Flexible Arzneistoffbeladung orodispersibler Filme durch Bedrucken
27,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Paperback
Erscheinungsdatum
26.10.2012
Verlag
Cuvillier, ESeitenzahl
166
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,9 cm
Gewicht
224 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-95404-251-7
Es wurden zunächst arzneistofffreie orodispersible Trägerfilme nach dem bisher gebräuchlichen Gießverfahren (‚solvent casting‘) hergestellt und anschließend erfolgreich mit Arzneistoffen bedruckt. Die Trägerfilme aus Hypromellose, Glycerol und Crospovidon zerfielen in vitro innerhalb von 45 s und waren mechanisch ausreichend stabil für den Druckprozess und die Handhabung durch den Patienten. Bei einer Übertragung der Herstellung auf den Großmaßstab wurden Trägerfilme mit einer Länge von bis zu 100 m produziert.
Drucklösungen und Drucksuspensionen konnten erfolgreich auf die Trägerfilme aufgebracht werden. Druckschmelzen hingegen erwiesen sich auf Grund ihrer schlechten Haftung am Trägerfilm als ungeeignet. Durch den Einsatz von Ethanol als Lösungsmittel und Hyprolose als Adhäsionsmittel konnten die Trägerfilme bedruckt werden, ohne sich während des Druckprozesses aufzulösen oder die guten Zerfallseigenschaften zu verlieren. Die Verwendung von Hyprolose erwies sich als essentiell, um eine gute Haftung des Arzneistoffs auf dem Trägerfilm zu erreichen.
Als Druckverfahren wurden ein Tropfverfahren, der Stempeldruck, der Flexodruck, der Tintenstrahldruck und der Arzneistoffauftrag mittels Sprühdüsen eingesetzt und miteinander verglichen. Dabei erwies sich der Tintenstrahldruck als besonders flexibles, der Stempeldruck und das Tropfverfahren als besonders einfach durchzuführende Verfahren. Mittels Sprühdüsen gelang die höchste Arzneistoffbeladung. Insgesamt war aber der Flexodruck das am besten geeignete Verfahren, um orodispersible Trägerfilme zu bedrucken. Nach viermaligem Bedrucken konnten 1,1 mg Rasagilinmesilat mit einer relativen Standardabweichung von 1,5 % aufgebracht werden. Rasagilinmesilat lag dabei molekulardispers verteilt im Film vor. Durch mehrmaliges Bedrucken konnten unterschiedliche Arzneistoffstärken hergestellt werden. Eine Geschwindigkeit von 530 Filmen pro Minute war dabei möglich. Mittels Flexodruck konnten auch Drucksuspensionen verarbeitet werden. Dies konnte mit Tadalafil als Modellarzneistoff gezeigt werden.
Für einen Vergleich wurden neben den bedruckten ODFs erfolgreich ODFs mit Tadalafil und Rasagilinmesilat mittels konventionellem Gießverfahren hergestellt. Im Vergleich zum Gießverfahren ist die Herstellung von ODFs durch das neue Verfahren mittels Drucktechnik flexibler. Die Trägerfilme können im Voraus hergestellt werden und bei Bedarf mit unterschiedlichen Arzneistoffen und -mengen bedruckt werden. Es wird außerdem weniger Arzneistoffabfall produziert. Zukünftig ist auch die Verarbeitung von hitzeempfindlichen Arzneistoffen unter schonenden Bedingungen möglich. Sicherheitsbereiche für hoch-potente oder toxische Substanzen können kleiner gestaltet werden. Auch der Reinigungsaufwand wird geringer. Durch diese Einsparungen und durch die flexiblen Einsatzmöglichkeiten des Druckverfahrens ist das Bedrucken von ODFs auch wirtschaftlich vorteilhaft.
Diese Arbeit liefert somit eine Grundlage für die weitere Entwicklung, Herstellung und Charakterisierung von ODFs.
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