Who wants to live forever?

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Einführung

Alternative Bestattungsformen und postmortales Weiterwirken im 21. Jahrhundert - eine thematische Einführung
Dominik Groß, Brigitte Tag und Christoph Schweikardt 11

I. Zum Umgang mit dem Tod in der Postmoderne

Der populäre Tod? Obduktion, Postmoderne und die Verdrängung des Todes
Hubert Knoblauch 27

Physik der Unsterblichkeit: Nahtod-Forschung und Überlebenshypothesen
Ina Schmied-Knittel 55

Wege des Weiterwirkens der Toten durch moderne Medien
Kirsten Brukamp 77

Perspektiven postmortaler Weiterexistenz durch Organtransplantation, Kryonik, Plastination und Diamantierung: Eine Printmedienanalyse
Florian Asché 93

II. Alternative Bestattungsformen

Was aus Asche alles werden kann - Vom Ascheamulett bis zur Beisetzung im Lavastrom
Kerstin Gernig 113

Neue Inszenierungen des Todes: Über Bestattungs- und Erinnerungskultur im frühen 21. Jahrhundert
Norbert Fischer 125

Alternative Bestattungsformen - oder die Suche nach der eigenen Identität
Reiner Sörries 145

"Wahre Leidenschaft kennt keinen Abpfiff": Postmortale Inszenierung, Memorialisierung und Verewigung in Fangemeinschaften des Vereinsfußballs
Markwart Herzog 163

III. Organtransplantation, Plastination und postmortale Auferstehungsmärkte

Organspende: Partielles Weiterleben in einem fremden Körper
Günter Kirste 191

"Ich will in meinem Knochenleben endlich zufrieden und glücklich sein": Eschatologie der Körperwelten
Liselotte Hermes da Fonseca 197

Selbstbetrachtung ohne Spiegel: Körperwelten und Öffentlichkeit
Franz Josef Wetz 219

Postmortale Auferstehungsmärkte: Körperwelten und das Verschwinden des Leviathan
Rebecca Pates 235

IV. Technikgläubigkeit und Unsterblichkeitsutopie: die Kryonik

Die Unsterblichkeitsutopie der Kryonik: Geschichte, Kontext und Probleme
Oliver Krüger 249

Die Kryonik - ihre biomedizinische Relevanz und ihre gesellschaftliche Wahrnehmung
Klaus H. Sames 275

Die Medizintechnik im Dienst der Unsterblichkeit: Ein Vergleich zwischen russisch-sozialistischen Utopien und der Kryonik
Jens Lohmeier und Stephanie Kaiser 301

Autorinnen und Autoren 331
Band 5

Who wants to live forever?

Postmoderne Formen des Weiterwirkens nach dem Tod

Buch (Taschenbuch)

34,90 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.09.2011

Herausgeber

Dominik Gross + weitere

Verlag

Campus

Seitenzahl

336

Beschreibung

Portrait

Prof. Dr. D. Groß ist Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen. Prof. Dr. B. Tag lehrt an der Rechtswiss. Fakultät der Uni Zürich. C. Schweikardt, PD Dr. med., ist wiss. Mitarbeiter an der RWTH Aachen.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.09.2011

Herausgeber

Verlag

Campus

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

21,6/13,9/2,5 cm

Gewicht

427 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-39479-4

Weitere Bände von Todesbilder. Studien zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod

