Meine letzte RezensionWild Dark Shorevon Charlotte McConaghy
Obwohl „Wild Dark Shore“ von Charlotte McConaghy nicht die typische Sommerlektüre ist, hat das Buch doch für die perfekte Abkühlung gesorgt.
Wir befinden uns hier nämlich auf der Insel Shearwater, die kalt, regnerisch, düster ist und als idealer Lagerort für Saatgut gilt.
Die Familie Salt ist aufgrund einer Mission mittendrin und muss dann noch mit einer angeschwemmten Frau zurechtkommen.
Der Roman war auf der Longlist für den Women‘s Prize for Fiction 2026 und ich kann durchaus verstehen wieso.
Er ist packend, mysteriös, sehr atmosphärisch und kombiniert eine Familiengeschichte mit dem Gedanken daran, was die „Aufgabe des Menschen“ im Großen und Ganzen ist.
Ist man egoistisch, wenn man eine Familie möchte oder eben, wenn man keine möchte? Was bedeutet es, Tiere sich selbst zu überlassen, wenn die Natur ihre Kraft entfaltet und wir eigentlich eingreifen könnten?
Auf vielen Ebenen war der Roman viel tiefgründiger als ich zunächst angenommen habe. Es werden essenzielle Fragen aufgegriffen, über die ich zwischendurch nachdenken musste.
Gleichzeitig fand ich aber auch die Geschichte an sich sehr emotional. Auch wenn ich nicht zu allen gleichermaßen eine Verbindung aufbauen konnte, spürt man die Verletzlichkeit der Protagonist*innen und auch deren Traumata.
Mir gefiel, dass die Stimmung der „Geister der Vergangenheit“ auch von und durch die Insel aufgegriffen wurde.
Einziger (großer) Kritikpunkt wäre für mich nur, dass ich die so schnell wechselnde Beziehung zwischen Dom und Rowen nicht ganz nachvollziehen konnte. Auch wenn doch einige Zeit auf der Insel vergangen ist, bis das Ende kommt, schien mir die emotionale Entwicklung nicht ganz schlüssig.
Die Geschichte hält aber definitiv einige Plottwists bereit.