Das Wechselbälgchen

Das Wechselbälgchen

Erzählung

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Beschreibung

Zitha ist vom Schicksal geschlagen. Sie ist das uneheliche Kind einer Bauernmagd, geistig zurückgeblieben und körperlich entstellt. Die Leute im Dorf, die so katholisch wie abergläubisch befangen sind, haben für das traurige Schicksal des Mädchens eine einfache Erklärung: Böse Geister haben der unglücklichen Magd nach der Geburt das Kind geraubt und ihr stattdessen ein verhextes Mädchen untergeschoben. Einen Wechselbalg, wie er aus Sagen und Gespenstergeschichten der Alpengegenden bekannt ist. Er werde das ganze Dorf ins Unglück stürzen, heißt es. So nimmt der kollektive Wahn seinen Lauf, gegen den auch die Liebe der Mutter nichts auszurichten vermag. Schließlich wird dem Mädchen sogar nach dem Leben getrachtet.
Christine Lavant beschreibt die Ausgrenzung einer Schwachen aus der dörflichen Gemeinschaft mit großer Eindringlichkeit. Die erst 1998 posthum veröffentliche Erzählung steht auch für die Gefährdung unserer Zivilisation, die sich nicht zuletzt zu Lebzeiten Christine Lavants in der 'Vernichtung unwerten Lebens' durch die Nationalsozialisten gezeigt hat.
Nachdem 'Das Wechselbälgchen' längere Zeit vergriffen war, erscheint die Erzählung nun erstmals im Wallstein Verlag, herausgegeben von Klaus Amann, der eine kommentierte Werkausgabe von Christine Lavant vorbereitet.

»Mit großer Eindringlichkeit, direkt, rau und zeitlos beschreibt Christine Lavant die Ausgrenzung einer Schwachen aus der Dorfgemeinschaft.«
(Österreichischer Rundfunk, 27.02.2016)

»Lavant ist und bleibt eine Ausnahmedichterin.«
(Gerhard Strejeck, Wiener Zeitung Extra, 02./03.07.2016)

Christine Lavant
geboren 1915 in ärmlichsten Verhältnissen in St. Stefan im Kärntner Lavanttal, litt seit früher Kindheit an schwersten Erkrankungen, die sie lebenslang beeinträchtigten. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit Stricken. Sie begann schon in den 1930er Jahren mit dem Schreiben, ihre ersten Veröffentlichungen erschienen ab Ende der 1940er Jahre. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie 1954 und 1964 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 1970 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur. Christine Lavant starb 1973. Ein beträchtlicher Teil ihres literarischen Nachlasses ist noch unveröffentlicht.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.09.2012

Herausgeber

Klaus Amann

Verlag

Wallstein Verlag

Seitenzahl

104

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.09.2012

Herausgeber

Klaus Amann

Verlag

Wallstein Verlag

Seitenzahl

104

Maße (L/B/H)

12/20,2/1,3 cm

Gewicht

212 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8353-1147-3

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Anja Lindenau

Thalia Moers

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5/5

Eine lesenswerte Entdeckung

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die kurze Erzählung, von der Autorin wahrscheinlich in den 1930er oder 1940er-Jahren geschrieben, hat es absolut in sich. Die Geschichte um das geistig zurückgebliebene Mädchen Zitha nimmt einen total mit. Aberglauben und Alltag beherrschen das Leben in dieser Zeit, in einem kleinen österreichischen Dorf. Doch immer wieder nimmt sich die Autorin Zeit, uns von Liebe und Zärtlichkeit zu berichten. Wenn auch das Ende traurig stimmt, so ist es doch versöhnlich.
5/5

Eine lesenswerte Entdeckung

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die kurze Erzählung, von der Autorin wahrscheinlich in den 1930er oder 1940er-Jahren geschrieben, hat es absolut in sich. Die Geschichte um das geistig zurückgebliebene Mädchen Zitha nimmt einen total mit. Aberglauben und Alltag beherrschen das Leben in dieser Zeit, in einem kleinen österreichischen Dorf. Doch immer wieder nimmt sich die Autorin Zeit, uns von Liebe und Zärtlichkeit zu berichten. Wenn auch das Ende traurig stimmt, so ist es doch versöhnlich.

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