»Ein Plädoyer für mehr Gleichmut in der Liebe.« Kristina Maidt-Zinke in ›Die Zeit‹
Eine Frau liebt einen Mann, weil der die Frau liebt. Was kann man sich Besseres wünschen? Doch die Welt kennt kein Pardon: Auf einer Reise nach China kommt der Mann gleich wieder abhanden, und man fragt sich, ob das mit rechten Dingen zugeht. Warum sucht man nach Veränderung, wenn man das Glück gefunden hat? Warum bleibt man nicht dort, wo man glücklich ist? Sibylle Berg erzählt eine moderne Liebesgeschichte und zeigt mit so melancholischen wie bösartigen Bildern eine Welt, in der man höchstens zu zweit überleben kann.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Eine kleine chinesische Insel. Eine Frau sinniert retrospektiv über ihre jugendlichen Liebhaber, diese devote, masochistische Quälerei. Dann DER Mann, einhundertzehn Kilo Mann, vollkommenes Aufgehobensein, plötzlich sang- und klanglos verschwunden...
Man zerre das Wort Resignation auf dreihundertzwanzig Seiten und nehme kalte Sentimentalität, erfrischenden Eigensinn, leise Traurigkeit: Voilà! Die neue Berg. Ein literarisches Amalgam aus verwitterten Grautönen und schwarz.
Warnung: Sollten sie zu Verstimmungen neigen, lesen Sie dieses Buch nicht!
Bewertung
4/5
05.12.2011
Buch (Taschenbuch)
konzentration
Sibylle Berg hat einen sehr erstaunlichen, elegisch-schwungvollen Roman geschrieben. Lebensklug und resigniert, liebevoll und böse zugleich, durchzogen mit einem feinen Humor changieren gleich mehrere Stimmungen im Buch. Manchmal meint man nahezu in einer Lücke zwischen zwei Gedanken hängenzubleiben. Nicht detailliert und wortreich, sondern still und entrückt, aber trotzdem mit unglaublichem Tiefgang sinniert die Autorin über das Leben in all seinen Vielfältigkeit. Dabei wechselt sie zwischen den Zeitebenen, berichtet in kurzen Sequenzen vom Alltag der Frau, unterbrochen durch Erinnerungen an das Leben davor. Sie lässt in ihrem raffiniert komponierten Roman zwei Zeitebenen aufeinander zulaufen, bis die erinnerte Vergangenheit mit dem letzten Kapitel die erzählerische Gegenwart erreicht.
Bewertung
2/5
20.10.2020
Buch (Taschenbuch)
Anstrengend zu lesen
Aufgrund der positiven Bewertungen gekauft. Leider hat es mich nach wenigen Seiten so angestrengt, das ich es weggelegt habe. Der Scheibstil ist gewöhnungsbedürftig und die Unterhaltungen teils kurios. Dies soll hier sicher erreicht werden, leider jedoch nicht meins.
Bories vom Berg
aus München
1/5
30.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Bitterböse Lektüre für…
Bitterböse Lektüre für Masochisten Auch wenn der Titel «Der Mann schläft» suggerieren mag, man habe einen Liebesroman von Sibylle Berg vor sich, ist doch genau das Gegenteil der Fall. Die im Feuilleton als «leidenschaftliche Hasspredigerin» apostrophierte Schriftstellerin erzählt vielmehr eine für sie typische, pessimistische Geschichte eines Paares, das sie ganz ohne Liebe zueinander finden lässt. Kann das denn gut gehen? Die namenlos bleibende Ich-Erzählerin ist eine sich selbst unattraktiv findende Frau Mitte vierzig, die das Leben als völlig sinnlos empfindet. Zutiefst misanthropisch, hat sie eine desillusionierte Sicht auf die Welt, besonders was die Zweisamkeit anbelangt. Sie erträgt einfach nicht die Nähe anderer Menschen, weicht ihnen aus, ist lieber für sich allein. Nach vielen kläglich gescheiterten Versuchen, einen Mann fürs Leben zu finden, trifft sie plötzlich auf ihren ‹Mister Right›, ein Wunder, auf das sie nicht mehr zu hoffen gewagt hat. «Der Mann», wie er im Roman immer nur genannt wird, ist ein dicker, schweigsamer Typ, mit dem sie eine innere Verbindung zu haben scheint. Er ist der erste Mann, an den sie sich anlehnen und ihren Weltekel vergessen kann. Sie mag ihn, ganz einfach weil er sie liebt und mit seinem eher phlegmatischen Charakter ihre Launen geduldig erträgt. Und so folgt sie ihm denn auch ins Tessin, wo er wohnt