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Karin Lipski Buchhandlung: Thalia Solingen – EKZ Hofgarten
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Meine letzte Rezension Wild Dark Shore von Charlotte McConaghy
Obwohl „Wild Dark Shore“ von Charlotte McConaghy nicht die typische Sommerlektüre ist, hat das Buch doch für die perfekte Abkühlung gesorgt. Wir befinden uns hier nämlich auf der Insel Shearwater, die kalt, regnerisch, düster ist und als idealer Lagerort für Saatgut gilt. Die Familie Salt ist aufgrund einer Mission mittendrin und muss dann noch mit einer angeschwemmten Frau zurechtkommen. Der Roman war auf der Longlist für den Women‘s Prize for Fiction 2026 und ich kann durchaus verstehen wieso. Er ist packend, mysteriös, sehr atmosphärisch und kombiniert eine Familiengeschichte mit dem Gedanken daran, was die „Aufgabe des Menschen“ im Großen und Ganzen ist. Ist man egoistisch, wenn man eine Familie möchte oder eben, wenn man keine möchte? Was bedeutet es, Tiere sich selbst zu überlassen, wenn die Natur ihre Kraft entfaltet und wir eigentlich eingreifen könnten? Auf vielen Ebenen war der Roman viel tiefgründiger als ich zunächst angenommen habe. Es werden essenzielle Fragen aufgegriffen, über die ich zwischendurch nachdenken musste. Gleichzeitig fand ich aber auch die Geschichte an sich sehr emotional. Auch wenn ich nicht zu allen gleichermaßen eine Verbindung aufbauen konnte, spürt man die Verletzlichkeit der Protagonist*innen und auch deren Traumata. Mir gefiel, dass die Stimmung der „Geister der Vergangenheit“ auch von und durch die Insel aufgegriffen wurde. Einziger (großer) Kritikpunkt wäre für mich nur, dass ich die so schnell wechselnde Beziehung zwischen Dom und Rowen nicht ganz nachvollziehen konnte. Auch wenn doch einige Zeit auf der Insel vergangen ist, bis das Ende kommt, schien mir die emotionale Entwicklung nicht ganz schlüssig. Die Geschichte hält aber definitiv einige Plottwists bereit.
ab 13,99 €
Produktbild Wild Dark Shore
4/5
  • Karin Lipski
  • Buchhändler/-in

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4/5

Wild Dark Shore

Obwohl „Wild Dark Shore“ von Charlotte McConaghy nicht die typische Sommerlektüre ist, hat das Buch doch für die perfekte Abkühlung gesorgt. Wir befinden uns hier nämlich auf der Insel Shearwater, die kalt, regnerisch, düster ist und als idealer Lagerort für Saatgut gilt. Die Familie Salt ist aufgrund einer Mission mittendrin und muss dann noch mit einer angeschwemmten Frau zurechtkommen. Der Roman war auf der Longlist für den Women‘s Prize for Fiction 2026 und ich kann durchaus verstehen wieso. Er ist packend, mysteriös, sehr atmosphärisch und kombiniert eine Familiengeschichte mit dem Gedanken daran, was die „Aufgabe des Menschen“ im Großen und Ganzen ist. Ist man egoistisch, wenn man eine Familie möchte oder eben, wenn man keine möchte? Was bedeutet es, Tiere sich selbst zu überlassen, wenn die Natur ihre Kraft entfaltet und wir eigentlich eingreifen könnten? Auf vielen Ebenen war der Roman viel tiefgründiger als ich zunächst angenommen habe. Es werden essenzielle Fragen aufgegriffen, über die ich zwischendurch nachdenken musste. Gleichzeitig fand ich aber auch die Geschichte an sich sehr emotional. Auch wenn ich nicht zu allen gleichermaßen eine Verbindung aufbauen konnte, spürt man die Verletzlichkeit der Protagonist*innen und auch deren Traumata. Mir gefiel, dass die Stimmung der „Geister der Vergangenheit“ auch von und durch die Insel aufgegriffen wurde. Einziger (großer) Kritikpunkt wäre für mich nur, dass ich die so schnell wechselnde Beziehung zwischen Dom und Rowen nicht ganz nachvollziehen konnte. Auch wenn doch einige Zeit auf der Insel vergangen ist, bis das Ende kommt, schien mir die emotionale Entwicklung nicht ganz schlüssig. Die Geschichte hält aber definitiv einige Plottwists bereit.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild I Who Have Never Known Men
    • Karin Lipski
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    5/5

    I Who Have Never Known Men

    Es gibt Romane, die sind und bleiben vermutlich zeitlos. „I Who Have Never Known Men“ von Jacqueline Harpman ist ein fantastisches Beispiel dafür. Bereits 1995 veröffentlicht, erzählt es die Geschichte von 40 Frauen, gefangen in einem Bunker, bewacht von Männern, die jedoch absolut keine wirkliche Kommunikation zulassen. Sie bekommen Essen gereicht, dürfen sich aber nicht berühren. Keine von ihnen kennt den Grund dafür. Plötzlich wurden sie aus einem uns ähnlichen Lebensstil gerissen. Alles, was sie bisher kannten, wurde ihnen genommen. Auch die Familie. Und genau dort, mitten im Geschehen, setzt der Roman an. Was machen die Frauen aus dieser Situation? Welche Aufgaben werden zur Routine? Wie sieht ihr sogenanntes neues Leben aus? Mich hat die Geschichte und auch die Erzählweise sofort gepackt. Erinnert hat es mich zudem an Yoko Ogawas „The Memory Police“, das erstaunlicherweise im Jahre 1994 erschienen ist (War es die Zeit, die sich mit dem Thema der Isolation auseinandergesetzt hat?). Hier begegnen uns Themen und Fragen nach der Menschlichkeit, dem inneren Bedürfnis nach einer Bestimmung, einem Sinn des Lebens und natürlich der Freiheit. Obwohl sich die Erzählung schnell weiterbewegt und sehr viele Jahre abdeckt werden, drängt es die Leser*in nach einer Antwort. Ich nehme tatsächlich vorweg: die bekommen wir nicht. Und dennoch mindert es nicht die Macht des Romans. Ist es überhaupt wichtig, was geschehen ist? Wo sich die Frauen befinden und was sich noch verändern wird? Letztlich ist es die Situation selbst und auch die Sozialisation, derer sie sich in der kleinen Gruppe ausgesetzt sehen, die es spannend macht. Wir schauen fast bildlich dabei zu, wie sie kommunizieren und wie anders die Kommunikation zwischen der sehr jungen Protagonistin ist, die sich an kein anderes Leben erinnern kann und denen, die sich nach dem alten Leben und Gewohnheiten sehen. Vor allem aber der Privatsphäre sowie gleichzeitig der Nähe zu geliebten Menschen. Wer ein Buch sucht, das wirklich auf emotionaler Basis bewegt und essenzielle Fragen des Daseins als Mensch aufgreift, dem ist das Buch definitiv zu empfehlen! Ich habe es vor einigen Tagen beendet und bin davon immer noch ganz eingenommen. Man kann die Wirkung der Erzählung nicht in Worte fassen, man muss es selbst lesen. Allen, die sich mit in den Bunker wagen, wünsche ich "viel Spaß".

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