Walpurgisnacht 1606: Die Schatten der Inquisition reichen bis in das verschlafene Städtchen Amorbach. Auf dem Scheiterhaufen wird eine angesehene Bürgerin als Hexe verbrannt, drei weitere warten im Kerker auf ihre Hinrichtung. Luzia, eine geschickte Diebin auf der Durchreise, hat wenig übrig für das Schicksal dieser Frauen, deren öffentliche Bestrafung großen Aufruhr verursacht – bis sie auf der Flucht vor dem Gesetz in die Fänge des brutalen Inquisitors Balthasar Noß aus Fulda gerät, der schon fast dreihundert Hexen dem Feuertod überantwortet hat. Ihm kommen Luzias Fähigkeiten gerade recht. Aus zwielichtigen Gründen hat er es auf die unscheinbare Jungfer Magdalene Wegener abgesehen, die dank ihres einflussreichen Bruders Lukas schon einmal einer Verurteilung als Hexe entgehen konnte. Doch dem grausamsten Inquisitor des Reiches bietet man nicht ungestraft die Stirn. Um sich zu rächen, schreckt er vor keinem Mittel zurück.
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Die Hexen und Hexenprozesse werden sehr oft, völlig ungerechtfertigter Weise, ins Mittelalter transferiert. In diesem Roman von Tatjana Stöckler, erschienen beim Burgenweltverlag, spürte ich deutlich, dass die Autorin diesem Irrtum nicht unterliegt.
Luzia, eine junge Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, gerät ins Visier der Inquisition. Diese Rechtsform des 16. und 17. Jahrhundert ist dafür bekannt, ganz besonders grausam Frauen und Männer zu foltern, weil diese angeblich Schadenszauber gewirkt haben sollen. Doch Luzia ist keine Hexe!
Der Auftakt der Serie um die Diebin Luzia von Tatjana Stöckler ist
diesmal fällt es mir wirklich schwer die passenden Worte zu finden. Der
Roman ist ganz nett. Erfreulich finde ich den historischen Kontext, der
wirklich (endlich mal) gut gelungen ist. Das Wesen einer Stadt der
Frühen Neuzeit ist gut eingefangen und auch die Hinweise auf alle
umliegenden Personen, Städte und Geschehnisse sind nicht zu präsent,
aber vorhanden.
Und trotzdem gibt es einiges, was mich irritierte. Ich habe mich über
die Länge der Geschichte sehr mit Luzia angefreundet. Sie ist ein süßes
Mädchen, welches durch die Lebensumstände dazu gezwungen wurde nachts
auf Raubzüge zu gehen. Was mich am späteren Verlauf der Geschichte so
irritiert ist die Beziehung, die sie zu den anderen Charakteren aufbaut.
Vor allem die Geschwindigkeit in der dies alles geschieht. Auch der
Wechsel zwischen ihrer kriminellen Vergangenheit zu der rechtschaffenen
Jungfrau, die ihre langen Finger nur noch für gute Zwecke einsetzt, ist
mir nicht ganz klar. Liegt es daran, dass sie (kurz nach ihrer
schrecklichen Folter) sich gleich in einen fremden Mann verliebt? Oder
das dieser Fremde (der einen sehr guten Ruf genießt) sich in eine
kriminelle, Unzucht treibende Frau verliebt?
Dazu kommen die, mir persönlich sehr unangenehmen, Folterungsszenen.
Tatjana Stöckler schaffte es mit sehr plastischen Beschreibungen meine
Vorstellungskraft anzukurbeln. Und das etwas zu genau. Vielleicht liegt
es auch an meiner generellen Empathie zu den unschuldig verurteilten
Frauen in den Hexenprozessen, dass sich mir sofort der Magen umdreht,
wenn Inquisitionsverfahren detaillierter beschrieben werden. Wer also
wissen will, wie Frauen bei Verhören gefoltert wurden, sollte unbedingt
zu diesem Buch greifen.
Abgesehen von den noch detaillierteren Liebesszenen (die vom Erzählstil
nicht meinem Geschmack entsprechen) ist die Geschichte spannend, mit
Wirrungen und Windungen, mit Höhen und Tiefen, mit Witz und voller Leben
und Liebe. Sie ist für meinen Geschmack etwas zu kitschig, und trotzdem
bin ich gespannt darauf was Luzia im Verlauf der weiteren Romane
passieren wird.
quatspreche.wordpress.com
Spannend und beängstigend zugleich
Bewertung aus Baiersbronn am 02.02.2021
Bewertungsnummer: 845211
Bewertet: eBook (ePUB)
Spannend geschrieben.Die Beschreibungen der mittelalterlichen Folter sind teilweise erschreckend klar.
Die Protagonistin muß einiges durchleben.Ihr Leben wird total auf den Kopf gestellt,und sie muß sich gegen das Böse in angeblich frommen Menschen wehren.
Mithilfe ihrer Freunde gelingt es ihr.
Ein spannendes Buch das sich zu lesen lohnt.
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