Spiritualität, Suizidalität & Sucht
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Sprache:Deutsch
36,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Erscheinungsdatum
01.03.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
151 (Printausgabe)
Dateigröße
1319 KB
Auflage
1
Sprache
Deutsch
EAN
9783638177757
nach einem Sinn im Leben- global formuliert, war der Ausgangspunkt meiner Überlegungen.
."Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht" ist ein Satz, der im Rahmen von Alkohol - und
Drogenentzugstherapien nur zu gerne Verwendung findet, meist mit der Idee dahinter, der
Sucht etwas von ihrem abstoßenden und abnormen Charakter zu nehmen, einfach um
Verständnis in jenen zu wecken, die nicht süchtig sind, für jene, die süchtig sind, oder einfach
auch um aufzuzeigen, dass jeder Mensch, wenn er schon nicht auf irgendeine Art und Weise
süchtig ist, zumindest Gefahr läuft, süchtig - abhängig von einer Substanz zu werden, sei sie
nun stofflich oder nicht. Der Süchtige selbst macht keinen Unterschied zwischen Suche und
Sucht, die Sucht nach der Substanz ist für ihn gleichzeitig die Suche nach einem Halt im
Leben.
Der spirituelle Durst des Alkoholsüchtigen nach Ganzheit, ein Verlangen nach
Verständnis lässt ihn zur Flasche greifen (Grof, 1993/1994) - ein verklärter Blick auf die
immer steigende Anzahl an Alkohol- und Drogenabhängigen, welche ihre Sucht im
schlimmsten Fall mit ihrem Leben bezahlen müssen? Ein Tag auf der Akutstation einer
Entzugsklinik würde darauf schließen lassen. Gespräche mit Betroffenen lassen aber auch
darauf schließen, dass man mit solchen Überlegungen teilweise gar nicht so falsch liegt.
Selbsthilfegruppen wie es die Anonymen Alkoholiker sind, sehen die Spiritualität als
Ausdruck eines überkonfessionellen Glaubens an eine höhere Macht als wichtigen Teil in
ihren Grundfesten verankert. Die Aufgabe meiner Arbeit sehe ich in erster Linie darin zu fragen, ob sich Menschen,
welche in einer stationären Entzugstherapie sind, in einer Sinnkrise befinden und ob es
möglich ist, durch einen "Krankenhausaufenthalt" aus dieser herauszufinden.
Der Titel der Arbeit, welcher das Wort "Spiritualität" beinhaltet, soll somit auch auf
spirituelle Krisen verweisen und auf die Möglichkeit aus diesen herauszuwachsen.
Den Bereich der Spiritualität oder des spirituellen Wohlbefindens der Depression oder
suizidalen Gedanken als einander gegenseitig ausschließende Konstrukte zu betrachten, also
von einer unter allen Umständen negativen Korrelation dieser beiden Bereiche auszugehen,
scheint zwar zu weit gegriffen, doch schaffen Ergebnisse empirischer Arbeiten eine
ausreichende Basis für dahingehende Hypothesen. [...]
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