Sie war 598 Tage die bisher jüngste First Lady der Bundesrepublik Deutschland. Mit dem Beginn der Amtszeit ihres Mannes begann für sie als Frau von Christian Wulff ein völlig neues Leben. An der Seite ihres Mannes repräsentierte sie Deutschland im In- und Ausland und engagierte sich ehrenamtlich vor allem für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Dem Rücktritt des Bundespräsidenten im Februar 2012 gingen Vorwürfe in den Medien zum Einfamilienhaus,
zu Urlauben und zur Kleidung voraus. Darüber hinaus gab es Gerüchte zu einem angeblich bewegten Vorleben.
Bettina Wulff erzählt, wie sie mit allen Anschuldigungen umgegangen ist und wie sie die schwierige Zeit erlebt hat. Sie schildert die durchwachten Nächte, die Zweifel, die Wut, die Hilflosigkeit, wenn man plötzlich von allen Seiten unter Beschuss steht, und das Ausmaß der Belastung, der eine Ehe und eine Familie in solch einer Zeit ausgesetzt ist.
Bettina Wulff hat ein überaus offenes Buch geschrieben.
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Ich denke, man sollte das Buch von Bettina Wulff differenzierter betrachten. Meiner Meinung nach hat es sowohl gute als auch schlechte Passagen. Die Beschreibung ihrer ersten Liebe, die weitschweifige Darstellung ihrer Tätigkeit für hungernde Kinder, die ewige Suche nach der eigenen Person neben einem erfolgreicheren Mann. Das ist wohl in weiten Teilen überflüssig. Mir scheint Bettina Wulff lies sich von der Macht blenden. Macht macht sexy oder? Doch dann ist sie in einem Leben aufgewacht, das sie gar nicht wollte und dem sie vielleicht auch intellektuell nicht gewachsen war.
Interessant zu lesen, wie die Presse sich ein eigenes Bild der Bettina Wulff schuf, das Bild der machtverliebten, Luxus-Escortdame. Und dass man dagegen so gut wie nichts machen kann. Je mehr man dementiert umso weniger wird einem geglaubt. Dass die Kinder in Schule und Kindergarten unter all den Gerüchten leiden mussten, ist schlimm. Ein besonderes Geschmäckle bekommt die Geschichte auch mit dem Freispruch von Christian Wulff. Wulffs erinnern an die Guttenbergs: Er ist erfolgreich, die Frau ist hübsch, der Erfolg stellt sich ein, es geht die Karriereleiter rauf. So etwas kann der Deutsche und insbesondere die Presse nicht sehen. Da muss doch irgendetwas auszugraben sein, muss doch einfach. Und wer lange genug sucht, wird auch etwas finden. Dann heißt es: Kreuzige ihn!
Aber zurück zu Bettina Wulff. Dass man in der Position eines Bundespräsidenten-Paares kein Privatleben mehr hat, auch das ist schlimm. Aber wenn man nicht ganz so blauäugig an die Sache herangegangen wäre, hätte man durchaus erfahren könne, was es bedeutet, die Frau eines Bundespräsidenten zu sein. So etwas heißt Disziplin, Pflichterfüllung und viel Arbeit.
Frau Wulff bewundert zum Beispiel Michelle Obama. Diese Frau weiß, was sie kann und wer sie ist. Das unterscheidet sie von der deutschen Ex-First-Lady. Was Frau Obama auszeichnet, ist auch ihre absolute Loyalität zu ihrem Mann. Als Christian Wulff zurücktreten musste, stellte sich Frau Bettina ein Stück abseits, angeblich um zu zeigen, dass sie eine eigenständige Frau sei. Das sage ich mal ganz naiv: Das war wirklich nicht schön. In so einer Situation stellt man sich hinter den Menschen, den man angeblich liebt. Oder hat Wulff nicht ein bisschen Solidarität, wenigstens nach außen bin, verdient?
Von der flapsigen Sprache und den Grammatik-Fehler will ich gar nicht sprechen. Na ja, Frau Wulff gibt ja selbst zu, dass sie Mühe hatte, im Studium weiterzukommen. Richtig lustig finde ich auch die Passage, in der sie beschreibt, dass sich irgendjemand aufgeregt hat, weil sie im Lebenslauf nichts vom Abbruch ihres Studiums schrieb. Ja die Leute sind aber auch oberkritisch, ist das doch in vielen Lebensläufen berühmter Menschen gerade so. Man schreibt ganz einfach, was man so ein bisschen da herum studiert hat, und die fehlenden Abschlüsse lässt man einfach weg. Das liest sich auch viel besser!
Auffällig ist auch der Realitätsverlust der Bettina Wulff. Sie musste von nur 3500 Euro im Monat leben, die Privatwohnung putzen, den Kindern Frühstück machen und dann noch immer diese Empfänge und Galas. Ein schreckliches Leben.
INHALT: Bettina Wulff,…
sonjaliest aus Hannover am 14.10.2012
Bewertungsnummer: 2700885
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
INHALT: Bettina Wulff, jüngste Bundespräsidentengattin in der Geschichte Deutschlands schreibt ihre Gedanken über den Weg an die Spitze des Landes und den Weg zurück ins Alltagsleben nieder. FAZIT: Das Thema Bettina und Christian Wulff an sich hat in der Vergangenheit für viel Gesprächsstoff gesorgt. Dies möchte ich hier auch gar nicht thematisieren, da jeder hierzu seine eigene Meinung vertrete sollte. Motivation war für mich als Biografiemuffel, dass ich Bettina Wulff aus meiner Schulzeit noch als Bettina Körner kenne. Sie war auf meiner Schule einige Jahrgänge über mir und ist mir in meiner Schulzeit nur im positiven Sinne aufgefallen. Das Paar Bettina und Christian Wulff ist mir auch schon im Biergarten über den Weg gelaufen. Damals war Christian Wulff noch kein Bundespräsident aber alle Anwesenden waren gar nicht in der Lage ihr Bier zu trinken ohne sich die Hälse zu verdrehen. Von daher war ich einfach auf diese Sichtweise neugierig. Das Buch enthält Kapitel über das Kennenlernen, die Kinder, den Hauskauf, Promis, Wohltätigkeitsorganisationen, die Presse etc. Viele Themen, die von der Presse negativ zerrissen wurden, enthalten Fakten, die durchaus für Frau Wulff sprechen z.B. Versteuerung des geldwerten Vorteils von Kleidung oder aber auch Fakten seit wann bestimmte Freundschaften bestehen. Eigentlich schade, dass die heutige Medienlandschaft für Gegendarstellungen keinen Platz findet und lieber auf Negativschlagzeilen setzt. Ich kenne nicht alle Fakten und ich bin auch der Meinung, dass der normale Leser nie eine neutrale Fassung der Dinge zu Gesicht bekommen wird, aber in diesem Buch war mir in manchen Passagen ein bisschen zuviel Gejammere. Ich kann mir schon vorstellen, dass für Familie Wulff der derzeitige Zustand belastend ist. Dennoch hätte ich von diesem Buch mehr erwartet als Schuldzuweisungen, da das Buch ja auch zusammen mit der Autorin Nicole Maibaum geschrieben wurde. Ein ausführlicher humorvoller Blick hinter die Kullissen wäre neben den o.a. Schilderungen ein guter Ausgleich gewesen: 598 Tage können aufgrund von Begegnungen mit Prominenten nicht nur schlecht gewesen sein. Denn die Passagen mit Michelle Obama, Angela Merkel kommen mir hier zu kurz. Daher vergebe ich 2 von 5 Punkten.
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