Meine letzte RezensionGewöhnungsbedürftigvon Daniela Wilmer
Katha ist 37, hat keinen richtigen Plan und versucht, es allen recht zu machen. Nach einer überraschenden Trennung und einem Treppensturz verschlägt es sie zurück zu ihrer Mutter Petra. Zwischen ungefragten Ratschlägen und alten Konflikten muss Katha sich einer wichtigen Frage stellen: Wie lernt man, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, ohne ständig Angst zu haben, andere zu enttäuschen? Auch wenn Katha schon ein Stück älter ist als ich, konnte ich mich unglaublich gut mit ihr identifizieren. Daniela Wilmer schreibt schonungslos über gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und den Druck, es allen recht machen zu wollen. Dabei ist die Geschichte nicht nur augenöffnend, sondern auch wahnsinnig humorvoll! Besonders spannend fand ich die Generationskonflikte zwischen Katha und ihrer Mutter Petra, durch die unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und vom Frausein aufeinanderprallen. Mir hat gefallen, wie die Autorin ernste Themen mit einer warmherzigen Leichtigkeit in die Handlung einbindet. Auch dass die Liebesgeschichte zwischen Katha und Bruno am Ende nicht vollständig aufgelöst wird, fand ich richtig gut. Stattdessen steht Kathas Beziehung zu ihrer Mutter und ihr eigener Weg zur Selbstakzeptanz im Mittelpunkt. Das hat sich für mich genau richtig angefühlt. Für mich ist Gewöhnungsbedürftig ein gelungenes Debüt, das mit viel Humor wichtige Fragen über Selbstwert, gesellschaftliche Erwartungen und den Wunsch nach Anerkennung aufwirft. Eine Geschichte, die zeigt, wie leicht man sich selbst aus den Augen verliert, wenn man es allen anderen recht machen möchte. Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden und das Buch sehr gerne gelesen.