Briefe an einen jungen Schriftsteller

Briefe an einen jungen Schriftsteller

Wie man Romane schreibt

Buch (Taschenbuch)

8,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Er hat zahlreiche Romane geschrieben, viele Essays und Artikel verfasst - Mario Vargas Llosa zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern unserer Zeit. Wie ein guter Roman entsteht und welches Handwerkszeug der Autor beherrschen muss, beschreibt er unterhaltsam und äußerst kenntnisreich in diesem Buch. Große Romane, wie Madame Bovary, Moby Dick, Don Quijote, führt er als Beispiele an, tut das, was, wie er selbst sagt, nicht erlaubt ist: sie auseinandernehmen, zerstückeln, sie in Raum, Zeit, Erzählerfiguren zergliedern. Um schließlich zu dem zurückzukehren, was den guten Roman ausmacht: seine Überzeugungskraft, die nicht zuletzt durch die Leidenschaft, die Hingabe des Schriftstellers zu erreichen ist.

Literarisch Interessierten, Schülern, Studenten, jedem wird die Lektüre dieses Buches eine Tür öffnen zum Geheimnis, das hinter großer Literatur steckt.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.04.2004

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

118

Maße (L/B/H)

17,6/11,1/1,5 cm

Gewicht

110 g

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.04.2004

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

118

Maße (L/B/H)

17,6/11,1/1,5 cm

Gewicht

110 g

Auflage

5

Originaltitel

Carta a un joven novelista

Übersetzer

Clementine Kügler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-45601-9

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„Das Erlebte ist die Quelle, aus der die Dichtung schöpft.“

Zitronenblau am 18.01.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dass Vargas Llosa zu des größten Schriftstellern der Gegenwart gehört bezweifelt wohl kaum jemand. Insbesondere Meisterwerke wie „Das grüne Haus“ (der so. g. Totale Roman) oder „Der Krieg am Ende der Welt“ sind nur zwei der zahlreichen Werke des Künstlers. Die „Briefe an einen jungen Schriftsteller“ erinnern nicht nur, sondern verweisen regelrecht auf Rilkes „Briefe an einen jungen Dichter“, der seinerseits im Brigge schreibt, was Vargas Llosa nur – wie im Rezensionstitel zitiert – wiederholt: „Denn Verse sind nicht, wie die Leute meinen, Gefühle (die man früh genug hat), - es sind Erfahrungen.“ Das zentrale, ja bestimmende Moment, dass den Schriftsteller treibt, der nicht die Themen sucht, sondern von ihnen gesucht wird, sei nach dem großen Romancier: die Auflehnung. „Diese Auflehnung ist der geheime Grund, der einen Menschen treibt, die wirkliche Welt durch literarische Phantasien zu ersetzen.“ Insgesamt darbietet der Schriftsteller uns zwölf Briefe (bei Rilke sind es zehn). Die ersten gehen auf die Frage ein, warum der Künstler schreibt und was das Wesen des Schreibens sei (Bandwurmparabel, Catoplebas). Da ich behaupte, dass solche Bemühungen um die Identifikation der Motivation des Schreibens subjektiv und eben im Rahmen einer gewissen Kontingenz differieren, springe ich gleich zu den eigentlichen Briefen, die nämlich der Versuch sein sollen, einem Interessierten der Romantheorie bzw. einen Schriftsteller in spe ein bisschen Technik zu vermitteln. Natürlich ist der Umfang der „techne“ ein Kontinuum, da ein guter Roman – wie Llosa auch richtig anführt – eine vollkommene Synthese aus Form und Inhalt (und das begreifen schon die meisten Schriftsteller nicht) ist. Das ist aber seit Jahrhunderten auch nichts Neues, spätestens nach Bachtin (s. „Die Ästhetik des Wortes“), der genau diese Synthese als eben den Stil bezeichnet hat. So reizt Llosa sicher die narrativen Instrumente nicht aus, nennt aber die für den Roman wesentlichen und wichtigen: Erzähler und Erzählperspektive, der erzählerische Raum und die Realitätsebene (obschon er das Wort für nicht sehr gut hält, das stimmt, weil der Roman selbst nichts als Fiktion ist, so also m.E. wenn überhaupt von Fiktionsebene gesprochen werden müsste, das aber wiederum die Briefe wieder verkompliziert hätte). Zu der Realitätsebene ist zu sagen, dass er neben brillanten Schreibern wie Flaubert vor allem den Onetti nennt („Das kurze Leben“), dem ein Meisterwerk der gesamten Literaturgeschichte mit seinem Roman gelungen ist. Ich kann das nur in aller Form unterstützen und bejahen, Onetti zeigt die Möglichkeiten des Romanschreibens in seiner ganzen „Form“ auf, Llosa führt hier auch den Begriff der „qualitativen Sprünge“. Sehr wichtig ist auch, dass Vargas Llosa die Zeit anspricht, denn die Verwendung korrekter Tempora beherrschen viele so g. Schriftsteller leider nicht. Schließlich nennt er noch andere Techniken wie die „Chinesischen Kästchen“ (nichts anderes als Mosaike, die sich zu einem Ganzen fügen), die „unterschlagene Information“ und die „kommunizierende Röhren“: mindestens zwei Episoden, die verschieden voneinander sind, werden narrativ verknüpft, zur Einheit, wie bei Faulkners „Wilde Palmen und der Strom“. Was fehlt sind zB Schreibweisen der Prosa selbst, Einsatz rhetorischer Figuren im Roman etc.

