Der Dandy als fiktiver Autor: Christian Krachts "Faserland" als dandyistische Selbstinszenierung des Autors
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- Taschenbuch ausgewählt
- eBook
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Sprache:Deutsch
24,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
06.09.2013
Verlag
Bachelor + Master PublishingSeitenzahl
64
Maße (L/B/H)
22/15,5/0,5 cm
Gewicht
117 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-95549-480-3
Als schwieriger für die Forschung hat sich die Interpretation „Faserlands“ in Hinblick auf den Dandy herausgestellt. Dem Protagonisten wurde immer wieder Dandyismus unterstellt. Befasst man sich jedoch wissenschaftlich mit der Figur des Dandys wird deutlich, dass diese Einschätzung nicht zutrifft. Es stellt sich die Frage, wieso in „Faserland“ trotzdem diese Begrifflichkeit immer wieder aufkam, warum dies von Kracht intendiert werden und wie umgesetzt werden könnte.
Die Theorie dieser Arbeit ist, dass Kracht ganz bewusst subtile dandyistische Hinweise in „Faserland“ gelegt hat, um auf seine Selbstinszenierung als Dandy hinzuweisen - als dandyistisch-subversive ‚Spur‘, die so ein dandyistisches Verfahren inkludiert: Im Subversiven verschränken sich hier Inhalt und Verfahren.
Außerdem soll aufgezeigt werden, dass die Komplexität der Selbstinszenierung Krachts dazu führt, dass es zu einer deutlichen und gewollten Trennung des realen Christian Krachts und seiner Autorenfigur Kracht kommt. Die Autorenfigur - oder der fiktive Autor - steht zwischen Realität und Kunstwerk, sie ist Paratext der Literatur Krachts, wie die Literatur Paratext der Figur ist. Eine derartige Friktion als Verfahren ist spezifisch für die Figur ‚Dandy‘. Die Nutzung der neuen Medien ermöglicht Kracht allerdings eine Friktion, wie sie für den klassischen Dandy noch nicht erreichbar war. Der klassische Dandy musste tatsächlich als Person Dandy werden, um eine Verschmelzung von Kunstwerk und Künstler zu erreichen - ob der reale Kracht dagegen ein Dandy ist, bleibt spekulativ: Man weiß fast nichts über ihn. Er übt die Pose, die tatsächlich nur Pose ist. Kracht schafft sich als Kunstwerk und schafft gleichzeitig eine Trennung des Kunstwerks Kracht vom realen Kracht. Ob dies Kracht dann vom idealen Dandy unterscheidet, bleibt zu untersuchen.
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