Eine Menge Fälle warten auf Kommissar Tannenberg. Insgesamt gilt es, 30 Fälle zu lösen. Tüftler, Denker und Hirnakrobaten stellen sich der Herausforderung und gehen mit Tannenberg auf Verbrecherjagd.
Aber lassen Sie sich nicht in die Irre führen, die Lösung liegt meist sehr nah. Oder doch nicht?
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Ganovenede, der rumstromert und eine Flasche Bier auf Merkur, den Gott der Diebe leert, bevor er einen Bruch macht, ist ein wesentlich angenehmerer Zeitgenosse als die psychopathischen Serienkiller, die sich jetzt in den Krimis bequem machen. Franzingers Rätselwelt bevölkern Studienrätinnen, Kleinstkriminelle, Kartenspieler, Zuhälter, Rentner, Studenten, Schrebergärtner, Hiphopjugendliche und Postboten. Also alles Leute, die sich so irgendwie durchwursteln. Der Lautrer Schriftsteller Bernd Franzinger hat dreißig Kurzgeschichten, jeweils drei oder vier Seiten lang, gesammelt. Allein schon die kurze Form verhindert jenes frischflockige Mein liebes morgenmuffeliges Wölfchen, das bislang noch jedes Buch von Franzinger scheitern ließ.
Für die Auflösung ist diesmal nicht Kommissar Tannenberg, sondern der Leser zuständig. Das Buch zwingt also zur genauen Lektüre. Dies entspricht dem ursprünglichen Sinn des Kriminalromans: Beobachtungs- und Kombinationsgabe des Lesers führen zur Klärung des Falles. Das ist selten klassisch, da heute jeder Trottel meint, Aufgabe des Krimis sei es, dräuende gesellschaftspolitische Probleme zu transportieren. Nur so sei es möglich breite, ja extrabreite Schichten zu erreichen. Der Krimi ist aber kein Leitartikel, der ein halbes Jahr zu spät erscheint.
Nicht schlecht ist es, wenn man sich ein bisschen in der Pfalz auskennt. Die Leute wollten ja unbedingt den Heimatkrimi.
Zu meiner Überraschung schafft es Franzinger, Dialoge zu entwickeln, die dem Alltag abgelauscht sind und im Wechsel vom Dialekt, Jugendsprache bis zum Hochdeutschen zu den vorgestellten Personen passen. Auch Tannenberg ist nicht mehr penetrant knorrig, sondern mausert sich zu einem mit Schwächen im Beruf, etwa wenn er sich durch den Hinterausgang aus dem Präsidium schleicht, um dem dummen Geschwätz des Pförtners zu entgehen.
Hätte Franzinger all seine Bücher in einer solch lakonischen Form verfasst, er wäre als wohltuend unaufgeregter Schriftsteller, der sein Handwerk beherrscht, gerühmt worden.
Kurzweilige Unterhaltung für…
NicoleK am 15.07.2013
Bewertungsnummer: 2698965
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch. Kommissar Tannenberg leitet das K1 in Kaiserslautern. In diesem Buch gibt es 30 kurze Krimis. Es handelt sich um Graffiti, Mord, Diebstahl, Geiselnahme, Einbruch und weitere Taten. Die Geschichten sind vier bis fünf Seiten lang und am Ende hat der Leser die Möglichkeit, selbst zu raten, wer der Täter war und warum. Durch Umblättern erfährt man dann die richtige Lösung. Ich fand die Rätselkrimis interessant. Sie waren eher einfach und nicht unbedingt sehr anspruchsvoll, aber leicht zu lesen und es war ein netter Zeitvertreib. Mit den Lösungen lag ich 19 mal richtig und 11 mal falsch. Bei wenigen Geschichten wurde im Dialekt gesprochen, was mir das Lesen etwas erschwert hat. Der Pfälzer Dialekt ist mir zwar ein bisschen bekannt, aber es zu hören ist einfacher, als es zu lesen. Alles in allem war es interessant und unterhaltsam.
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