Industrie, Staat und Wirtschaftspolitik. Die konjunkturpolitische Diskussion in der Endphase der Weimarer Republik 1930-1932-33.
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
02.07.1997
Verlag
Duncker & HumblotSeitenzahl
281
Maße (L/B/H)
1,4/15,7/23,3 cm
Gewicht
385 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-428-08710-5
Der Autor legt eine minutiös dokumentierte Untersuchung über die konjunkturpolitischen Ansichten der Kabinettsmitglieder, des Präsidenten der Reichsbank, der Führung der Wirtschaftsverbände sowie einzelner einflußreicher Unternehmer dar. Gestützt auf umfangreiches Quellenmaterial stellt der koreanische Historiker Hakle Kim klar, daß sich eine Wende bei den wirtschaftspolitischen Meinungen der maßgebenden Kabinettsmitglieder sowie den Unternehmern in der Bankenkrise im Juli 1931 vollzog. Kim begründet die versäumte Realisierung einer expansiven Konjunkturpolitik mit der stark »politisierten« Interaktion zwischen Politik und Industrie: Die Führung der Wirtschaftsverbände machte ihre wirtschaftspolitische Haltung von der Einstellung der Reichsregierung abhängig, während die großindustrielle Opposition eine expansive Konjunkturpolitik möglichst gestützt auf eine sozial- und verfassungspolitisch autoritäre Rechtsregierung realisieren wollte. Das Resultat war ein konjunkturpolitischer Immobilismus sowie die interessenpolitische Zersplitterung der Industrie, die der Reichskanzler Brüning zugunsten seiner reparationspolitisch motivierten Fortführung der Wirtschaftspolitik ausnutzte. Damit vertat Brüning die wertvolle Chance, auf der Grundlage expansiver Konjunkturpolitik die Mehrheit der Unternehmer hinter sich zu bringen und damit die Republik zu stabilisieren. Diesem "politischen Alleingang" Brünings ist teilweise zuzuschreiben, daß eine autoritäre Lösung, expansive Konjunkturpolitik mit einer konservativen Verfassungspolitik in Verbindung zu bringen, unter der Unternehmerschaft zunehmend an Boden gewann.
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