Kommunikative Dunkelheit - Untersuchungen zur Poetik von Paul Celan
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
02.07.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
115 (Printausgabe)
Dateigröße
1374 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640655380
Angesichts dieser kaum bestrittenen Tatsache ist häufig gesagt worden, dass die beliebtesten
Schlagwörter, um diese Gedichte zu charakterisieren, Hermetik und Dunkelheit, eher die
Ratlosigkeit der Interpreten verraten als zu einer produktiven Wesensbestimmung beitragen.
Während die Rede von der ,dunklen Dichtung' die Aura des schlechthin Nebulösen hat und
zunächst wenig geeignet scheint, ein derart komplexes Gebilde wie das Celan'sche OEuvre zu
beschreiben, wurde in der Forschung mit dem Begriff ,Hermetik' zeitweise der Anspruch
erhoben, die konstitutive Schwerverständlichkeit dieses Werks theoretisch zu untermauern.1
Doch ist diese Bezeichnung in der Literaturwissenschaft zu einem äußerst unscharfen Sammelbegriff
geworden, der die unterschiedlichsten inhaltlichen Ausprägungen erfahren hat. Ein
weiterer und wichtigerer Grund, ihn nicht auf Celans Poetik anzuwenden, ist allerdings der in
der Forschung mittlerweile zur Kenntnis genommene Umstand, dass der Dichter selbst seine
Lyrik ausdrücklich nicht als hermetische verstanden wissen wollte.2 Celans Vorbehalte beziehen
sich auf das zentrales Merkmal, das seit Hugo Friedrichs Etablierung des Begriffs in
Deutschland immer wieder für hermetische Schreibweisen geltend gemacht wurde: die "Abschirmung
gegen die äußere Welt"3, die eine buchstäblich hermetische Welt im Kunstwerk
schafft und die Referenzen zur empirischen Wirklichkeit suspendiert.4 Verstand man seine
Gedichte unter den Vorzeichen einer solchen Poetik, hielt der zeitlebens unverstandene Celan
mit verbissenem Nachdruck entgegen: "Glauben Sie mir - jedes Wort ist mit direktem Wirklichkeitsbezug
geschrieben. Aber nein, das wollen und wollen sie nicht verstehen".5 Wie passt das zusammen? Welcher Art ist der Wirklichkeitsbezug von Gedichten, die den Leser vor so
große Verständnisschwierigkeiten stellen?
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