Produktbild: Die Eingeschlossenen von Altona

Die Eingeschlossenen von Altona Stück in fünf Akten

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14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.07.1988

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,4 cm

Gewicht

217 g

Auflage

27. Auflage, Neuübersetzung

Übersetzt von

Traugott König

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-12525-6

Warnhinweis

nicht erforderlich.

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.07.1988

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,4 cm

Gewicht

217 g

Auflage

27. Auflage, Neuübersetzung

Übersetzt von

Traugott König

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-12525-6

Herstelleradresse

Rowohlt Repertoire
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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Reden vor dem Tribunal der Krustentiere

Jérôme aus Bad Eilsen am 13.01.2021

Bewertungsnummer: 842059

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sartre, der eigentlich keine Theaterstücke mehr schreiben wollte, sah sich durch die grausamen Vorgänge, die sich während des Algerienkrieges abspielten dazu veranlasst, noch einmal zur Feder zu greifen. Dabei ging es ihm nicht um eine Veranschaulichung der französischen Invasion, sondern um die traumatischen Ereignisse eines zurückkehrenden Soldaten und seiner Suche nach Rechtfertigung für sein Scheitern. Sartre nutzte für seine Inszenierung das Stilmittel der Verfremdung und verlegte daher den Schauplatz nach Deutschland, um einerseits der politischen Zensur zu entgehen und andererseits für die Thematik eine gewisse Distanz aufzubauen. Der Protagonist Franz von Gerlach befindet sich in einem moralischen Dilemma, welches das Schicksal der deutschen Soldaten für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg versinnbildlicht. Geprägt durch schmerzliche Erinnerungen, die von menschenunwürdigen Handlungen im Kriegsgeschehen herrühren, beginnt er sich nach Kriegsende in einem Zimmer einzusperren und sich von jedweder Realität abzuschotten. Auf der Suche nach Sinn und Rechtferttigung, verliert er sich in einen schizophrenen Zustand, der von Sartre auf groteske und skurrile Weise dargestellt wird. So hält er Verteidigungsreden vor einem imaginären Tribunal und redet zu Krebsen. Er ist auf einer Suche nach einem Richter, der seine Schuld legitimieren könnte, doch diese lässt sich weder von anderen Menschen, noch vom Gewissen, oder einem Gott, realisieren und daher greift er zu der wahnhaften Methode einer unsichtbaren Instanz. Sartre spielt auf einen objektiven Standpunkt an, von dem aus sich der Mensch, mittels einer objektiven Moral, über sich selber richten und damit begangene Taten nach ihrer Richtigkeit bewerten könnte. Welche Mechanismen bringen einen Folterer, wie es Franz einer gewesen war, eigentlich dazu, so unmoralische Brutalitäten zu vollrichten ? Sartre will aufzeigen, dass der Soldat , nicht von sich aus zu einem Schinder wird, sondern das es die Politik sei, die Leute wie Franz zu ihren Komplizen machen und sie dadurch als Produkt ihrer auszuführenden Entscheidungen wie ein Werkzeug behandeln. Doch Sartres Theaterstück zeigt nicht nur die Folgen der Flucht eines Leutnants in die Rümpelkammer, sondern auch die Geschichte eines Vaters, der versucht seinen Sohn zu rehabilitieren und ihm damit die Führung seiner Reederei zu übertragen. An Kehlkopfkrebs erkrankt, verbleiben ihm nur noch wenige Monate seine Pläne zu verwirklichen und die Hebel dafür in Bewegung zu setzen. Für sein Vorhaben versucht er daher Johanna, die Frau seines anderen Sohnes Werner zu gewinnen, um für ihn ein Treffen zu arrangieren. Es entsteht daraufhin eine merkwürdig anmutende Liebesbeziehung zwischen Franz und Johanna, die durch die surreale Absicht Johannas, sogar ihre Ehe zu brechen und die Kammer mit Franz zu teilen, sogar etwas tragisch-komisches hervorruft. Als Franz schließlich einwilligt sein Zimmer zu verlassen und es zu einem Gespräch der beiden kommt, bahnt sich bereits das tragische Finale an. Insgesamt eines seiner unbekannteren Theaterstücke, welches von zeitgenössischen Kritikern zwiespältig aufgenommen wurde, da die metaphorische Moralthematik ungeeignet für das Theater sei.

