Doktor Faustus
Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde | Die wichtigsten Werke Thomas Manns aus dem Originalverlag
Auf der Grundlage des Faust-Stoffes erzählt Thomas Mann in seinem 1947 erschienenen Roman vom nationalsozialistischen Zivilisationsbruch. So wie sich der Komponist Adrian Leverkühn für seine große Kunst dem Teufel verschreibt, so verstrickt sich das von Thomas Mann meisterhaft porträtierte Bildungsbürgertum in die Katastrophe des Nationalsozialismus. Kein anderer Roman dieses Autors ist dermaßen kontrovers und erhitzt diskutiert worden – noch Jahrzehnte nach seinem Erscheinen. Ein schonungsloses, radikales Spätwerk von großer Aktualität.
Mit einem Nachwort von Michael Lentz
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Die von Zeitblom verfasste Biographie über Adrian Leverkühn alias Doktor Faustus beschreibt dessen Werde- und Untergang als Komponisten. Es wird nicht nur der ursprüngliche Fauststoff verarbeitet, sondern Sprache mit Musik verflochten, die Geschichte Deutschlands von Krieg zu Krieg dargestellt und - ja, es kostete Mann dessen Freundschaft - Arnold Schönbergs Zwölftonmusik "neu erfunden". Mann hat für diesen Roman einiges aufgeboten, zuletzt Hilfe gehabt von keinem Geringeren als Adorno. Höhepunkt des Romans war der Dialog mit dem Teufel in der Mitte. Auch Leverkühns geistige Umnachtung war sehr bewegend. Insgesamt ein epochaler Roman, ein bestürzender, aber im Vergleich zum "Musikroman: Fluß ohne Ufer" von Hans Henny Jahnn weniger farbenfroh, plastisch und lebendig. Genau die dunkle Infernalität, die geniale Konstruktivität, eben jene bewusste Monumentalität Manns lässt mich dieses Buch sicher kein zweites Mal lesen...
Faust-Mythos, Künstler,…
Circlestonesbooks.blog am 30.03.2022
Bewertungsnummer: 2768125
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Faust-Mythos, Künstler, Weltpolitik „Ich möchte seine Einsamkeit einem Abgrund vergleichen, in welchem Gefühle, die man ihm entgegenbrachte, lautlos und spurlos untergingen. Um ihn war Kälte – und wie wird mir zumute, indem ich dies Wort gebrauche, das auch er in einem ungeheuerlichen Zusammenhange einst niederschrieb!“ (Zitat Seite 15) Inhalt Dr. phil. Serenus Zeitblom ist sechzig Jahre alt, als er am 27. Mai 1943 beginnt, die Lebensgeschichte seines langjährigen Freundes Adrian Leverkühn niederzuschreiben. Der innovative Komponist ist vor drei Jahren verstorben und hat seinem Freund Serenus alle persönlichen Aufzeichnungen und Unterlagen hinterlassen. Auf Grund dieser Aufzeichnungen schildert nun der Ich-Erzähler Serenus Zeitblom die Kindheit, Jugend, gemeinsame Studienzeit, aber auch die weiteren Lebenswege, die unterschiedlich verlaufen, sich jedoch immer wieder kreuzen. Teilweise verfasst Zeitblom die Texte zu einzelnen Kompositionen des genialen Musikers Leverkühn und erlebt auch seinen künstlerischen Werdegang schon ab der frühen Schulzeit mit, mit allen Höhen und Tiefen, geprägt von einer manchmal besessenen Hingabe zur Musik und zum Komponieren, der Suche nach neuen musikalischen Strukturen. „Nur einer so dringlich beobachtenden Freundschaft wie der meinen, konnte ein solcher Bedeutungswechsel der Dinge fühlbar oder ahnbar werden, und Gott sei davor, daß die Wahrheit mir die Freude an Adrians Nähe beeinträchtigt hätte! Was mit ihm vorging, konnte mich erschüttern, mich aber niemals von ihm entfernen.“ (Zitat Seite 322) Thema und Genre Den realen Hintergrund dieses biografischen Romans um einen fiktiven Komponisten bildet die Geschichte Deutschlands zwischen 1884 und 1945, die gesellschaftlichen Veränderungen. Das alte Faust-Thema in dieser modernen Version, welche die unerschöpfliche künstlerische Schaffenskraft in den Mittelpunkt des Pakes stellt, steht für das Leben des Adrian Leverkühn, der als Künstler genial und hochbegabt, als Mensch jedoch einsam und unnahbar bis zur Gefühllosigkeit ist. Dieses Buch ist jedoch ebenso ein Gesellschaftsroman, ein zeitgeschichtliches Dokument Deutschlands in diesen wichtigen Jahren, das die Situation des Bildungsbürgertums, die Stellung der Frauen, die kulturellen und künstlerischen Strömungen, besonders in Musik und Sprache, schildert. Es ist eine weit gefasste Suche nach den kulturgeschichtlichen Gründen für die Entstehung des nationalen Gedankengutes, das sich aus dem Verständnis der deutschen Romantik entwickelt hat und mit zum Nationalsozialismus führte. Die Handlungsorte und Personen dieses Romans sind fiktiv, alle haben jedoch reale Vorbilder, dadurch wird dieser Roman auch autobiografisch geprägt. Fazit Meine hier notierten Bemerkungen sind keinesfalls als literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Roman von Thomas Mann zu sehen, dafür gibt es qualifizierte Fachliteratur, sondern schildern meine wichtigsten Eindrücke beim Lesen dieses interessanten, ideenreichen, zeitlosen, bis heute noch lebhaft diskutierten Romans des deutschen Literaturnobelpreisträgers.
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