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J. Wendland Buchhandlung: Thalia Hamburg – EEZ
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Meine letzte Rezension Mehl, Magie und Machenschaften von T. Kingfisher
Was im ersten Moment aufgrund des Titels den Eindruck erweckte, Kingfisher sei auf den Travis-Baldree-Cosy-Fantasy-Zug aufgesprungen, entpuppte sich als völlig andere Geschichte, in der es nur vordergründig um Magie geht, sondern eigentich um den Umgang der Gesellschaft mit dem Andersartigen. Magie ist verpönt und verboten, wird jedoch im Rahmen der Regierung und in Form von kleineren, nicht so machtvollen Ausprägungen toleriert. Bis sie nicht mehr toleriert wird, die bei der Regierung angestellten Magier unter einem Vorwand aus der Stadt gelockt werden und die geringbegabten Zaubermächtigen zunächst eingeschüchtert und nach und nach verfolgt und im Zuge regelrechter Pogrome bedroht werden. Die Regentin weiß von nichts, bis die magiebegabte Protagonistin, deren einzige Magie darauf beruht, Teig dazu zu bringen sich nach ihrem Willen zu formen und zu beleben, sie darauf hinweist. An diesem Wendepunkt bekommen verschiedene Charaktere die Gelegenheit über sich hinauszuwachsen - und das zu lesen ist ein großes Vergnügen. Vor allem der kreative Umgang mit der eigentlich nutzlosen, nischigen Magie ist klasse. Kein All-Time-Hit, aber wirklich tolle Unterhaltung mit deutlich mehr Tiefgang als der Titel vermuten lässt!
ab 20,00 €
Produktbild Mehl, Magie und Machenschaften
4/5
  • J. Wendland
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4/5

Mehl, Magie und Machenschaften

Was im ersten Moment aufgrund des Titels den Eindruck erweckte, Kingfisher sei auf den Travis-Baldree-Cosy-Fantasy-Zug aufgesprungen, entpuppte sich als völlig andere Geschichte, in der es nur vordergründig um Magie geht, sondern eigentich um den Umgang der Gesellschaft mit dem Andersartigen. Magie ist verpönt und verboten, wird jedoch im Rahmen der Regierung und in Form von kleineren, nicht so machtvollen Ausprägungen toleriert. Bis sie nicht mehr toleriert wird, die bei der Regierung angestellten Magier unter einem Vorwand aus der Stadt gelockt werden und die geringbegabten Zaubermächtigen zunächst eingeschüchtert und nach und nach verfolgt und im Zuge regelrechter Pogrome bedroht werden. Die Regentin weiß von nichts, bis die magiebegabte Protagonistin, deren einzige Magie darauf beruht, Teig dazu zu bringen sich nach ihrem Willen zu formen und zu beleben, sie darauf hinweist. An diesem Wendepunkt bekommen verschiedene Charaktere die Gelegenheit über sich hinauszuwachsen - und das zu lesen ist ein großes Vergnügen. Vor allem der kreative Umgang mit der eigentlich nutzlosen, nischigen Magie ist klasse. Kein All-Time-Hit, aber wirklich tolle Unterhaltung mit deutlich mehr Tiefgang als der Titel vermuten lässt!

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Pi mal Daumen
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    5/5

    Pi mal Daumen

    Eventuell im Hinblick auf Big-Bang-Theory ein bisschen epigonal, denn die beiden Protagonisten haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Sheldon Cooper und seiner Meemaw. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen ist die Lektüre ein großes Vergnügen. Die Wärme der chaotisch-pragmatischen Protagonistin Moni, ihr großes Herz und ihre Verletzlichkeit sind in jeder Zeile zu spüren, obwohl der Erzähler die Perspektive des autistischen Erzählers Oscar einnimmt, der all die liebevollen Details zwar wahrnimmt, aber nur selten korrekt interpretiert. Doch genau diese seltenen Erleuchtungen sind es, die so rührend sind, ohne kitschig zu sein. Oscars Scheuklappen werden recht gut dargestellt: Sie führen dazu, dass er zwar oft voreingenommen ist, aber selten abwertend - oder überhaupt wertend, und diese umfassende Toleranz gegenüber allen, die nicht so denken (können) wie er und seine Blindheit gegenüber sozialen Normen, macht ihn trotz einer recht hohen sozialen Fehlerquote grundsympathisch. Eine dieser Geschichten, deren Ende man betrauert, weil man die Figuren so liebgewonnen hat.

  • Produktbild Flusslinien
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    5/5

    Flusslinien

    Drei Menschen, die, so unterschiedlich sie sind, zum richtigen Zeitpunkt füreinander da sind. Die 102-jährige Atem- und Gesangstherapeutin schließt so langsam mit dem Leben ab und tut das vor allem im Römischen Garten an der Elbe, wo man als Ortskundiger jeden Strauch wiedererkennen kann. Sie erinnert sich an eine vergangene Beziehung, die einen recht offensichtlichen Querverweis auf Lagodas "Garten über der Elbe" enthält. Ihr hohes Alter hält sie jedoch nicht davon ab, ihrer Enkelin eine emotionale Stütze zu sein, die nach einem traumatischen Erlebnis von Australien zurück nach Hamburg gekommen ist und sich wieder fangen muss. Zu ihrem Glück gibt es den bei der Altersresidenz angestellten Chauffeur, der zwar mit ganz eigenen Problemen befrachtet ist, aber dennoch beiden Frauen ein besonderer Halt ist. So schön!

