Produktbild: Wunsiedel

Wunsiedel Ein Theaterroman

1

18,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

01.03.2011

Verlag

Das Wunderhorn

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

21,5/14,4/2 cm

Gewicht

328 g

Farbe

Anthrazit / Cool Grey

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-88423-362-7

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Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

01.03.2011

Verlag

Das Wunderhorn

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

21,5/14,4/2 cm

Gewicht

328 g

Farbe

Anthrazit / Cool Grey

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-88423-362-7

Herstelleradresse

Wunderhorn
Rohrbacher Str. 18|69115|Heidelberg|DE
wunderhorn.verlag@t-online.de

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Metamorphose eines Miesepeters…

Bories vom Berg aus München am 20.03.2013

Bewertungsnummer: 2708313

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Metamorphose eines Miesepeters Das Theater in der kleinen, fränkischen Stadt, nach der dieser Roman benannt ist, eine saisonale Sommerbühne im Luisenburg-Felsenlabyrinth, auf der man im Rahmen jährlich stattfindender Festspiele den »Götz von Berlichingen« und ähnlich Volkstümliches spielt, nennt Michael Buselmeier »abstoßend, heruntergekommen, eine subventionierte Abgeschmacktheit«. Starker Tobak also, was der Autor da so schreibt in seinem als Theaterroman deklarierten Werk mit unverkennbar autobiografischem Hintergrund, kaum camoufliert jedenfalls. Bisher nur von Wenigen hauptsächlich als neoromantischer Lyriker wahrgenommen, ist er durch seine Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2011 nun auch einem breiteren, zur Prosa hin orientierten Publikum bekannt geworden, zu dem ich mich ausdrücklich auch selber zähle. In diesem Roman wird die Geschichte eines jungen Theatermenschen geschildert. Der Ich-Erzähler Moritz Schoppe, Schauspieler und Regieassistent, scheitert grandios - unpragmatisch wie er ist - bei seinem ersten Engagement, teils an den selbstgesetzten Ansprüchen, aber auch an seiner Unbelehrbarkeit. Als Misanthrop schimpft er nicht nur auf fast alles, was mit Theater zu tun hat, auch an der Stadt Wunsiedel und an seinen Bewohnern lässt er kaum ein gutes Haar. Nur die fränkische Natur und einige wenige Lichtgestalten des Theaters wie Gustav Gründgens lässt der Außenseiter gelten, bewundert außerdem fast grenzenlos Wunsiedels Dichtersohn Jean Paul. Bei einer Aufführung von Goethes »Torquato Tasso« fühlt er inniglich mit Will Quadflieg, «da litt ein Dichter, ein Fremder genauso wie ich, an der Welt und an den Menschen«. Nach 44 Jahren kehrt der Gescheiterte, inzwischen als Schriftsteller (sic!) tätig, an die Stätte seiner Niederlagen zurück. Und findet wieder nur Negatives, die Verödung des Bahnhofs in Wunsiedel, die Trübsal des Kurortes Alexandersbad mit Konzerten im Musikpavillon vor einem größtenteils debilen Publikum. Alles ist ein einziges Scheitern, ein Desaster in diesem Roman, der Frust ist riesengroß. Sogar Ulla, ehemalige Freundin, »notorisch erfolglos, so gut wie nichts gelang ihr«, wie er anmerkt, die Frau also, die ihn damals verlassen hatte, stirbt einsam einen schlimmen Krebstod und wird, obwohl aus begütertem Hause, in einem anonymen Grab beigesetzt. Ich dachte an dieser Stelle, da fehlt jetzt eigentlich nur noch eine schadenfrohe Anmerkung im Sinne von »selber schuld, wäre sie damals mal lieber bei unserem Romanhelden geblieben«! Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein ausgewiesener Solipsist vorgeführt werden soll, das literarische Alter Ego des Autors vermutlich, der fast gar nichts gelten lässt neben sich. Benutzt man den Begriff Kritik im kantschen Sinne für Analyse und Prüfung, schlägt die Rundum-Schelte voll auf den Autor zurück. In einer holperigen, unbeholfen wirkenden Sprache, ja im Stile eines Schüleraufsatzes wird die belanglose Geschichte eines unsympathischen Außenseiters erzählt, ohne irgendwelche Höhepunkte, ohne jede sprachliche Finesse, ohne einen Funken von Humor, üppig angereichert nur mit kitschiger Naturromantik. Das alles ist wegen seiner miesepetrigen Stimmung sehr unerfreulich zu lesen, es ist auch nicht wirklich bereichernd, man erfährt kaum Neues in diesem langweiligen Plot. Positiv ist eigentlich nur, dass man nach lediglich 158 Seiten das Buch erleichtert zuklappen kann.

