Meine letzte RezensionThe Last Wish of Bristol Keatsvon Mary E. Pearson
„The Last Wish of Bristol Keats“ konnte für mich leider nicht mit dem ersten Band mithalten. Die Geschichte hatte für mich zwar immer wieder starke Momente, wirkt im Gesamteindruck allerdings deutlich weniger rund als der Auftakt der Reihe.
Besonders schade fand ich, dass zentrale Figuren und Konflikte aus dem ersten Band nicht konsequent weitergeführt wurden. Bristols Vater spielte kaum eine Rolle, und auch ihre zunächst sehr bedrohlich und taff wirkende Mutter verlor im Verlauf stark an Wirkung. Dadurch ging ein Teil der Spannung verloren, die die Reihe ursprünglich aufgebaut hatte. Auch bei einigen anderen Figuren zeigte sich dieses Problem: Es gab einige sehr interessante Charaktere mit viel Potenzial für eigene Handlungsstränge. Diese wurden jedoch oft nur angerissen, schnell wieder fallen gelassen oder nicht weiter vertieft, obwohl erzählerisch noch deutlich mehr möglich gewesen wäre. Besonders schade fand ich das bei Pengary, über den ich gerne noch so viel mehr erfahren hätte!
Die Romance zwischen Bristol und Tyghan war für mich erneut in Ordnung. Der Spice war wieder super cringe - hier ist weniger meist mehr und ich hätte gerne komplett drauf verzichten können!
Ein kleines Highlight war dagegen der große finale Kampf. Dieser war actionreich, spannend und hat mich zum Ende hin doch noch wirklich abholen können. Man hatte das Gefühl, dass kein Charakter wirklich "safe" war und hat um den ein oder anderen gebangt. Positiv hervorheben möchte ich außerdem Cael, Tyghans Bruder und rechtmäßigen König. Sein Charakter bringt viel Humor in die Handlung und ist insgesamt ein überraschend gut ausgearbeiteter Charakter, der der Geschichte spürbar gutgetan und aufgelockert hat.
Insgesamt bleibt das Gefühl, dass die Geschichte viele gute Ideen und viel Potenzial hatte, diese aber nicht konsequent ausarbeitet wurde. Vieles wirkt eher oberflächlich oder wurde zu schnell abgehandelt, wodurch die emotionale und inhaltliche Tiefe gefehlt hat. Es gab so viele Handlungsstränge, aus denen man hätte viel mehr machen können und Charaktere, die einfach "verschwunden" sind.
Das Ende selbst konnte mich ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Obwohl es ein klassisches Happy End gab, hätte ich mir einen komplett anderen Ausgang für die Geschichte gewünscht, gerade im Hinblick auf die ursprüngliche Ausgangslage der Reihe. Unterm Strich ein Abschluss mit einzelnen starken Momenten, interessanten Ideen und guten Figurenansätzen – aber auch vielen ungenutzten Chancen.