  • Produktbild Stromlinien
    • J. Wendland
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    5/5

    Stromlinien

    Starke Lokalatmosphäre, die jedoch nicht ins nostalgische "Damals" abdriftet, sondern die Protagonistinnen Jugendliche ihrer jeweiligen Zeit sein lässt. Komplexe, ruhige, aber dennoch sehr harte Familiengeschichte über mehrere Generationen, die von vermeidbaren Unfällen, Verbrechen und vermeintlichen Verbrechen geprägt ist. Ähnlich der griechischen Tragödie weisen die Ereignisse auf künftige voraus, wirken sich auf sie aus oder , beziehen sich auf vorvergangene. Anders als in jenen Tragödien entwickelt sich die Handlung jedoch aus den Persönlichkeiten der Figuren heraus und nicht aus einer Prophezeiung oder einer göttlichen Fügung heraus. Heimliche Hauptfigur ist für mich die "Sturmhöhe", das kleine Boot, mit dem Generationen von Protagonistinnen auf der Elbe und einem ihrer Zuflüsse, der Lühe, unterwegs sind. Sehr schön ist der kurze Anhang, in welchem die Autorin erläutert, welche Teile der Geschichte historisch sind, welche real und welche ihrer Phantasie entsprungen sind. Für Hamburger und Marschländer ein Must-Read. Für alle anderen auch sehr atmosphärisch.

  • Produktbild Freunde
    • J. Wendland
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    5/5

    Freunde

    In einem ungenannten Land werden am letzten Tag des Krieges gegen "die Anderen" die Kinder eingezogen, um in der letzten Schlacht auf dem Feld der Ehre als Kanonenfutter zu sterben. Als die kleine Einheit des erst 16jährigen Kommandanten mit der hässlichen Narbe im Gesicht zu diesem Zweck nur noch Schaufeln statt Waffen zur Verfügung gestellt bekommen, beschließt er kurzer Hand mit ihnen zu desertieren. In der Folge verstecken sie sich sehr clever in einer Gruft und schlagen, betrügen, lügen, tricksen, betteln sich in einer infrastrukturlosen, besetzten Stadt ohne Namen durch die unmittelbare Nachkriegszeit. Die Besatzer, erschrocken, dass sie anscheinend nur halb verhungerte Kinder erobert haben, stellen sowas wie Ordnung wieder her und stülpen der Stadt bei der Gelegenheit gleich mal ihre eigene Kultur und ihre eigenen Werte über. Beispielsweise ist das erste instandgesetzte Gebäude ein Museum, das die Kriegsverbrechen der Verteidiger demonstriert. Allerdings bekommt jeder Erstbesucher zur Belohnung Essen, weshalb es einen ziemlichen Run auf die Ausstellung gibt. Das größte Problem der kleinen, traumatisierten Bande sind jedoch nicht die Besatzer, sondern die anderen Banden der Stadt, die um die knappen Ressourcen konkurrieren. Ohne jemals eindeutige Referenzen an einen konkreten Konflikt zuzulassen, zeichnet Eva Kranenburg ein großartiges, schreckliches, erschütterndes Bild der Zerstörung, das keinen Zweifel an der Botschaft des Buches lässt: Krieg ist scheiße!

  • Produktbild Der Sternenstaubdieb
    • J. Wendland
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    5/5

    Der Sternenstaubdieb

    Ein wunderschöner Auftakt einer Trilogie, die einige Geschichten aus 1001 Nacht miteinander verwebt und den Geist einer orientalischen Welt, in der Dämonen und Dschinne noch dasselbe waren, meisterlich aufleben lässt Kann es kaum erwarten, mehr aus dieser Reihe in die Finger zu bekommen!

  • Produktbild Von hier aus weiter
    • J. Wendland
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    5/5

    Von hier aus weiter

    Nach dem Tod ihres Mannes, plant die Protagonistin ihren Suizid. Dabei wird sie von einem Handwerker gestört, der sich nicht nur als ehemaliger Schüler der lebensmüden Lehrerin, sondern auch als obdachlos erweist. Kurz entschlossen lässt sie ihn erstmal bei sich wohnen - zu verlieren hat sie ja schließlich nichts mehr. Und ohne Druck auszuüben, ohne es eigentlich zu wollen, beginnt der junge Mann, sie nach und nach ins Leben zurück zu ziehen. Wunderschönes Feel-good-Buch übers alt sein, über Verlust und über die Kraft einer generationenübergreifenden Verbindung, die dem Leben einen Sinn zu verleihen vermag.

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