Nach der Komödie "Die Soldaten" von Lenz: Wandlung in die Gattung Literaturoper oder in ein völlig neues Werk bei Zimmermann?
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Sprache:Deutsch
17,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
16.04.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
36
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,4 cm
Gewicht
68 g
Auflage
3. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-640-59305-7
bezeichnet werden? Dass dies aufgrund der Häufigkeit der Übernahme und
Verarbeitung literarischer Stoffe nicht der Fall sein kann, liegt auf der Hand. Was macht
diese Gattung dann aber aus? Handelt es sich überhaupt um eine Gattung? Was hat die
literarische Vorlage der Dichtung mit Literaturoper gemeinsam? Nur ausschnitthaft
kann ein ganzer Katalog an Fragen hier dargestellt werden, der sich in der
Beschäftigung mit Literaturopern des 20. Jahrhunderts stellt. Die vorliegende Arbeit
möchte sich mit diesen Fragen beispielhaft beschäftigen und das Verhältnis der
literarischen Vorlage Die Soldaten von Lenz und Zimmermanns Literaturoper Die
Soldaten untersuchen.
Die Komödie Die Soldaten von Jakob Michael Lenz erschien im Frühjahr 1776 und ist
der literarischen Epoche des Sturm und Drang zuzuordnen: Die von den französischen
Klassizisten in das Werk Aristoteles hineininterpretierten drei Einheiten von Ort, Zeit
und Handlung negiert, Interesse an Handlung wird gewandelt in Interesse am
Individuum, damit menschliche Subjektivität aufgewertet. Aufklärerische Forderungen
nach Autonomie und freier individueller Entfaltung werden kontrastierend zu den
Zwängen der bestehenden Ständegesellschaft in den Soldaten thematisiert. Dabei wird
nicht das Schicksal einer Einzelperson zentrales Thema, sondern die Darstellung
gesellschaftlicher Missverhältnisse und einer sozialen Situation, die die Handlungen der
einzelnen Akteure motivieren.
Bernd Alois Zimmermanns Idee zu einer Oper nach der Komödie Die Soldaten von
Lenz reichen bis in das Jahr 1957.1 1965 wird seine Oper in vier Akten nach dem
gleichnamigen Schauspiel von Jakob Michael Reinhold Lenz in Köln uraufgeführt.
Entscheidend für die Komponierbarkeit des Dramas in ein Libretto war für
Zimmermann vor allem Lenz` Abkehr von den drei Einheiten. Diese bedeutet die Basis
für seine Vision von der Aufhebung von Zeit und Raum, dadurch die Möglichkeit zur
Realisierung einer Austauschbarkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als
Kugelgestalt der Zeit benennt Zimmermann diese Vision und vertritt die These, dass
ganzheitliche Wahrnehmung einer Wirklichkeit nur durch solch aperspektivisches
Sehen möglich sein kann.
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