Reden vor dem Tribunal der Krustentiere

Jérôme aus Bad Eilsen am 13.01.2021
Bewertungsnummer: 842059
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sartre, der eigentlich keine Theaterstücke mehr schreiben wollte, sah sich durch die grausamen Vorgänge, die sich während des Algerienkrieges abspielten dazu veranlasst, noch einmal zur Feder zu greifen. Dabei ging es ihm nicht um eine Veranschaulichung der französischen Invasion, sondern um die traumatischen Ereignisse eines zurückkehrenden Soldaten und seiner Suche nach Rechtfertigung für sein Scheitern. Sartre nutzte für seine Inszenierung das Stilmittel der Verfremdung und verlegte daher den Schauplatz nach Deutschland, um einerseits der politischen Zensur zu entgehen und andererseits für die Thematik eine gewisse Distanz aufzubauen. Der Protagonist Franz von Gerlach befindet sich in einem moralischen Dilemma, welches das Schicksal der deutschen Soldaten für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg versinnbildlicht. Geprägt durch schmerzliche Erinnerungen, die von menschenunwürdigen Handlungen im Kriegsgeschehen herrühren, beginnt er sich nach Kriegsende in einem Zimmer einzusperren und sich von jedweder Realität abzuschotten. Auf der Suche nach Sinn und Rechtferttigung, verliert er sich in einen schizophrenen Zustand, der von Sartre auf groteske und skurrile Weise dargestellt wird. So hält er Verteidigungsreden vor einem imaginären Tribunal und redet zu Krebsen. Er ist auf einer Suche nach einem Richter, der seine Schuld legitimieren könnte, doch diese lässt sich weder von anderen Menschen, noch vom Gewissen, oder einem Gott, realisieren und daher greift er zu der wahnhaften Methode einer unsichtbaren Instanz. Sartre spielt auf einen objektiven Standpunkt an, von dem aus sich der Mensch, mittels einer objektiven Moral, über sich selber richten und damit begangene Taten nach ihrer Richtigkeit bewerten könnte. Welche Mechanismen bringen einen Folterer, wie es Franz einer gewesen war, eigentlich dazu, so unmoralische Brutalitäten zu vollrichten ? Sartre will aufzeigen, dass der Soldat , nicht von sich aus zu einem Schinder wird, sondern das es die Politik sei, die Leute wie Franz zu ihren Komplizen machen und sie dadurch als Produkt ihrer auszuführenden Entscheidungen wie ein Werkzeug behandeln. Doch Sartres Theaterstück zeigt nicht nur die Folgen der Flucht eines Leutnants in die Rümpelkammer, sondern auch die Geschichte eines Vaters, der versucht seinen Sohn zu rehabilitieren und ihm damit die Führung seiner Reederei zu übertragen. An Kehlkopfkrebs erkrankt, verbleiben ihm nur noch wenige Monate seine Pläne zu verwirklichen und die Hebel dafür in Bewegung zu setzen. Für sein Vorhaben versucht er daher Johanna, die Frau seines anderen Sohnes Werner zu gewinnen, um für ihn ein Treffen zu arrangieren. Es entsteht daraufhin eine merkwürdig anmutende Liebesbeziehung zwischen Franz und Johanna, die durch die surreale Absicht Johannas, sogar ihre Ehe zu brechen und die Kammer mit Franz zu teilen, sogar etwas tragisch-komisches hervorruft. Als Franz schließlich einwilligt sein Zimmer zu verlassen und es zu einem Gespräch der beiden kommt, bahnt sich bereits das tragische Finale an. Insgesamt eines seiner unbekannteren Theaterstücke, welches von zeitgenössischen Kritikern zwiespältig aufgenommen wurde, da die metaphorische Moralthematik ungeeignet für das Theater sei.

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von Jean Paul Sartre

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