und arbeitet, ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Übersetzerin von Bedienungs-Anleitungen kann sie auch von dort aus nachgehen. In zwei chronologisch aufeinander zulaufenden Handlungs-Strängen wird abwechselnd in vielen kurzen Kapiteln von ihrer vier Jahre andauernden Zweisamkeit erzählt, in der «der Mann» letztendlich allenfalls eine Nebenrolle spielt. Er ist gutmütig, genügsam, alles andere als charismatisch, aber er verkörpert den sicheren Hafen im tosenden Meer menschlichen Lebens, in dem die Protagonistin ständig unterzugehen droht. In soweit alles «Friede, Freude, Eierkuchen»! Bis Sibylle Berg die Beiden nach vier Jahren plötzlich aus ihrer stillen Idylle zu einer Reise nach Hongkong aufbrechen lässt. Sie haben sich auf einer kleinen Insel eingemietet und entdecken dort das ihnen fremde China. Eines Tages fährt «Der Mann» mal wieder mit der Fähre nach Hongkong hinüber, um einige Besorgungen zu machen, er sei in zwei oder drei Stunden zurück. Aber er kommt nicht zurück, sie erstattet eine Vermisstenanzeige, es findet sich jedoch keine Spur von ihm. Die Erzählerin trifft zufällig auf Kim, ein zehnjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft, das beim verwitweten Großvater aufwächst, der als Masseur arbeitet. Sie empfindet eine gewisse Seelen-Verwandtschaft mit dem altklugen Mädchen, lernt ihren Opa kennen und geht schließlich auf sein Angebot ein, zu ihnen in das schon lange leerstehende Gästezimmer zu ziehen, das sei gut für Kim. Auf ihren Streifzügen über die Insel beobachtet sie die Inselhure, eine querschnitts-gelähmte Frau, die gleichwohl ihrem Gewerbe nachgeht. Wie sich herausstellt, ist sie die Mutter von Kim, die ihr Kind beim Großvater leben lässt, weil es bei ihr geschäfts-schädigend wäre. Zeitweise verfällt die Protagonistin schließlich dem Alkohol und willigt zuletzt ein, notgedrungen mit dem Masseur und Kim zusammen zu bleiben. Dieser Sibylle-Berg-typisch schlecht gelaunt erzählte, fatalistische Roman ist eine zynische Absage an das Leben, das hier als vollkommen sinnlos dargestellt wird. «Allen wohnte die gleiche Gier und Beschränktheit inne, sie quälten andere, weil sie es konnten. Sie zeigten den Nachbarn an wegen des Hundes, der an ihr Auto uriniert hatte, sie bespitzelten sich, stritten sich, misshandelten sich, als ob es kein Morgen gäbe …». Die bitterböse, zudem noch ziemlich unlogische Geschichte ist durchgängig mit derart gehässigen ‹Lebensweisheiten›gespickt, was dann auf Dauer nur noch nervt. Denn in all der vermeintlichen Ausweglosigkeit scheint Suizid die einzige Chance zu sein. Eine Lektüre also, die allenfalls für weltfremde Masochisten geeignet ist!
Ruth Jansohn
aus Troisdorf
5/5
09.10.2009
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Mann schläft
Ich lese sehr viel und sehr schnell, bei diesem Buch habe ich mir laut vorgelesen, weil ich die Bilder, die Frau Berg mit ihrer Sprache aufbeschwört großartig finde. Regen der entschlossen niedergeht Die Stille in der Wohnung empfängt mich wie ein Schlag in den Bauch. Die Geschichte von der Frau und dem Mann ist befremdend einfach, der Mann ist erst da und dann weg, aber beste Unterhaltung. Ich freue mich für jeden der den Lesegenuss noch vor sich hat.
5 Sterne
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
18.09.2009
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebe wird oft überbewertet
Früher glaubte die Frau an das Gute im Menschen und dass man es nur wachrütteln muss.
Heute nicht mehr. Jeder braucht die Nähe eines anderen. Die große Liebe kommt nicht mehr.
Sie mag den Mann sehr und braucht ihn. Nur schläft er eines Tages nicht mehr neben ihr, sondern ist weg. Eine Liebesgeschichte, die nicht von der großen Liebe handelt.
Frau Bergs Bücher machten früher gerne mal depressiv. Der Mann schläft holt einen in die Gegenwart.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.