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Deniz Erkal Buchhandlung: Thalia Leonberg – Leo-Center
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Meine letzte Rezension Normale Menschen von Sally Rooney
“Normale Menschen” von Sally Rooney ist vermutlich das frustrierendste Buch, das ich seit langem gehört habe - allerdings im besten Sinne. Die Beziehung zwischen Conell und Marianne ist gleichermaßen berührend wie zermürbend, weil man als Leser*in ununterbrochen spürt, wie viel zwischen diesen beiden Menschen existiert und wie häufig sie dennoch an unausgesprochenen Gedanken, Unsicherheiten und Missverständnissen scheitern. Gerade diese Dynamik empfand ich als besonders faszinierend: Einerseits begegnen sich Conell und Marianne oft mit einer Ehrlichkeit, die sie gegenüber anderen Menschen kaum zulassen, andererseits verlieren sie sich immer wieder, weil sie entscheidende Gefühle und Ängste nicht aussprechen können. Sally Rooney beschreibt diese Form emotionaler Nähe und gleichzeitiger Entfremdung mit einer beeindruckenden Präzision. Besonders Marianne ist mir dabei als Figur im Gedächtnis geblieben. Ihre Verletzlichkeit steht ständig im Kontrast zu der kühlen, beinahe distanzierten Art, mit der sie sich nach außen präsentiert. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht Sie so interessant. Rooney gelingt es, Mariannes Einsamkeit und Ihr Bedürfnis nach Nähe auf eine Weise darzustellen, die oft unangenehm ehrlich wirkt. Zeitweise hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich bestimmte Konflikte wiederholen und die Handlung dadurch etwas auf der Stelle tritt. Dennoch hat mich die Geschichte emotional erreicht, gerade weil viele Situationen und Empfindungen eine bemerkenswerte Authentizität besitzen. Außerdem bin ich Sally Rooney inzwischen vielleicht tatsächlich was schuldig, da mich das Hörbuch durch eine starke Migräne begleitet hat. Für mich kein makelloser Roman, aber definitiv einer, der lange nachhallt.
ab 14,00 €
Produktbild Normale Menschen
4/5
  • Deniz Erkal
  • Buchhändler/-in

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4/5

Normale Menschen

“Normale Menschen” von Sally Rooney ist vermutlich das frustrierendste Buch, das ich seit langem gehört habe - allerdings im besten Sinne. Die Beziehung zwischen Conell und Marianne ist gleichermaßen berührend wie zermürbend, weil man als Leser*in ununterbrochen spürt, wie viel zwischen diesen beiden Menschen existiert und wie häufig sie dennoch an unausgesprochenen Gedanken, Unsicherheiten und Missverständnissen scheitern. Gerade diese Dynamik empfand ich als besonders faszinierend: Einerseits begegnen sich Conell und Marianne oft mit einer Ehrlichkeit, die sie gegenüber anderen Menschen kaum zulassen, andererseits verlieren sie sich immer wieder, weil sie entscheidende Gefühle und Ängste nicht aussprechen können. Sally Rooney beschreibt diese Form emotionaler Nähe und gleichzeitiger Entfremdung mit einer beeindruckenden Präzision. Besonders Marianne ist mir dabei als Figur im Gedächtnis geblieben. Ihre Verletzlichkeit steht ständig im Kontrast zu der kühlen, beinahe distanzierten Art, mit der sie sich nach außen präsentiert. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht Sie so interessant. Rooney gelingt es, Mariannes Einsamkeit und Ihr Bedürfnis nach Nähe auf eine Weise darzustellen, die oft unangenehm ehrlich wirkt. Zeitweise hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich bestimmte Konflikte wiederholen und die Handlung dadurch etwas auf der Stelle tritt. Dennoch hat mich die Geschichte emotional erreicht, gerade weil viele Situationen und Empfindungen eine bemerkenswerte Authentizität besitzen. Außerdem bin ich Sally Rooney inzwischen vielleicht tatsächlich was schuldig, da mich das Hörbuch durch eine starke Migräne begleitet hat. Für mich kein makelloser Roman, aber definitiv einer, der lange nachhallt.

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