„Das Erlebte ist die Quelle, aus der die Dichtung schöpft.“

Zitronenblau am 18.01.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dass Vargas Llosa zu des größten Schriftstellern der Gegenwart gehört bezweifelt wohl kaum jemand. Insbesondere Meisterwerke wie „Das grüne Haus“ (der so. g. Totale Roman) oder „Der Krieg am Ende der Welt“ sind nur zwei der zahlreichen Werke des Künstlers. Die „Briefe an einen jungen Schriftsteller“ erinnern nicht nur, sondern verweisen regelrecht auf Rilkes „Briefe an einen jungen Dichter“, der seinerseits im Brigge schreibt, was Vargas Llosa nur – wie im Rezensionstitel zitiert – wiederholt: „Denn Verse sind nicht, wie die Leute meinen, Gefühle (die man früh genug hat), - es sind Erfahrungen.“ Das zentrale, ja bestimmende Moment, dass den Schriftsteller treibt, der nicht die Themen sucht, sondern von ihnen gesucht wird, sei nach dem großen Romancier: die Auflehnung. „Diese Auflehnung ist der geheime Grund, der einen Menschen treibt, die wirkliche Welt durch literarische Phantasien zu ersetzen.“ Insgesamt darbietet der Schriftsteller uns zwölf Briefe (bei Rilke sind es zehn). Die ersten gehen auf die Frage ein, warum der Künstler schreibt und was das Wesen des Schreibens sei (Bandwurmparabel, Catoplebas). Da ich behaupte, dass solche Bemühungen um die Identifikation der Motivation des Schreibens subjektiv und eben im Rahmen einer gewissen Kontingenz differieren, springe ich gleich zu den eigentlichen Briefen, die nämlich der Versuch sein sollen, einem Interessierten der Romantheorie bzw. einen Schriftsteller in spe ein bisschen Technik zu vermitteln. Natürlich ist der Umfang der „techne“ ein Kontinuum, da ein guter Roman – wie Llosa auch richtig anführt – eine vollkommene Synthese aus Form und Inhalt (und das begreifen schon die meisten Schriftsteller nicht) ist. Das ist aber seit Jahrhunderten auch nichts Neues, spätestens nach Bachtin (s. „Die Ästhetik des Wortes“), der genau diese Synthese als eben den Stil bezeichnet hat. So reizt Llosa sicher die narrativen Instrumente nicht aus, nennt aber die für den Roman wesentlichen und wichtigen: Erzähler und Erzählperspektive, der erzählerische Raum und die Realitätsebene (obschon er das Wort für nicht sehr gut hält, das stimmt, weil der Roman selbst nichts als Fiktion ist, so also m.E. wenn überhaupt von Fiktionsebene gesprochen werden müsste, das aber wiederum die Briefe wieder verkompliziert hätte). Zu der Realitätsebene ist zu sagen, dass er neben brillanten Schreibern wie Flaubert vor allem den Onetti nennt („Das kurze Leben“), dem ein Meisterwerk der gesamten Literaturgeschichte mit seinem Roman gelungen ist. Ich kann das nur in aller Form unterstützen und bejahen, Onetti zeigt die Möglichkeiten des Romanschreibens in seiner ganzen „Form“ auf, Llosa führt hier auch den Begriff der „qualitativen Sprünge“. Sehr wichtig ist auch, dass Vargas Llosa die Zeit anspricht, denn die Verwendung korrekter Tempora beherrschen viele so g. Schriftsteller leider nicht. Schließlich nennt er noch andere Techniken wie die „Chinesischen Kästchen“ (nichts anderes als Mosaike, die sich zu einem Ganzen fügen), die „unterschlagene Information“ und die „kommunizierende Röhren“: mindestens zwei Episoden, die verschieden voneinander sind, werden narrativ verknüpft, zur Einheit, wie bei Faulkners „Wilde Palmen und der Strom“. Was fehlt sind zB Schreibweisen der Prosa selbst, Einsatz rhetorischer Figuren im Roman etc.

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