Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
März 2002
Verlag
Königshausen u. NeumannSeitenzahl
338
Maße (L/B/H)
23,7/15,7/2,5 cm
Gewicht
546 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8260-2243-2
Verschiedene Musikschriftsteller und Komponisten, allen voran Theodor W. Adorno und Wolfgang Rihm, interpretierten und konzipierten zeitgenössische Musik in Bezug auf eine technologisch dominierte, dehumanisierte und letztlich geschichtlich erstarrte Gesellschaftsverfassung – das Ende der Geschichte, wie es Soziologen und Philosophen in Schreckensvisionen entworfen hatten.
Wildes Denken in der Neuen Musik rekonstruiert die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Beziehung zwischen Musik und dem Endgeschichtsgedanken. Es zeigt, wie in den 50er Jahren Adorno, der eigentliche Urheber der Musik-Endgeschichtsbeziehung, sein Aufsehen und Protest erregende Kritik der Neuen Musik auf die Idee vom Ende der Geschichte stützte, indem er auf strukturelle Ähnlichkeiten zwischen seriellen Kompositionstechniken und einer endgeschichtlichen Weltverfassung hinwies. Adornos Kritik blieb nicht ohne Konsequenzen. Obwohl die strukturellen Gemeinsamkeiten den verglichenen Phänomenen – der Musik und dem Endgeschichtsgedanken – lediglich äußerlich sind, verlieh die Ähnlichkeitsepisteme Adornos Argumentation soviel Plausbilität, daß in den 70er und 80er Jahren Komponisten wie Wolfgang Rihm und Luigi Nono Musik ,gegen die endgeschichtliche Bedrohung‘ schrieben.
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