Die Mätresse, der Fürst und die Macht Christina Wilhelmina von Grävenitz und die höfische Gesellschaft. Diss.
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inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
15.11.2000
Abbildungen
mit 20 Abbildungen 23 cm
Verlag
CampusSeitenzahl
336
Maße (L/B/H)
22,8/15,2/2,2 cm
Gewicht
492 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-593-36637-1
Ludwigs von Würtemberg, war schon zu Lebzeiten keine Unbekannte: Am 13.
November 1707 hatte der Herzog öffentlich eingestanden, mit dem Fräulein
von Grävenitz verheiratet zu sein und damit in Bigamie zu leben, war er
doch bereits 1697 mit der badischen Prinzessin Johanna Elisabetha eine
Ehe eingegangen. Die Ehe mit Wilhelmina wurde annulliert - womit die Affäre
allerdings keineswegs beendet war. Wilhelmina ging eine Scheinehe mit dem
würtembergischen Landhofmeister Johann Franz Ferdinand von Würben ein und
blieb dadurch nicht nur am Hof, sondern erlangte sogar eine sichere Position.
Fast ein Vierteljahrhundert spielte die Gräfin von Würben eine bedeutende
gesellschaftliche Rolle am würtembergischen Hof und übte politischen Einfluss
aus. Es gelang ihr, die aus niederem mecklenburgischem Adel stammte, in
dieser Zeit außerdem, zur Reichsgräfin erhoben zu werden und mehrere Herrschaften
in ihren Besitz zu bringen, so dass sie beträchtlichen Vorteil aus ihrer
Beziehung zum würtembergischen Herzog zog. Die Gräfin von Würben gehörte
damit zum kleinen Kreis jener Frauen, die an den Höfen des 17. und 18.
Jahrhunderts zu Einfluss und Macht kamen. Sybille Oßwald-Bargende untersucht
in ihrer in der Campus Reihe »Geschichte und Geschlechter« erschienenen
Studie die Möglichkeiten von weiblicher Macht in patriarchalen gesellschaftlichen
Strukturen am Beispiel höfischer Mätressen. Anhand der Fallstudie Christina
Wilhelmina von Grävenitz geht die Autorin der Frage nach, was eine Mätresse
war und welche Macht sie tatsächlich besaß. Im Rückgriff auf die von Norbert
Elias entwickelte Figurationsanalyse rekonstruiert die Autorin Umfeld,
Position und Beziehungen der Mätresse in der höfischen Gesellschaft. Daraus
ergeben sich die drei Hauptkapitel der Studie. Im ersten Teil wird die
höfische Gesellschaft des Herzogtums Würtemberg zu Beginn des 18. Jahrhunderts
vorgestellt, ihr Kräftefeld untersucht und ihre Funktionsweisen beleuchtet.
Im zweiten Teil wird die Position der Mätresse eingehender betrachtet und
ihre Entwicklung verfolgt. Im dritten Teil werden die besonders prägenden
Beziehungen der Christina Wilhelmina von Grävenitz analysiert: die zum
Herzog Eberhard Ludwig, zu Herzogin Johanna Elisabetha und zu ihrem Bruder
Friedrich Wilhelm von Grävenitz. Während die ältere Kulturgeschichte der
Höfe, wie sie im 19. Jahrhundert geschrieben wurde, meist das Zerrbild
der Mätressen als sittenlosen und machtbesessenen »Liebesdienerinnen« zeichnete,
zeigt diese Studie die Bedingungen auf, unter denen Frauen im Absolutismus
an politischer und sozialer Macht partizipieren konnten. Sybille Oßwald-Bargende,
Dr. phil., studierte Germanistik und Geschichte in Tübingen. Sie arbeitet
als freie Historikerin an landeskundlichen Projekten zur Frauen- und Geschlechtergeschichte
in Stuttgart
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