Dieses Album ist nicht daß,was wir erwarten dürfen.Man merkt,daß er noch auf dem Weg ist,sich gerade mächtig verändert.Er ist praktisch im Stadium der Vorwehen.Dr.Dre und 50Cent sind wieder mal die Mitstreiter und sind auch nicht so ausgereift,wie wir es erwarten dürften.Wir wissen,er kann es besser.
Thomas Zörner
aus Lentia
2/5
20.07.2010
Musik (CD)
Kopfnickende Langeweile
Jetzt ist er also clean. Der Titel bezieht sich also nicht auf einen Rückfall in Richtung Pillensucht, sondern vielleicht auf eine Rückbesinnung zu alten Stärken? Wummernde Kopfnickbeats von Dr. Dre und beißende, böseartige, sarkastische, wütende Texte des erfolgreichsten weißen Rappers dieser Zeit? Mitnichten, was Eminem und sein geistiger Ziehvater abliefern lässt sich großteils leider nur als langweilig bezeichnen. Nach der empfehlenswerten "The Eminem Show" kann "Relapse" nur enttäuschen, was schon beim ersten richtigen Track seinen Beginn macht. Nach hörspielartigem Intro startet "3.A.M" und was kann es? Eigentlich nichts. Der Beat ist unspektakulär und dem ganzen setzt der Sprachmeister selbst die Krone auf. Was soll dieser aufgesetzte Akzent, der an mexikanisches Englisch erinnert? Das ist weder witzig noch einfallsreich, sondern bestenfalls nervig. "My Mom", sowie "Insane" können wenigstens auf textlicher Seite überzeugen, auch wenn die Themen nicht gerade neu: "Meine Mama ist blöd" und "Slim Shady ist der Kränkste". Dennoch lassen sich die typischen Eminem Trademarks ausmachen, die die Stücke noch retten. Auch "Bagpipes from Baghdad" macht das Rennen dank seines Textes. Zwar wagt sich der Amerikaner teils ziemlich weit vor, wenn er gegen Mariah Carey und deren Ehemann wettert, doch kann man sich bei mancher Line ein Grinsen nicht verkneifen. Mit "Hello" startet der erste Song, der sich als ganzes als "gelungen" bezeichnen darf. Der Beat ist gut und auch textlich überzeugt das Ding. Leicht verstörend gerät dann das äußerst düstere "Same Song & Dance", das auf ein nicht minder verstörendes Skit namens "Tonya" folgt. Gewalt und Vergewaltigung als Thematik machen halt keinen Sonnenscheintrack. Interessanterweise folgt auf diesen dunklen Exkurs die positivste Nummer mit "We Made You". Eine typische Eminem Single eben. Ironische Lyrics und ein Dre Beat wie man ihn kennt. Doch stellt das Lied, trotz seines Beliebigkeitswert, als Highlight bezeichnen. Nun bleibt es lang ruhig bis mit "Old Times Sake" der nächste erwähnenswerte Track startet. Nicht nur wegen eines der seltenen Gastauftritte von Dr. Dre auf lyrischer Ebene. Gleich darauf folgt wieder eine längere überspringbare Phase bis "Beautiful". Die Ballade von "Relapse" gefällt wie eigentlich jeder melancholischere Eminem Track. "Crack A Bottle" ist dann Highlight Nummero 3. Dem Hassbolzen, der dies auf "Relapse" wenig zeigt, steht wiederum Dr. Dre zur Seite, aber auch 50Cent, dessen Part vor Coolheit nur so trieft. Richtig witzig gerät noch das letzte Skit "Steve Berman", auf das der stärkste Track des Albums folgt. Wieso diese Nummer bis zum Schluss aufgehoben wurde wird wohl ein Geheimnis bleiben aber "Underground" tritt richtig Arsch. Der verschrobene Beat und Eminems Flow sorgen für einen Hammer. Unterm Strich bleibt "Relapse" aber eine große Enttäuschung, zu monoton jede Nummer, bis auf die erwähnten Ausnahmen, zu gleich die ewigen Themen. Gut, dass der Mann mit "Recovery" wesentlich besser nachlegte.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.