Metamorphose eines Miesepeters…

Bories vom Berg aus München am 20.03.2013
Bewertungsnummer: 2708313
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Metamorphose eines Miesepeters Das Theater in der kleinen, fränkischen Stadt, nach der dieser Roman benannt ist, eine saisonale Sommerbühne im Luisenburg-Felsenlabyrinth, auf der man im Rahmen jährlich stattfindender Festspiele den »Götz von Berlichingen« und ähnlich Volkstümliches spielt, nennt Michael Buselmeier »abstoßend, heruntergekommen, eine subventionierte Abgeschmacktheit«. Starker Tobak also, was der Autor da so schreibt in seinem als Theaterroman deklarierten Werk mit unverkennbar autobiografischem Hintergrund, kaum camoufliert jedenfalls. Bisher nur von Wenigen hauptsächlich als neoromantischer Lyriker wahrgenommen, ist er durch seine Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2011 nun auch einem breiteren, zur Prosa hin orientierten Publikum bekannt geworden, zu dem ich mich ausdrücklich auch selber zähle. In diesem Roman wird die Geschichte eines jungen Theatermenschen geschildert. Der Ich-Erzähler Moritz Schoppe, Schauspieler und Regieassistent, scheitert grandios - unpragmatisch wie er ist - bei seinem ersten Engagement, teils an den selbstgesetzten Ansprüchen, aber auch an seiner Unbelehrbarkeit. Als Misanthrop schimpft er nicht nur auf fast alles, was mit Theater zu tun hat, auch an der Stadt Wunsiedel und an seinen Bewohnern lässt er kaum ein gutes Haar. Nur die fränkische Natur und einige wenige Lichtgestalten des Theaters wie Gustav Gründgens lässt der Außenseiter gelten, bewundert außerdem fast grenzenlos Wunsiedels Dichtersohn Jean Paul. Bei einer Aufführung von Goethes »Torquato Tasso« fühlt er inniglich mit Will Quadflieg, «da litt ein Dichter, ein Fremder genauso wie ich, an der Welt und an den Menschen«. Nach 44 Jahren kehrt der Gescheiterte, inzwischen als Schriftsteller (sic!) tätig, an die Stätte seiner Niederlagen zurück. Und findet wieder nur Negatives, die Verödung des Bahnhofs in Wunsiedel, die Trübsal des Kurortes Alexandersbad mit Konzerten im Musikpavillon vor einem größtenteils debilen Publikum. Alles ist ein einziges Scheitern, ein Desaster in diesem Roman, der Frust ist riesengroß. Sogar Ulla, ehemalige Freundin, »notorisch erfolglos, so gut wie nichts gelang ihr«, wie er anmerkt, die Frau also, die ihn damals verlassen hatte, stirbt einsam einen schlimmen Krebstod und wird, obwohl aus begütertem Hause, in einem anonymen Grab beigesetzt. Ich dachte an dieser Stelle, da fehlt jetzt eigentlich nur noch eine schadenfrohe Anmerkung im Sinne von »selber schuld, wäre sie damals mal lieber bei unserem Romanhelden geblieben«! Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein ausgewiesener Solipsist vorgeführt werden soll, das literarische Alter Ego des Autors vermutlich, der fast gar nichts gelten lässt neben sich. Benutzt man den Begriff Kritik im kantschen Sinne für Analyse und Prüfung, schlägt die Rundum-Schelte voll auf den Autor zurück. In einer holperigen, unbeholfen wirkenden Sprache, ja im Stile eines Schüleraufsatzes wird die belanglose Geschichte eines unsympathischen Außenseiters erzählt, ohne irgendwelche Höhepunkte, ohne jede sprachliche Finesse, ohne einen Funken von Humor, üppig angereichert nur mit kitschiger Naturromantik. Das alles ist wegen seiner miesepetrigen Stimmung sehr unerfreulich zu lesen, es ist auch nicht wirklich bereichernd, man erfährt kaum Neues in diesem langweiligen Plot. Positiv ist eigentlich nur, dass man nach lediglich 158 Seiten das Buch erleichtert zuklappen kann.

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Wunsiedel

von Michael Buselmeier

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