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Der Mensch des 21. Jahrhunderts denkt sich seinen Tod und seine postmortale (Weiter-)Existenz neu. Damit verbunden ist eine zunehmende Abkehr von christlichen Bestattungsritualen und vom Friedhof als herkömmlichem Ort des Leichnams und der "letzten Ruhe". An ihre Stelle treten neue, säkulare Deutungsmuster des Todes, andere Umgangsformen mit dem (eigenen) Leichnam, aber auch neuartige Versuche, den Tod mithilfe des konkreten, materiellen Leichnams zu relativieren oder gar zu überwinden.Der vorliegende Band richtet den Blick auf eben diese rezenten Bestrebungen, den eigenen toten Körper oder den nahestehender Menschen für die Zeit nach dem Tod zu funktionalisieren beziehungsweise für persönliche Ziele dienstbar zu machen. Hierbei finden sich mannigfaltige Versuche, mit Hilfe des toten Körpers den persönlichen Handlungsspielraum über den Tod hinaus auszudehnen und der eigenen Autonomie und dem persönlichen Gestaltungswillen auch für die Zeit nach dem "eigentlichen" Tod Ausdruck zu verleihen:Die erste Form und Ausprägung dieses persönlichen, postmortalen Gestaltungswillens ist im ausgeprägten Trend zur individualisierten Bestattung greifbar. Über viele Jahrhunderte hinweg dominierte in unseren Breiten die Inhumation (Erdbestattung). Insbesondere in ländlichen und katholisch geprägten Regionen wurde den Kirchen in Deutschland bis weit in das 20. Jahrhundert hinein eine Deutungshoheit in Bezug auf die Form der Bestattung des menschlichen Leichnams zugestanden, und diese stand einer flächendeckenden Einführung der Kremation (Feuerbestattung) ebenso entgegen wie einer Individualisierung und Pluralisierung der Bestattungsformen. Am Anfang des 21. Jahrhundert stellt sich diese Situation völlig anders dar: So stehen zwischenzeitlich - je nach Zählart - mehr als 20 beziehungsweise mehr als 30 Formen der Bestattung zur Wahl - von der Einarbeitung der Asche in ein Amulett bis zur Beisetzung im Lavastrom, von der Almwiesen- und Felsverstreuung bis zur Beisetzung im Korallenriff, von ökologischen Bestattungen bis zu Bestattungen im Weltraum, von der Inhumation in einem Gräberfeld für Fußballfans bis zur Transformation zu einem Erinnerungsdiamanten. Weitere Beispiele für die zunehmende Diversifizierung des Umgangs mit dem eigenen Tod sind zu Lebzeiten individuell gestaltete Totenkleider, Sargformen oder Sargbemalungen. Die Pluralisierung der Bestattung ist hierbei nicht allein Ausdruck allgemeiner gesellschaftlicher Individualisierungstendenzen und postmortalen Gestaltungswillens, sondern zugleich Zeichen einer persönlichen "Erinnerungsvorsorge".Kerstin Gernig weist in diesem Band zu Recht darauf hin, dass sich der Mensch unserer Tage die Freiheit nehme, "ein letztes individuelles, diesseitiges Ausrufezeichen zu setzen, das durch die Beisetzungsart das eigene Leben zugleich spiegelt." Die Verfügung über die eigene Asche setze dabei "ein Zeichen, das den Bezug des Menschen zu seinen Angehörigen charakterisiert. Er möchte auf eine bestimmte Art und Weise erinnert werden, sei es in Form von materiellen Erinnerungszeichen, sei es auch gerade unabhängig von allen sichtbaren Zeichen."Tatsächlich kann der eigene Leichnam auf verschiedene Weise "programmatisch" funktionalisiert werden - etwa indem die Betreffenden die Bestattung unter ein besonderes "Lebensmotiv" stellen (Beispiele: Bestattung von Fußballfans auf vereinseigenen Gräberfeldern, Seebestattung bei Seeleuten), indem sie eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zeigen (zum Beispiel durch eine ökologische, rückstandsfreie Bestattung) oder eine enge Verbundenheit mit der Natur (etwa durch eine Naturverstreuung) demonstrieren. Auch die Diamantierung, bei der Teile der sterblichen Überreste zu einem Diamanten transformiert werden, ist im einfachsten Fall an das Ziel geknüpft, nach dem Ableben erinnert zu werden. Sie kann aber auch als Ausdruck einer neuen Sehnsucht nach dauerhafter materieller Repräsentation interpretiert werden. Gleichzeitig ermöglicht sie eine Ästhetis
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    Alternative Bestattungsformen und postmortales Weiterwirken im 21. Jahrhundert - eine thematische Einführung
    Dominik Groß, Brigitte Tag und Christoph Schweikardt 11

    I. Zum Umgang mit dem Tod in der Postmoderne

    Der populäre Tod? Obduktion, Postmoderne und die Verdrängung des Todes
    Hubert Knoblauch 27

    Physik der Unsterblichkeit: Nahtod-Forschung und Überlebenshypothesen
    Ina Schmied-Knittel 55

    Wege des Weiterwirkens der Toten durch moderne Medien
    Kirsten Brukamp 77

    Perspektiven postmortaler Weiterexistenz durch Organtransplantation, Kryonik, Plastination und Diamantierung: Eine Printmedienanalyse
    Florian Asché 93

    II. Alternative Bestattungsformen

    Was aus Asche alles werden kann - Vom Ascheamulett bis zur Beisetzung im Lavastrom
    Kerstin Gernig 113

    Neue Inszenierungen des Todes: Über Bestattungs- und Erinnerungskultur im frühen 21. Jahrhundert
    Norbert Fischer 125

    Alternative Bestattungsformen - oder die Suche nach der eigenen Identität
    Reiner Sörries 145

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    Markwart Herzog 163

    III. Organtransplantation, Plastination und postmortale Auferstehungsmärkte

    Organspende: Partielles Weiterleben in einem fremden Körper
    Günter Kirste 191

    "Ich will in meinem Knochenleben endlich zufrieden und glücklich sein": Eschatologie der Körperwelten
    Liselotte Hermes da Fonseca 197

    Selbstbetrachtung ohne Spiegel: Körperwelten und Öffentlichkeit
    Franz Josef Wetz 219

    Postmortale Auferstehungsmärkte: Körperwelten und das Verschwinden des Leviathan
    Rebecca Pates 235

    IV. Technikgläubigkeit und Unsterblichkeitsutopie: die Kryonik

    Die Unsterblichkeitsutopie der Kryonik: Geschichte, Kontext und Probleme
    Oliver Krüger 249

    Die Kryonik - ihre biomedizinische Relevanz und ihre gesellschaftliche Wahrnehmung
    Klaus H. Sames 275

    Die Medizintechnik im Dienst der Unsterblichkeit: Ein Vergleich zwischen russisch-sozialistischen Utopien und der Kryonik
    Jens Lohmeier und Stephanie Kaiser 301

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