Meine letzte RezensionWann wird es endlich wieder so, wie es nie warvon Joachim Meyerhoff
Wann wird es endlich so, wie es nie war von Joachim Meyerhoff ist der zweite Teil seiner autobiografisch geprägten Romanreihe und erzählt eindrucksvoll von einer Kindheit an einem Ort, der gleichermaßen außergewöhnlich wie prägend ist: einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, die vom Vater des Protagonisten geleitet wird.
Die Perspektive des jungen Erzählers macht diese Welt besonders zugänglich. Zwischen Patienten, Familienalltag und inneren Konflikten entsteht ein Bild, das zugleich skurril, komisch und manchmal auch verstörend wirkt. Meyerhoff gelingt es dabei, die außergewöhnliche Umgebung nicht nur als Kulisse zu nutzen, sondern als prägenden Bestandteil einer Kindheit, die zwischen Geborgenheit und Überforderung schwankt.
Typisch für den Autor ist der Wechsel zwischen Leichtigkeit und Tiefe: Viele Szenen sind absurd-komisch und mit feinem Gespür für Situationskomik erzählt, während andere Momente plötzlich eine unerwartete Schwere entwickeln. Gerade diese Kontraste machen den Roman besonders eindringlich.
Im Zentrum steht eine Familie, die trotz aller Spannungen eng miteinander verbunden bleibt, aber auch mit ihren jeweiligen Rollen und Grenzen kämpft. Der Vater erscheint dabei ebenso charismatisch wie unzuverlässig, die Mutter als organisierende Kraft mit stiller Erschöpfung, während die Kinder ihren Platz in diesem ungewöhnlichen Umfeld suchen.
Insgesamt bleibt der Roman sehr unterhaltsam und literarisch stark, auch wenn einzelne Passagen durch ihre Skurrilität oder Länge etwas ausfransen können. Die Mischung aus Humor, Tragik und Erinnerung verleiht dem Buch jedoch eine besondere Intensität.