Gefangen in seiner inneren Welt
-
- Deutsch ausgewählt
-
Verlag:BoD – Books on Demand
10,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
29.09.2005
Verlag
BoD – Books on DemandSeitenzahl
208
Maße (L/B/H)
20/14/1,5 cm
Gewicht
278 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8334-5757-9
In der Schule bekam er Schwierigkeiten, weil er nur das lernen wollte, wozu er gerade Lust hatte. Geduld und Ausdauer brachte er nur Dingen entgegen, die ihm Spaß machten. Unsere Ermahnungen tat er mit einem Lächeln ab. Ein einziger Augenaufschlag seiner himmelblauen Augen reichte, um uns zu beruhigen. Er verließ mit einem Realschulabschluss die Schule, obwohl es zu mehr gereicht hätte. Aber seine Lernunwilligkeit hinderte ihn daran.
Später brach er mehrere Handwerkslehren ab, weil ihm das Betriebsklima störte. Wir waren nicht glücklich mit seiner Entwicklung und ließen ihn das oft spüren. Kaum war er volljährig, verließ er sein Elternhaus und bezog eine Altbauwohnung in einem anderen Stadtteil. Er besuchte uns nur, wenn er Geld brauchte. Eines Tages schrieb er uns, dass er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur machen wolle, er uns aber nicht mehr zu sehen wünsche, weil wir ihm nur geschadet hätten. Traurig, respektierten wir seinen Wunsch.
Drei Jahre vergingen. Dann trafen wir ihn in seinem Wesen völlig verändert, vor unserer Haustür. Böse und misstrauisch musterte er uns und warf uns mit bissigen Worten vor, dass er eine furchtbare Kindheit hatte.
„Bist du als Racheengel gekommen?“ fragte ihn sein Vater erschrocken.
Jörg lachte, es war ein hämisches Lachen, dass uns Angst machte. Er besuchte uns nun wieder öfter, verwahrloste aber immer mehr. Als er uns erzählte, dass er von einer fremden Macht verfolgt wird, die ihn töten will, wurde uns klar, dass er psychisch krank war. Notgedrungen mussten wir ihn trotz seines heftigen Widerstandes, in eine Psychiatrie einliefern lassen. Schizophrenie war die niederschmetternde Diagnose der Ärzte. Mit Hilfe von hochwirksamen Medikamenten wurde er nach wenigen Wochen stabilisiert entlassen. Aber seine mangelnde Einsicht krank zu sein, seine Verweigerung die Medikamente einzunehmen, weil er eine Vergiftungsgefahr fürchtete, führte ihn immer wieder in die Psychiatrie zurück.
Wir erlebten zehn Jahre lang seine entsetzlichen Wahnvorstellungen und seine höllischen Angstzustände. Erst danach fand er einen Weg mit seiner Krankheit zu leben.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice