roman auch einige Schwächen auf. Die Handlung wirkt an manchen Stellen sprunghaft und die Vielzahl an Geheimnissen und Verschwörungen macht die Erzählung etwas unübersichtlich. Die Ermittlungen treten zurück, während geheime Rituale und Verschwörungen dominieren. Die Auflösung des Mordfalls wirkt dadurch etwas abrupt, da sich die Geschichte mehr auf Bruderschaften und historische Entdeckungen konzentriert.Dennoch bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten, und einige unerwartete Wendungen sorgen für zusätzliche Überraschungen. Trotz Schwächen in der Krimihandlung kommen vor allem Fans von Ägypten und Archäologie auf ihre Kosten. Die zahlreichen historischen Anspielungen und die gründliche Recherche machen den Roman besonders interessant. Besonders packend sind die Passagen zur Suche nach Kleopatras Grab. Schreiber versteht es, Spannung zu erzeugen und den Leser mit unerwarteten Wendungen zu überraschen – was Neugier auf die Fortsetzung weckt.

  • Produktbild Mord im alten Athen
    • L. Streithoff
    • Buchhändler/-in

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    4/5

    Mord im alten Athen

    Margaret Doodys historischer Krimi führt ins antike Athen zur Zeit Aristoteles’. Der junge Stephanos wird in eine Intrige verwickelt, bei der sein Cousin Philemon des Mordes verdächtigt wird. Mit Hilfe seines Mentors Aristoteles versucht er, die Wahrheit aufzudecken. Der lebendige Stil und die authentischen Figuren machen die Geschichte fesselnd. Besonders faszinierend sind die Einblicke in den Alltag, die Denkweise und die gesellschaftlichen Strukturen des alten Athens – der Wiege unserer Kultur. Außerdem erfährt man viel über die antike Justiz und deren Rechtsprechung. Einziger kleiner Kritikpunkt sind stellenweise Erzähl-Längen, die den Lesefluss kurz unterbrechen, aber die spannende Handlung und die historischen Einblicke gleichen das problemlos aus. Für alle Fans klassischer Who-dunnit-Krimis, die gerne miträtseln, wer der Täter war. Nebenbei macht der Krimi Lust, noch mehr über das Alte Griechenland zu erfahren. Der Roman wurde bereits 1978 erstmals veröffentlicht und war der Auftakt zu einer 11-teiligen Serie – ich hoffe, dass bald auch die restlichen Bände neu aufgelegt werden.

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