Pfingstbewegung in Guatemala: Zwischen politischem Quietismus und politischem Aktivismus Diplomarbeit
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
05.06.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
108
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,8 cm
Gewicht
169 g
Auflage
4. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-656-20692-7
nur als weltweite Bewegung ein relativ junges Phänomen. Dies spiegelt sich auch
in der Literaturlage wider. Erst seit den 1960er Jahren gibt es auch (religions-)soziologische
Untersuchungen und Veröffentlichungen, die sich mit der Erscheinung der
Pfngstbewegung in Lateinamerika befassen. Als einer der Pioniere aus dieser Zeit
ist Emilio Willems zu nennen, dessen Arbeit bis heute einen wichtigen Grundstock
darstellt. Seine Beschreibung des Wachstums der Bewegung als ein dialektischer
Prozess mit kulturellen Veränderungen ist auch für diese Arbeit elementar. Im
deutschsprachigen Gebiet hat sich vor allem der Theologe und Soziologe Heinrich
W. Schäfer hervorgetan, der sich seit den 1980er Jahren mit dem Protestantismus in
Lateinamerika beschäftigt. Speziell für Guatemala, das zentralamerikanische Land,
welches im Zentrum dieser Arbeit steht, gilt es in geringerem Maße als für andere
Länder Mittel- und Südamerikas, dass es an Literatur fehlt. Dies lässt sich leicht mit
der überdurchschnittlich hohen Zahl an Pfngstlern in diesem Land,und der Tatsache, dass es bereits zwei protestantische Präsidenten hervorgebracht
hat, erklären.
Ein Themengebiet in der wissenschaftlichen Literatur behandelt die Frage, ob es sich
beim Protestantismus in Lateinamerika um ein kulturimperialistisches Erbe aus den
USA, oder um die, wie David Martin es formuliert hat, "Latin Americanization of
American Religion" (Martin 1993:282) handelt. Vor allem in der Rechtfertigung
und Verteidigung der Monopolstellung der Katholischen Kirche angesichts der Konkurrenz
zu den protestantisch-pfngstlichen Bewegungen im religiösen Feld, und in
der Frage nach der Wertschätzung und der Bewahrung der Kultur der Maya, spielt
diese Debatte eine wichtige Rolle. Ein weiteres Themengebiet ist die Diskussion
über das politischen Potential des pfngstlichen Glaubens, in die sich auch diese Arbeit
einreiht. Im Zentrum des zweiten Teils steht dabei die Hypothese, dass spätestens
die Unterzeichnung des Friedensvertrages "Acuerdos de Paz" am 29. Dezember
1996, mit der nach mehr als 30 Jahren der Bürgerkrieg in Guatemala offziell
beendet wurde, auch gesellschaftspolitische Veränderungen eingeleitet wurden, die
eine Wandlung innerhalb des pfngstlichen Millenarismus bewirkt haben, welche
nun auf die Gesellschaft zurückwirkt. Mit dieser Hypothese beginnt hier die Auseinandersetzung
mit der Thematik. [...]
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